Ab 27.3.2020 auf DVD: Roland Rebers TODESREVUE

Ab 27. 3. 2020 auf DVD: Roland Rebers TODESREVUE

Mit 130 Mitwirkenden ist Rebers TODESREVUE die bisher größte Produktion von wtp international. Trotzdem ist sich wtp mit dem Verzicht auf öffentliche Mittel aus Filmförderungstöpfen treu geblieben.

Die Satire erzählt in verschiedenen Handlungssträngen über das Desaster mit dem Älterwerden, über die Jagd nach den meisten Followern, Klicks und Likes. Es geht um eine Fernsehshow, in der die Kandidaten dem Publikum der Lächerlichkeit preigegeben werden, einer Tänzerin, die trotz Operationen und dem Gebrauch von Wundercremes und sonstigen angeblichen Anti-Age Mitteln das Altern nicht aufhalten kann, einer Maskenfrau, die um jeden Preis Ruhm erlangen will, einen alten Mann, der verzeifelt versucht , zu sterben und zwischendrin erscheint immer wieder ein Mann, der im Krankenhaus Verstorbene einen endlos langen Gang vor sich her schiebt und sich seine eigenen Gedanken über das Leben und den Tod macht. Weitere skurrile Episoden zeugen von grosser Spielfreude und Kreativität der Protagonisten.

Roland Reber: „Die Würde des Menschen ist unantastbar- das ist für mich das zentrale Thema des Films, der respektvolle Umgang mit sich und anderen Gegenüber. Im Leben wie im Sterben.Und das fängt unter anderem bei der Sprache an. So wie wir mit Worten umgehen, so gehen wir auch mit Menschen um. Wir leben in einer medial aufgeheizten gesellschaftlichen Situation und es wird höchste Zeit, dass wir wieder zu einem wirklichen Gespräch finden, um wieder besser miteinander umgehen zu können“.

Diese teils trashige, skurrile und absurde Szenerie hält dem Zuschauer einen Spiegel vor und regt zum Nachdenken über sein eigenes Verhalten an.

NARZISS UND GOLDMUND Start: 12.3.2020

Die bildgewaltige Verfilmung „Narziss und Goldmund“ des Schweizer Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse unter der Regie von Stefan Ruzowitzky („Die Fälscher“) ist weitgehend gelungen.

Der Novize Narziss und der von seinem gewalttätigen Vater in das abgelegene Kloster Mariabronn abgeschobene Goldmund, wachsen im tiefsten Mittelalter miteinander auf und lernen sich mehr oder minder platonisch lieben. Sieben Jahre später, bricht Goldmund aus dem Kloster aus. Während sich Narziss (Sabin Tambrea) für ein Leben als frommer Gelehrter entscheidet, zieht es Goldmund (Jannis Niewöhner) hinaus in die Welt, um seine unbekannte Mutter zu suchen. Der streng asketisch lebende Narziss wird Abt des Klosters, während Goldmund sich in Affären stürzt, die Liebe zu Lydia (Emilia Schüle) erlebt, Zeuge von Krankheit, Hunger und Gewalt wird und eine Ausbildung zum Bildhauer bei dem berühmten Meister Niklaus (Uwe Ochsenknecht) macht. Seine Suche nach der Mutter erfüllt sich nicht. Fünfzehn Jahre später kehrt er zurück. Narziss beauftragt ihn, einen riesigen Altar zu gestalten, was bei einigen Mönchen keineswegs gut ankommt.

Ruzowitzky verfilmt Hesses Klassiker als eine abwechslungsreiche Tour de Force durch das düstere Mittelalter, voller Gewalt, Tod und Mord und schreckt vor Schockmomenten, nicht zurück.

Seine prallen Bilder unterlegt er mit einem sakralen Soundtrack, der an einigen Stellen mehr Kitsch als Tragik auslöst. Maskenbildner und Ausstatter konnten im wahrsten Sinne aus dem Vollen schöpfen. Teenager- Liebling Jannis Niewöhner darf viel nackte Haut und Muskeln zeigen und wirkt mit seinen blond gefärbten Haarspitzen eher wie ein Modell aus einem Sportmagazin, etwas deplatziert, wenn man bedenkt, dass Hesses (1877- 1962) erfolgreichstes Roman im Jahr 1930 angesiedelt ist.

