„BORG/McENROE“ (DUELL ZWEIER GLADIATOREN) Start: 19.10.2017

Wenn Borg eine Wand ist, dann ist Mcenroe ein Dolch. „5.Juli 1980, Wimbledon. John Mcenroe der Rüpel aus den USA gegen den kühlen Schweden, Björn Eis – Borg. Nie wieder hat es im Tennis eine derartige Rivalität gegeben, wie zwischen diesen beiden Spielern“. Das Grand Slam Turnier in London gilt als eins der grössten Sportereignisse weltweit. Es war eine Zeit, als aussergewöhnliche Sportler wie Rockstars gefeiert wurden. Der Däne Janus Metz lässt uns in seinem spannenden Bio-Pic, dieses einmalige Spiel noch einmal miterleben.

An dem jungen Borg, gespielt von Borgs Sohn Leo, klebte der Makel nicht richtig im Kopf zu sein. Er war damals der jüngste Spieler aller Zeiten. Stundenlang schlägt er wie ein Besessener den Ball gegen eine Garagenwand in seinem Heimatort in der Nähe von Stockholm. Wütend haut er seine Schläger kurz und klein. Er ist aufmüpfig und pöbelt, was das Zeug hält. Schwedens Sportfunktionäre wenden sich von ihm ab. Der Verbandstrainer Lennart Bergelin ( Stellan Skarsgard) erkennt sein unglaubliches Talent. Er führt Borg ( Sverrit Gudnason) mit strenger Pädagogik zum Erfolg. nach und nach lernt er, seine Ausbrüche zu kontrollieren. Mit 15 wird er Sieger er in einem Davis-Cup-Spiel. Von da an will er nur noch Eins: Gewinnen. Sein Widersacher Mcenroe, gespielt von Shia LaBeouf, wächst in einer lieblosen Familie auf. Seine wohlhabenden Eltern treiben den Jungen zu Höchstleistungen an. Er reagiert mit rüden Ausbrüchen und Wutanfällen, beschimpft Schiedsrichter und Publikum. Auch er will nur Eins: Gewinnen. Es stehen sich zwei „Alphatiere“ gegenüber, wohlwissend wie der Gegner fühlt und tickt. Gudnason, der dem wahren Borg zum verwechseln ähnlich sieht und LaBeouf, auch bekannt durch seine exaltierten Ausbrüche, sind brilliant besetzt. In aussergewöhnlich rasanter Schnitttechnik, wird man noch einmal Zeuge eines Wettkampfes der Superlative, spannender als jeder noch so brisante Krimi. Grossartig. Nach diesem Ereignis verabschiedete sich Borg vom „Tenniszirkus“. Aus Rivalen wurden Freunde.

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THE SQUARE START: 19.10.2017

Der Schwede Ruben Östlund hat schon mit seinem Film „Höhere Gewalt“ gezeigt, daß er es versteht, seine Protagonisten psychologisch zu durchleuchten. War es vor gut einem Jahr noch ein Familienvater, der sich in einem entscheidenden Moment als regelrechter Feigling und Egoist entpuppte, ist es in dem Cannes-Gewinner „The Square“ ein Kurator eines der grössten Museen Stockholms. Ein smarter Typ, der auf der sogenannten Sonnenseite des Lebens steht. In der bitterbösen und gleichzeitig amüsanten Satire , bleibt einem mehr als einmal das Lachen im Halse stecken. Es beginnt mit einer Szene, in der Christian (Claes Bang) auf der Strasse in einen bedrohlich erscheinenden Tumult gerät. Eine Frau schreit um Hilfe. Beherzt geht er dazwischen und bemerkt erst später, daß ihm sein Portemonnaie und sein Handy bei dem Gerangel gestohlen wurden. Um sein Handy zurückzubekommen, setzt er die Idee eines Freundes um, indem sie einen Packen Handzettel drucken und diese in sämtliche Briefkästen in einem Haus, gelegen in einem sozialen Brennpunkt, werfen. Die Ortung seines Handys macht es möglich. Sein Hintergedanke bei der brenzligen Tat: Die vermeintliche Bloßstellung des Täters. Diese Arroganz wird ihm später noch zum Verhängnis werden. Eine durchgängige Geschichte wird nicht erzählt. Man verfolgt Szene für Szene, in denen Östlund eine Gesellschaft mit all ihren Schwächen, Eitelkeiten, ihrer Konkurrenz, ihrer Scheinheiligkeit und ihrem teilweise absurden Kunstverständnis bloßstellt. Das Museum…. eine Karikatur. Im Mittelpunkt Christian mit einer neuen Idee: Einen symbolischen Ort zu etablieren, in Form eines simplen Quadrats ( The Square), ein Refugium für Fürsorge und Vertrauen, in dem sich alle untereinander helfen. Ein sündhaft teures Kunstprojekt. Also lädt man reiche Sponsoren zu einem Festbankett ein. Um den honorigen Gästen etwas zu bieten, findet eine aussergewöhnliche Gorilla- Performance statt, bei der allerdings sämtliche Grenzen des guten Geschmacks überschritten werden. Anfänglich noch mit Gelächter bedacht, bis sie zusehends ausser Kontrolle gerät……

