LOVING HIGHSMITH (Doku) Einblicke in das lesbische Liebesleben der Autorin Patricia Highsmith Kinostart: 7.4. 2022

Mit Romanen wie „Zwei Fremde Im Zug“ und „Der talentierte Mr. Ripley“ hat Patricia Highsmith, die aus einer konservativen Ecke aus Texas stammt, Weltliteratur geschrieben. Die Bücher dieser Bestsellerautorin erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Es sind keine 0815 -Krimis sondern, psychologisch fein durchdachte Geschichten, die man immer wieder lesen kann. „Mein Thema war nie Mord, sondern das Vorhandensein von Schuld oder Nicht-Schuld“.

„Loving Highsmith“ basiert auf ihren Tage-und Notizbüchern die nach ihrem Tod in einem Wäscheschrank in ihrem Haus im Schweizer Tessin entdeckt wurden, in denen sie ihr eigenes, bewegtes Liebesleben beschreibt.

Schon vor ihrer Geburt hat sich ihre Mutter Mary scheiden lassen. Dann heiratete sie Stanley Highsmith und zog mit ihm nach New York und liess Pat bei ihren Großeltern in Texas zurück. Als sie 6 Jahre alt war holte ihre Mutter sie nach N.Y. Ihr Liebesleben hat Pat streng geheim gehalten.

Ihre Notizen zu ihrer Sexualität nennt sie: „Notizen zu einem immer präsenten Thema“. Ihrer konservativen Mutter wollte sie es immer rechtmachen. Die riet ihr ständig, sich doch zuisammenzureissen und „normal“ zu werden. Sie hat es versucht, empfand es aber als furchtbar.

Ihren lesbischen Liebesroman „Salz und sein Preis“/ „Carol“ hat sie 1952 unter einem Pseudonym herausgebracht. Erst 1980, fünf Jahre vor ihrem Tod, kam er unter ihrem echten Namen mit dem Titel „Carol“ heraus. Bevor er herauskam, flüchtete sie nach Europa. „Ich bin entschlossen aus jeder Katastrophe meines Lebens etwas Positives zu machen“. 2015 erschien der Spielfilm „Carol“ mit Cate Blanchett und Rooney Mara.

Die zu ihrem 100. Geburtstag veröffentlichen Tagebücher geben intime Einblicke in ihr Liebesleben, das aus vielen Liebschaften bestand. Vor der Kamera kommen einige ihrer damaligen Liebhaberinnen zu Wort. Gerne besuchte sie eine Lesben-Bar in N.Y, die für ihre Diskretion bekannt war. Es war üblich eine Station früher oder später auszusteigen, um zu vertuschen, wo man hinging. Als sie von den Berliner Filmfestspielen eingeladen wurde den Juryvorsitz zu übernehmen, lernte sie Tabea Blumenschein kennen, die mit Ulrike Ottinger zusammenarbeitete. Sie wurden Freundinnen. Nach Frankreich, wo Pat inzwischen wohnte, wollte sie nicht mitkommen, es sei ihr dort zu langweilig. So endete wieder eine Liebe für sie. „Es ist normal, dass nicht alle Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen“. Es kommen auch zu Worte die französische Künstlerin Monique Buffet und die US-Autorin Marijane Meaker, mit der Pat eine längere Zeit zusammenlebte und die ein Buch über ihre Beziehung schrieb.

Ausschnitte aus den Tagebüchern werden von Maren Kroymaan im Off gelesen und stimmungsvolle Schwarz-Weiss-Fotografien geben

stimmungsvolle Schwarz-Weiss Fotografien geben Einblicke in ihr Leben, geprägt von Selbstbestimmtheit und Willensstärke aber auch in ihre unerfüllten Sehnsüchte.

„Schreiben ist natürlich ein Ersatz für das Leben, das ich nicht führen kann“.

Sie zog in die Schweiz, haderte mit ihrem Leben, was man daran merkte, dass ihre Eintragungen in ihrem Tagebuch immer weniger wurden. „Wer bin ich und wer sind die anderen“? Die Antwort darauf bleibt offen.

Sie hat viel gemeinsam mit ihrer Lieblingsromanfigur Tom Ripley. Auch er führte ein Doppelleben.

Schweiz/Deutschland; 2022 83 Min; R: Eva Vitija D: Marijane Meaker, Tabea Blumenschein, Monique Buffet, Judy und Dan Coates

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