Hesses Aussage, dass das Prinzip der Aufopferung für die Gemeinschaft und das einer ungebundenen Lebensführung einander bedingen, hat Stefan Ruzowitzky eindrucksvoll umgesetzt.

In weiteren Rollen: Henriette Confurius, Sunny Melles, Jessica Schwarz, André M. Hennicke, Kida Khodr Ramadan. Länge: 110 Min.

DIE PERFEKTE KANDIDATIN Start: 12.3.2020

Das „Mädchen Wajda“ (2012) war der erste arabische Spielfilm überhaupt, den die Drehbuchautorin und Regisseurin Haifaa Al Mansour, in Saudi-Arabien, einem Land ohne Kinos, offiziell drehen durfte. Eine kleine Sensation, in einem Land, in dem Frauen ein großer Teil des öffentlichen Lebens verwehrt ist und eine strikte Geschlechtertrennung herrscht. Der Publikumserfolg ihres Debüts, ermöglichte ihr, in den USA und England zu drehen. Mit ihrem Film „Die perfekte Kandidatin“ kehrt die in den USA lebende Regisseurin nun zurück in ihr Heimatland, in dem sich die Gleichberechtigung für Frauen etwas gebessert hat.

Maryam (Mila Al Zahrani) lebt mit ihrem Vater, einem Musiker und ihren zwei Schwestern in einer kleinen Stadt in Saudi-Arabien. Sie ist Ärztin und arbeitet in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses. Zu ihrem Alltag gehört es, dass sich hin und wieder männliche Patienten weigern, von ihr behandelt zu werden. Aber ein noch größeres Ärgernis, ist die unbefestigte Strasse vor der Einfahrt zur Klinik. Fußgänger, Sanitäter und Rettungswagen müssen sich durch Schlamm und Morast quälen.

Eigentlich möchte sie sich verändern. Sie bewirbt sich für eine bessere Stelle in Dubai, was wegen einer merkwürdigen Formalität und an der fehlenden männlichen Begleitung, scheitert. Man verweigert ihr die Reise. Vielleicht kann ein entfernter Cousin ein gutes Wort für sie einlegen. Doch er, ein Beamter, empfängt nur Kandidaten für die anberaumte Wahl des Stadtrates. Die mutige Ärztin zögert nicht lange und erklärt sich zur Kandidatin und will sich zur Stadträtin wählen lassen, um nicht mehr von männlichen Entscheidungen abhängig zu sein und die Asphaltierung der Strasse selbst in die Hand nehmen zu können. Mit der Hilfe ihrer Schwestern, organisiert sie eine Wahlparty und lädt die Frauen der Stadt dazu ein. Doch um zu gewinnen, braucht sie auch die Stimmen der Männer. Die Frauen treten eine Kampagne los, die nicht zu übersehen ist. Ihre Forderungen werden immer radikaler und furchtloser. Wenn sie schon, nach langem Kampf für ein eigenes Auto, in dem sie selbst hinter dem Steuer sitzen darf, dann will sie auch das Recht dazu haben , auf einer sanierten Strasse fahren zu können. Es sind nicht nur Frauen, die unter dem islamistischem System leiden. Auch Maryams Vater Abdulaziz, der populäre Musik spielt, wird von Fundamentalisten bedroht. Zwanzig Jahre hat es gedauert, bis er mit seiner Musiktruppe auf Tournee gehen konnte. Noch immer müssen sie bei ihren Konzerten mit Anschägen rechnen.

Mit grossem Einfühlungsvermögen und erzählerischer Kraft, ohne zu moralisieren, begleitet Al Mansour die junge Frau, die mit einer großartigen Würde, aller Kritik zum Trotze, ihren selbst gewählten Weg geht. Was Al Mansour auf keinen Fall will, einen deprimierenden Film über Frauen zu machen. Und genau das ist der Grund, warum sie nach Saudi-Arabien zurückgekehrt ist. Mit ihrem Film will sie dazubeitragen, dass Kultur und Kunst eine wichtige Funktion in der Entwicklung einer Gesellschaft sind. Ihr Film ist ein berührender Appell für Gleichberechtigung.

