VERACHTUNG START: 20. 6. 2019 (Thriller)

Nach den Thrillern „Erbarmen“, „Schändung“ und „Erlösung“ kommt nun der vierte und meines erachtens beste Krimi nach der Feder von Jussi Adler-Olsen ins Kino.

Kommissar Carl Morck (Nicolaj Lie Kaas), unfreundlich und mürrisch wie immer und sein Assistent Assad (Fares Fares) , der das Sonderdezernat Q verlassen will, was Morck noch mürrischer macht, werden zu einem Fall gerufen, der schon länger zurückliegt. Bei dem Abriss einer Mauer in einem Kopenhagener Haus, macht man einen grauenhaften Fund. Drei mumifizierte Leichen sitzen wohl drapiert um einen Tisch herum, vor ihnen ekelhafte verdorrteS peisen, als da sind Eierstöcke, Eingeweide und Penisse. Ein freier Platz ist noch leer. Alle drei Frauenleichen hatten etwas mit einem Anfang der 60-Jahre geschlossenen Mädchenheim auf der Insel Sporgo tun. In Rückblenden wird das Unfassbare, was dort geschah, Stück für Stück erzählt.

Das Heim, ähnlich einem Gefängnis, wurde von Dr. Curt Wad geleitet. Er nahm dort Zwangssterilisationen an „gefallenen“ Mädchen vor, sogenannte genetische Säuberungen. Was diese Ungeheuerlichkeiten besonders brisant macht ist, dass sie bis in die Gegenwart reichen. Dr. Wad führt nach der Schliessung eine renommierte Fertilisationsklinik. (Befruchtung). Übrigens, der vierte leere Stuhl war für Dr. Wad reserviert.

Über 60 Frauen wurden Opfer der Zwangssterilisation.

Regisseur Christoffer Boe hat aus diesem dunklen Kapitel der dänischen Geschichte einen ungemein spannenden Film gemacht.

Leider ist „Verachtung“ die letzte Verfilmung mit dem beliebten Ermittlerduo. Kaas und Fares hören auf. „Es ist unser bester Film aus dieser Reihe“, sagt Fares, aber wir können die Kuh nicht länger melken“. (Stern Nr.26) Aus Olsens Thriller-Reihe ist inzwischen der 7. Band erschienen.

 

 

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EIN FETTER SOMMER (OT. „Measure of a man) Start: 13.6. 2019

Basierend auf dem Roman „A Fat Summer“ des US-Autors Robert Lipyte, hat der Film – Fernsehregisseur Jim Loach, Sohn von Ken loach eine berührende Coming -of-Age- Geschichte gedreht.

Der Roman wurde von der „Library of Congress“ zum „Besten Jugendbuch“ prämiert.

July 1976. Der 14-jährige Bobby (Blake Cooper) muss die Sommerferien mit seinen Eltern, wie schon die Jahre zuvor, in ihrem Ferienhaus in einem kleinen Ort am See verbringen. Eine Qual für den dickleibigen Jungen. Sommer bedeutet für die meisten, leichte Kleidung, schwimmen im See. Aber nicht für Bobby. Nicht nur, dass er sich nicht auszuziehen mag, er wird auch noch gehänselt und gedemütigt. Die Feriengäste sind nicht sehr beliebt in dem kleinen Ort. Besonders eine Gruppe Jugendlicher hat es auf ihn abgesehen. Sie pöbeln ihn an, wann immer sie ihn treffen. Um dem möglichst aus dem Weg zugehen, sucht er sich einen Ferienjob. Er mäht den Rasen bei einem gewissen Dr.Kahn (Donald Sutherland), dessen Haus in einer riesengrossen Parklandschaft steht.

Eine anstrengende Arbeit für den unsportlichen dicklichen Jungen. Doch er beisst die Zähne zusammen. Als er nach getaner Arbeit das bisschen Geld zählt, was ihm der arrogant wirkende und strenge Kahn ihm überreicht, ist seine Enttäuschung gross. Es ähnelt einer weiteren Demütigung. Doch tapfer geht Bobby weiter zu ihm hin. Nur kurz sieht man, dass Kahn eine tätowierte Nummer am Unterarm hat, worauf aber im Film nicht näher eingegangen wird und man sich als Zuschauer seine eigenen Gedanken macht. Im Laufe der Zeit ändert sich das Verhalten Kahns und Bobby und er gehen respektvoll miteinander um. Es hat den Anschein , dass beide voneinander lernen.

Die Geschichte ist leise und dennoch packend erzählt. Mit sensibler Feinfühligkeit spielt Cooper den an selbstwertleidenden Jungen und der dennoch eine innere Stärke besitzt. Es berührt wie er unter der Abwesenheit seiner besten Freundin Joanie leidet.

Nur eine Sache hätte nicht unbedingt sein müssen. Das die Jungen, die ihn zum Opfer ihrer Demütigungen machen schwul sind, was man in einer kurzen Einstellung sieht. Auch hier bleibt es dem Zuschauer überlassen, was er dabei denkt. Es muss ja nicht immer alles erklärt werden.

THE DEAD DON´T DIE START: 13.6. 2019

Viel zu tun haben die beiden Polizisten Cliff Robertson (Bill Murray) und Ronnie Peterson (Adam Driver) in der amerikanischen Kleinstadt Centerville gewöhnlich nicht. Sie fahren mit dem Auto herum, hören  sich den neuesten Klatsch an und gehen im Diner, dem sozialen Zentrum der Gemeinde, einen Kaffee trinken. Ab und zu begegnet ihnen ein rassistischer Farmer mit einem KAWA Basecap (Steve Buscemi), was so viel wie „Keep America White Again“ heisst und der seinen Hund Rumsfeld spazieren führt. Zur Abwechslung schauen sie nach dem missgelaunten Waldschrat (Tom Waits). Ab und zu dudelt im Autoradio der Song „The Dead Don`t Die“. Die Tage sind lang, und dunkel wird es auch kaum. In den Nachrichten wird über das Polar – Fracking berichtet und einer bedrohlichen Erdrotation.

Doch plötzlich geschieht etwas Merkwürdiges. Die Uhren bleiben steh`n Mobiltelefone geben ihren Geist auf und Tote erwachen wieder zum Leben. Für Ronnie ein klarer Fall von einer Zombie – Apokalypse, was ihn  und seinen Kollegen absolut nicht aus ihrer stoischen Ruhe bringt. Schwankende, nach menschenfleischgierige Zombies treiben im Diner ihr Unwesen, unter ihnen Iggy Pop, der erst mal einen Kaffee trinkt.

Auch der Anblick der zwei toten Bedienungen, deren Eingeweide heraushängen, kommentiert Ronnie seelenruhig mit den Sätzen: „Geh da bloss nicht rein. Es ist das Schrecklichste, was ich je gesehen habe.“ Jetzt hilft nur noch, den kanibalischen Untoten, die Köpfe abzuschlagen.

Nun kommt Tilda Swinton ins Spiel. Als schottische samuraischwingende Leichenbestatterin taucht sie wie eine weisshäutige Ausserirdische auf, und säbelt mit Bravour die Köpfe der Untoten ab. Elegant rauscht sie gen Himmel wieder davon.

Beachtenswert ist, dass Jarmusch wieder sein altbewährtes Schauspielerensemble zusammengetrommelt hat. Unübersehbar nimmt er mit seiner Zombie – Apokalypse , die als Metapher für das Trumpsche Amerika dient, die derzeitigen Verhältnisse im Land auf`s Korn. Er zeigt eine Welt, die von Stumpfsinn geprägt ist und in der noch nicht mal das Grauen einer Zombie – Invasion für  Unruhe sorgt. Politisch in die Tiefe geht er nicht. Einige unterhaltsame Anspielungen sorgen für Momente der Heiterkeit, ansonsten bedient er  ein Klischee nach dem anderen. Das war`s auch schon. Wie sagt Tom Waits ganz trocken als Waldschrat, der sich von allem zurückgezogen hat: „What a fucked up world“.  What a bloodless film.

 