In weiteren Rollen: Khalid Abdulrahim, Shafi Al Harthi und Dae Al Hilali. Kamera: Patrick Orth.

Länge: 101 Min.

DER SPION VON NEBENAN Start: 12.3.2020 (Ein neunjähriges Mädchen tanzt einem CIA-Agenten auf der Nase herum)

Weil der CIA-Agent JJ (Dave Bautista) den Einsatz in der Ukraine gegen die Russen versaubeutelt hat, ist sein Boss David Kim (Ken Jeong) enttäuscht von Ihm. Sein russischer Akzent war denkbar schlecht, so das er spielend enttarnt wurde. Ihm blieb keine andere Wahl, als seine Gegner zu töten. Sein Auftrag, Informationen über Massenvernichtungswaffen zu bekommen, war somit gescheitert. Doch JJ bekommt eine zweite Chance. Er soll gemeinsam mit der Hackerin Bobbi (Kristen Schaal) nach Chicago reisen, um die alleinerziehende Mutter Kate (Parisa Fitz Henley) zu observieren, weil es sein könnte, dass sich der Bruder ihres verstorbenen Mannes bei ihr meldet. Beide waren in Paris in dreckige Geschäfte verwickelt und Kate ist mit iherer Tochter weggezogen. Doch es gibt schon wieder ein Problem:

Ihre neunjährige Tochter Sophie (Chloe Coleman) kommt den beiden Agenten auf die Spur, indem sie eine der installierten Kameras entdeckt, der Spur folgt und das ganze filmt und damit droht, das Video hochzuladen. Aber anstatt ihn auffliegen zu lassen, schlägt das clevere Mädchen ihm einen Deal vor. Sie hält ihren Mund, wenn JJ ihr sämtliche Tricks über das Spionieren beibringt. Um nicht endgültig rauszufliegen und ohne Job dazustehen, fügt sich der Muskelprotz und tanzt nach der Pfeife des ausgebufften kleinen Mädchens. Nach und nach wird die Beziehung dieses grossen und starken Mannes zu Mutter und Kind immer persönlicher. Und das macht richtig Spass mitanzusehen. Der Hüne (Bautista, der Ex-Wrestler) zeigt seine butterweiche Seite. Die Chemie zwischen Bautista und Chloe Coleman funktioniert bestens.

Regisseur Peter Segal ( „Die Mutprobe“, ,,Manhattan Queen“) hat diese spritzige, abgedrehte Agenten-Komödie mit viel Herz für seine Figuren gedreht. Einige Szenen werden untermalt mit Songs wie „Kalinka“ , „ 99 Luftballons“ oder „IWill Survive“, genau die Einstiegsszenen, in denen JJ seine Gegner niedermetzelt, zeugen von einer köstlichen Selbstironie. Wer Lust hat auf ein entspannendes Kinoerlebnis, bei dem man nicht viel nachdenken muss, ist hier genau richtig.

FÜR SAMA Start: 5.3.2020 (Eine erschütternde Dokumentation)

Die syrische Filmemacherin Waad al Kateab hat von 2012 bis 2016 in Aleppo ein Videotagebuch geführt, dass sie ihrer Tochter Sama gewidmet hat. Es ist das erschütternde Dokument eines Lebens im Ausnahmezustand. „Wir haben nie gedacht, dass die Welt so etwas zu lässt“ sagt sie an einer Stelle. Ihr Film beginnt, wie sie sich als Studentin den Demonstrationen gegen die brutale Diktatur Bashir al Assads anschliesst. Es ist eine Zeit des Aufbruchs und die jungen Leute sind noch voller Optimismus. Doch Aleppo wird immer mehr zum Ziel von Bombardierungen. Waad filmt weiter, während viele ihrer Freunde von Heckenschützen, Luftangriffen und Fassbomben getötet werden.

Waad heiratet ihren Freund Hamza, einen Arzt, der eines der letzten funktionierenden Krankenhäuser in Ost – Aleppo leitet. Ihre Tochter Sama (Himmel) wird geboren. Doch vom Himmel sieht das kleine Wesen wenig. Die meiste Zeit verbringen sie in Luftschutzkellern. Das erste Jahr in Samas Leben ist das Jahr der Entscheidungsschlacht um Aleppo. Das brutale Regime und seine Allierten schrecken vor keinem Gräul zurück, um die Rebellen zu vernichten. Es sind zutiefst erschütternde Bilder, die Waad in dem Krankenhaus und drum herum filmt. Acht von neun Krankenhäusern wurden zerstört, um die Menschen zu demoralisieren. Was sich in dem noch überbliebenen abspielt, ist kaum in Worte zu fassen. 890 Operationen in 20 Tagen. Blut, wo auch immer man hinschaut. Tote Kinder werden weggetragen, schmerzerfüllte Eltern bleiben zurück und umgekehrt. Einem der Ärzte gelingt es ein Neugeborenes, was keinen Puls mehr hat, wieder zum Leben zu erwecken. Was für ein Wunder in dieser Tragödie. Waad al- Kateab ist immer mit der Kamera dabei. „Dass ich das alles filme, gibt mir die Rechtfertigung, hier zu sein.“

„Für Sama“ ist ein Vermächtnis für ihre im Krieg geborene Tochter. Für den Fall, das Waad und ihr Mann den Krieg nicht überleben sollten, sollen ihr die Aufnahmen zeigen, warum ihre Eltern im Ostteil von Aleppo geblieben sind. Trotz aller Gräul, finden sich Spuren von Freude und Lebensmut. Unfassbares Leid und Lebensfreude liegen dicht beieinander. „Zu fliehen wäre ein schreckliches Vorbild für die Kinder“. Ihre Aufnahmen waren als Dokument eines Kampfes gedacht, ein Kampf für die Freiheit, ausschließlich für ihre Tochter. Nach ihrer Flucht entschied sie sich, zusammen mit dem britischen Dokumentarfilmer Edward Watts, einen Film daraus zu machen.

„Ich fühlte mich der Stadt, ihren Bewohnern und unseren Freunden gegenüber verpflichtet, ihre Geschichten so zu erzählen, damit sie nicht vergessen werden und niemand die Wahrheit dessen, was wir erlebt haben, verfälschen kann. Für mich ist es mehr als ein Film. Es ist mein Leben“.

Waad al-Kateab und Edward Watts wurden für ihren Film mit dem Emmy Award ausgezeichnet. Auf dem Festival von Cannes gewann FÜR SAMA 2019 den Prix L`Oeil d`Or für den besten Dokumentarfilm. Weitere Preise folgten. Im Januar 2020 wurde FÜR SAMA als bester Dokumentarfilm für den BAFTA und den Oscar nominiert.

LA VÉRITÉ- LEBEN UND LÜGEN LASSEN Start: 5.3.2020

Eine Diva spielt eine Diva.

Die französische Filmdiva Fabienne Dangeville (Catherine Deneuve) hat gerade ihre Memoiren veröffentlicht, in denen sie es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Als ihre Tochter Lumir (Juliette Binoche) eine Drehbuchautorin, die zur Buchpremiere mit Mann und Kind aus New York anreist, stellt sie fest, dass die Passagen in denen sich die Diva als hingebungsvolle Mutter bezeichnet, in keinster Weise mit den Erinnerungen an ihre Kindheit übereinstimmen. Fabienne versteht nicht, warum sich ihre Tochter so sehr über die geschönte Autobiografie aufregt. Was für sie zählt, ist die Wahrheit, die sich gut verkaufen lässt. Mit der Wahrheit ist es überhaupt so eine Sache. Wie weit Realität und Erinnerung auseinanderliegen, kann zu einer ganz persönlichen Täuschung führen und so kann die Erinnerung, die man oft für unfehlbar hält ein Konstrukt sein, um besser mit seinen Schwächen zu überleben und hat oft wenig damit zu tun, wie es wirklich war.