BRITT – MARIE WAR HIER Start: 13.6. 2019

Die 63-jährige Britt-Marie (Pernilla August) ist gefangen in einem Netz von Gewohnheiten und Routine. Schon als Kind fing sie an zu putzen, alles musste sauber und ordentlich sein. Am frühen Tod ihrer Schwester fühlt sie sich schuldig, vielleicht der Grund für ihren Ordnungswahn. Den inneren Schmerz mit einer äusseren Ordnung zu übertünchen. Auch in ihrer Ehe folgt sie diesem Schema. Eine Änderung findet statt, als ihr Mann einen Herzinfarkt erleidet und sie im Krankenhaus mit der Geliebten ihres Mannes zusammentrifft. Nach 40 Ehejahren verlässt sie ihn. Ein Schritt, der ihr nicht leicht fällt. Auf dem Arbeitsamt vermittelt man sie in ein abgelegenes Kaff, wo sie in einem kurz vor der Schliessung stehendem Freizeitheim eine Jugendfussballmannschaft trainieren soll. Sie hasst Fussball. Schon allein deswegen, weil ihr Mann Kent sich mehr dem Fussball widmete als ihr. Als erstes fängt sie an, das Heim zu putzen. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich den Vorurteilen, die die Jugendlichen gegen die alte Dame hegen, zu stellen. Ihr bisheriges Leben verlief ohne zwischenmenschliche Kontakte, die Sehnsucht danach, verbarg sie unter einer rauen Schale. Nun ist sie gezwungen nicht nur für sich selbst Entscheidungen zu treffen , sondern auch für andere. Langsam gewinnt sie das Vertrauen der jungen Fussballer. Man erkennt, dass es sich bei der einsamen Marie-Britt um einen warmherzigen Menschen mit einem grossen Herzen handelt.

Britt-Marie war hier, steht am Ende auf der Glastür des Freizeitheims.

Ob ihre Veränderung eine Zukunft hat, bleibt offen. Es scheint, als hätte sie wieder nur funktioniert, kleine Schritte gewagt aber ob sich ihr Leben wirklich verändert hat, dazu fehlt dem Feel-good-Movie das nötige Drama und so bleibt der ihre Verwandlung reine Behauptung.

Verfilmung eines Romans des Schweden Frederick Backmann. Sein Bestseller „Ein Mann namens Ove“ wurde 2015 mit grossem Erfolg verfilmt. Britt-Marie ist die weibliche Antwort auf Ove.

Regie: Tuva Novotny, hierzulande bekannt aus den Filmen „Eat Pray Love“ und „Borg/McEnroe“.

BURNING Start: 6. Juni 2019

Inspiriert wurde der südkoreanische Regisseur Lee Chang-dong von einer Kurzgeschichte des Autors Haruki Murakami mit dem Titel „Scheunenabbrennen“.

Jong-su (Yoo Ah-in) und Hae-mi (Jeon Jon-seo) begegnen sich zufällig In Seoul. Beide sind in einem Dorf aufgewachsen und zur Schule gegangen. Jong-su erkennt sie erst nicht, denn Hae-mi hat sich eine Schönheitsoperation geleistet. Schon als Schülerin war sie verliebt in den verträumten Jungen. Sie gehen zusammen aus und verbringen die Nacht zusammen. Ihr Beisammensein ist von kurzer Dauer, denn Hae-mi reist für einige Zeit nach Afrika und bittet Jon-su, sich um ihre Katze zu kümmern, was er auch tut. Doch das Tier lässt sich nicht blicken, auch wenn Jong-su auch noch so nach ihr sucht. Zwischen drin fährt er nach Hause, um sich um die Kuh zu kümmern, die mutterseelenallein im Stall auf ihn wartet. Der ärmliche Bauernhof liegt in einem Dorf, wo kaum noch jemand wohnt. Sein Vater sitzt im Knast und seine Mutter ist abgehauen, da sie ihren gewalttätigen Mann nicht mehr ertragen konnte. Am Tag ihres Verschwindens hat Jong-su sämtliche Kleidungsstücke von ihr verbrannt. Ein bisschen Geld verdient er mit Gelegenheitsjobs. Sein grosser Traum, ein anerkannter Schriftsteller zu werden. Sehnsüchtig erwartet er Hae-mis Rückkehr. Erwartungsvoll holt er sie vom Flughafen ab. Sie ist in Begleitung eines jungen Mannes, der offensichtlich ein Luxusleben führt. Von nun an treffen sie sich des öfteren zu dritt. Ben (Steven Yeun) fährt einen Porsche, lebt in einer Luxuswohnung, lädt die beiden zum Essen ein, abends vergnügen sie sich  in teuren Bars. Jong-su fühlt sich unwohl in seiner Gesellschaft und weiss auch nicht so recht wie Hae-mi zu ihm und Ben steht. Sie lernen seine reichen Freunde kennen, in deren Gegenwart Hae-mi ganz unbefangen von ihren Eindrücken in Afrika erzählt und einen Tanz vorführt den sie bei den Buschmännern gelernt hat. Als Jong-su ihn fragt , womit er denn so reich geworden sei, antwortet Ben ganz kurz, dass er spielt. Neugierig öffnet Jong-su die Schubläden seines Badezimmerschranks und entdeckt eine Schmuckschatulle mit weiblichen Schmuckstücken. Sein Misstrauen wächst.