Das Fabienne sich auf ein Filmprojekt eingelassen hat, indem sie von einer jungen begabten Schauspielerin dargestellt wird, ist für die alternde Diva nicht leicht zu verkraften. Mit sichtlichem Vergnügen beschreibt Regisseur Hirokazu Koreeda („Like Father, Like Son“) die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Lügen und Täuschungen innerhalb dieser Familie, angesiedelt in einer Branche, in der es von Egozentrik kräftig knistert. Das Madame Deneuve noch längst nicht zum alten Eisen zählt, beweist sie in ihrer Rolle als kühle, in sich selbstverliebte Diva Fabienne Dangeville.

Es ist ein Vergnügen, den beiden französischen Filmikonen, Deneuve und Binoche, die hier zum erstenmal gemeinsam vor der Kamera stehen, zuzuschauen. Warum man Lumir einen Ehemann (Ethan Hawke) an die Seite gestellt hat, dessen Auftritte belanglos sind, kann man als Schwäche im Drehbuch abhaken.

DIE KÄNGURU – CHRONIKEN Start: 5. 3. 2020

Schon in seinen Büchern und Bühnenprogrammen hat der Kabarettist Marc-Uwe Kling das freche und spitzzüngige Beuteltier zu seinem Alter Ego gemacht. Nun wurde sein Bestseller „Die Känguru-Chroniken von Dani Levi verfilmt. Die Fans werden ihre helle Freude daran haben, denn zum Glück ist der Film nicht zum üblen Klamauk ausgeartet, sondern das anarchistische, antifaschistische und egoistische Tier ist sehr, sehr lustig und reiht sich wunderbar in die bunte Truppe der realen Figuren im Kreuzberger Milieu ein.

Marc-Uwe (Dimitrij Schaad), ein Berliner Kleinkünstler und Schlaffi mit Migränehintergrund staunt nicht schlecht, als ein Känguru vor seiner Tür steht und sich als neuer Nachbar vorstellt und sich Zutaten für Eierkuchen leihen möchte und einige Zeit später frech bei ihm einzieht und die Bude auf den Kopf stellt. Das dreiste Tier ist Kommunist mit einer Vorliebe für Schnapspralinen. Die natürlich komplett überzogene Rahmenhandlung mit Henry Hübchen als brauner Parteichef und Immobilienschwein, der einen gigantischen Hochhausturm in den Görlitzer Park bauen will und die alteingesessene Nachbarschaft nebenbei plattmachen will, hemmt das Gagfeuerwerk nicht im geringsten. Im Gegenteil, das Beuteltier gibt ihm kräftig Contra.

Liebevoll gezeichnete Nebenfiguren bevölkern den Kiez.Carmen-Maja Antoni, die berlinernde Wirtin von Hertas Eckkneipe, die ihre mehr oder weniger schlauen Sprüche zum besten gibt und deren Kunden schon tagsüber die Kneipe bevölkern und die von Türken geführten Spätis. Und dann die debile Nazitruppe, die sich schützend vor den Immobilienhai und seine schwangere Frau stellt. Eine zarte Romance gibt es auch. Marc-Uwe ist verliebt in die alleinerziehende Nachbarin Maria (Rosalie Thomas), weiß aber nicht, wie er es anstellen soll, ihr seine Gefühle zu offenbaren. Zum Glück gibt es das schnoddrige Vieh, das ihm zeigt, wie das geht. Und ein Hasenpfoten-Talismann spielt auch noch eine Rolle.

Herausgekommen ist ein politisch unkorrekter Anarchotrip, in dem ein Gag auf den nächsten folgt und das alte Berlin der Sechziger mit seinen Anti-Establishment Sprüchen wieder zum Leben erweckt.

Es mag durchaus sein, das dieses Anarchospektakel stark polarisiert. Man kann es ja nicht jedem recht machen.

Kamera: Filip Zumbrunn. Regie: Dani Levi („Alles auf Zucker“) In weiterenRollen: Bettina Lamprecht, Adnan Maral und Tim Seyfi. Länge: 93Minuten.