Langsam nimmt der Film eine mysteriöse Wendung. Jong-su ist wieder mal zu Hause, als Hae-mi und Ben vorfahren, um ihn zu besuchen. Sie sitzen vor dem Haus, rauchen einen Joint und Hae-mi fängt an zu tanzen, auch Jong-su ist aufgekratzt durch den ungewohnten Pot. Nur Ben sitzt da und langweilt sich. Beiläufig erzählt er, dass es ihn erregt, die verlassenen Gewächshäuser der ehemaligen verarmten Bauern abzufackeln. Die koreanische Polizei interessiert es nicht, denn es gibt tausende davon. Bevor Ben und Hae-mi ins Auto steigen, verabschiedet sich Ben mit den Worten: „Das nächste Haus, was ich abbrenne steht ganz in deiner Nähe“.Es war der letzte Abend, an dem Jong-su seine Freundin sah. Hae-mi bleibt spurlos verschwunden. Es dauert nicht lange und es lodern wieder die Flammen.

In eindrucksvollen Bildern, fast dokumentarisch, dann wieder Eindrücke von einer ungeheuren poetischen Kraft, zeigt er das Nebeneinander von Arm und Reich, ohne anzuklagen, lässt er seine Protagonisten für sich selbst sprechen. Virtuos pendelt er zwischen Wahn und Wirklichkeit, ohne dabei die gesellschaftlichen Verhältnisse aus den Augen zu verlieren. Ganz grosses Kino. Hypnotisierend.

WAR OF ART START: 6.06. 2019 Dokumentarfilm

Der Norweger Morten Traavik der schon seit vielen Jahren ungewöhnliche Kulturprojekte in Kooperation mit dem nordkoreanischen „Committe for Cultural Realtions with Foreign Countries“ zwischen  koreanischen und europäischen Künstlern organisiert, reist mit einer Gruppe internationaler Künstler im Frühjahr 2016 nach Pjöngjang, Nordkorea.

Sein Projekt DMZ – Academie, demilitarisierte Zone Akademie ist eine Anspielung auf die schwerbewaffnete Grenze zwischen Süd – und Nordkorea. Wiederholt möchte Traavik ein Vermittler für einen kulturellen Austausch sein, einen Dialog mit den Einheimischen führen, nicht um zu kolonalisieren, sondern die Menschen kennenzulernen und den Blick auf die Welt hinterfragen. In den Auge Amerikaner gab es seit Hitler keinen Staat, der das Böse so verkörpert hat.

Voller Aufregung und Neugier betreten die Künstler, vom Fotografen, einige Maler, ein Sounddesigner bis zum Komponisten das fremde Land. Von nun an werden sie auf Schritt und Tritt von einem – oder mehrerer Männer aus dem Komitee begleitet.

Nordkorea ist voll von Kunst, allerdings einer Kunst, geprägt von staatlicher Ideologie.

Die Frage, was denn sein glücklichster Moment als Künstler gewesen sei, beantwortet ein Einheimischer mit den Worten, als mich unser grosser Führer gelobt hat.

Es ist nicht leicht für die ausländische Truppe, ihre Kunst zu präsentieren. Ihre jeweiligen Produktionen werden mit Argusaugen begutachtet und mit Skepsis verfolgt. Nicht unbedingt verwunderlich, denn Traavik hat vor allem Künstler eingeladen, die auch in der westlichen Welt nicht unbedingt für Gefallen sorgen. Zum Beispiel der Franzose Jean Valnoir, der seine Kunst mit seinem eigenen Blut signiert und mit menschlichen Knochen hantiert. Oder die Britin Cathie Boyd, die die  krauchenden Bewegungen von Schnecken aufzeichnet und vertont. Das Fotografie in Korea nicht als Kunst gilt, stört den chinesischen Fotografen kaum. Unbeirrt fotografiert er drei hübsche Koreanerinnen in ihrer adretten Uniform. Übrigens, uniformierte Frauen sind im Strassenbild Pjöngjangs nicht  wegzudenken. Irgendwo findet immer eine Zeremonie statt. Der Fotograf ist der lockerste von ihnen. Er wagt es, den Hauptbegleiter in ein Gespräch zu verwickeln. Dabei erfährt er, dass für die Koreaner Heirat und Familie an oberster Stelle stehen und das es Homosexualität in ihrem Land absolut nicht gibt und dass sie stolz auf ihren Grossen Führer sind, auch wenn man das im Ausland nicht versteht.

Zwischen den ausländischen Künstlern macht sich Unmut breit. Mit dem, was sie wollten,  kommen sie nicht weiter. Als das Komitee bemerkt, dass sie aufgeben wollen, laden sie zu einem Essen mit Karaokeauftritten und Tanz ein, um die Stimmung zu lockern, mit dem Erfolg, dass einer von ihnen, seine Kunst öffentlich zeigen darf.

Mulmig wird ihnen, als nachts im Hotel die Betten wackeln und ihnen klar wird, dass der Grosse Führer einen Wasserstoffbombentest veranlasst hat, was ihre Unsicherheit verstärkt. An der Pressekonferenz am nächsten Tag, dürfen sie via Fernsehen teilnehmen. Der Hass und die Angst vor einem Angriff der Amerikaner ist riesengross und rechtfertigt ihrer Meinung nach, den Bombentest.

Tommy Gullisens „War of Art“ zeigt, dass das gutgemeinte Projekt zum Scheitern verurteilt war. Was die Truppe gelernt hat ist unter anderem, dass die Menschen alle sehr glücklich sind. Aber wenn sie aus dem vorgegebenen Rahmen ausbrechen, wird es schlimm. Wirkliche Momente des Austauschs unter den Künstlern hat es kaum gegeben.Trotz aller Enttäuschung waren die 10Tage für die Künstler eine unwiederbringliche Erfahrung mit einer Gesellschaft, die quasi hinter verschlossen Türen lebt und von der man durch diese interessante Dokumentation äusserlich, sowie auch zwischen den Zeilen, viel erfährt. Die Skepsis der Aufpasser gegnüber den Fremden, ist unübersehbar, da nützt auch die typische asiatische Höflichkeit nichts. „Wir hatten das Gefühl, an einer kurzen Leine herumgeführt zu werden“.  Sehenswert.

 

MISTER LINK START: 30.05. 2019 (Animationsfilm)

Sir Lionel Frost ist ein Monsterjäger. Er ist ständig auf der Suche nach aussergewöhnlichen Kreaturen. Er hält sich für jemand Besonderes, was seine Kollegen der „Königlichen Gesellschaft für Abenteurer, Forscher und grosse Männer“ ganz anders sehen.

Die Existenz des Monsters von Loch Ness nachzuweisen ging schief. Seine Kamera mit dem Beweisfoto ging kaputt. Durch einen Brief wird er auf Link aufmerksam, einen sagenumwobenen Vorfahren  des Menschen, der in den Wäldern Nordamerikas lebt. Ein Kreatur zwischen Affe und Mensch. „Missing Link“ (so der Originaltitel des Films) ein Monster? Keineswegs. Link ist ein sanftmütiges, gebildetes, überaus freundliches 2.50 Meter grosses Wesen, was sprechen und schreiben kann,(den Brief hat es selbst verfasst) und das unter grosser Einsamkeit leidet. Das von Frost auf den Namen Mr.Link getaufte Wesen hat keine Artgenossen mehr und möchte endlich Teil einer Familie sein. An einem Ort namens Shangri – La sollen noch entfernte Verwandte, die Yetis, leben.

Mr. Link hofft, dass der Abenteurer Frost ihn dahin führt. Begleitet werden sie von der freigeistigen Abenteuerin Adelina Fortnight, die im Besitz der einzigen Karte ist, die ihnen den Weg dahin zeigt. Doch ohne Gefahren bleibt die Reise für das ungleiche Trio nicht. Hinterhältige Bösewichte lauern ihnen auf, um ihre Mission zum Scheitern zu bringen.

In den Laikastudios wurden schon Meisterwerke des Animationsfilms wie“Coraline“, „Para Norman“ und „Kubo – Der tapfere Samurai“ gedreht. Nun auch „Mister Link“. Für den Stop – Motion – Film wurden 110 Miniatursets für 65 Locations aufgebaut. In der Hochphase des Drehs waren 450 Mitarbeiter am Werk. Der erste Entwurf für die zottelige Hauptfigur war eine Avocado.

Das im späten Jahrhundert spielende Abenteuer besticht durch seinen visuellen Detailreichtum und die liebenswerte Figur des Mister Link.

Deutsche Sprecher: Christoph Maria Herbst, Bastian Pastewka, Collien Ulmen – Fernandes.