Um das Kunstprojekt geschickt zu bewerben und eine starke emotionale Reaktion zu provozieren, werden entsprechende Leute engagiert. Auf einem YouTube-Clip wird ein bettelndes, blondes, obdachloses kleines Mädchen gezeigt, dem etwas Übles zustösst. Christian, der mit wichtigerem beschäftigt ist, schaut nicht so genau hin und gibt sein Okay. Es kommt zu einem Eklat……..

Ein Junge taucht auf. Wütend lauert er im Treppenhaus auf Christian. Er verlangt von ihm, sich bei seinen Eltern für den Drohzettel im Briefkasten zu entschuldigen, und weil das Kind keine Ruhe gibt, stösst er es die Treppe hinunter. Von schlechtem Gewissen geplagt, bemüht er sich um eine Entschuldigung. Der Skandal um das Video treibt ihn in die Enge. Bei einer Pressekonferenz versucht er sich herauszureden. Ein Pulk von Journalisten traktiert ihn mit Fragen zu seiner sozialen Einstellung. Irgendwie wollte er immer nur etwas Gutes aber ohne es zu wollen, schaffte er etwas Böses. Christian, ein Versager, wenn es um wirkliche soziale Verantwortung geht. Östlund nimmt den Zuschauer dahin mit, wo es wirklich ans „Eingemachte“geht und das tut weh. Dafür wurde „The Square“ in diesem Jahr zu recht mit der Goldenen Palme“ ausgezeichnet.

HAPPY END START: 12.10.2017

Die großbürgerliche Familie Laurent, Besitzer einer Baufirma, residiert in einem noblen Anwesen, nahe der Küste von Calais. In der pompös  ausgestatteten Villa fehlt es an Nichts. Sündhaft teure Gemälde schmücken die Wände, gespeist wird von feinstem Geschirr, riesige Sitzlandschaften laden zum Verweilen ein. Betreut und in Ordnung gehalten wird das Luxusobjekt von marokkanischen Hausangestellten. Doch der luxuriöse Schein trügt gewaltig. Tauschen möchte man mit keiner der dort anwesenden Personen, die in dem schlossähnlichen Palast, ohne einen Funken von Empathie und Wärme für nicht einen der zahlreichen Familienmitglieder, leben. Der unterkühlte Umgang untereinander, lässt einen zutiefst frösteln. Die 13-jährige Ève (Fantine Harduin) beschäftigt sich mit ihren Filmchen auf ihrem Handy-Video. Ihre Chat-Kommentare beklagen die Eiseskälte ihrer Mutter. Das emotional gestörte Kind füttert ihren Hamster mit Schlaftabletten. Als das Tier sich nicht mehr regt, richtet sich ihr Hass direkt gegen die Mutter. Sie mischt ihr verschiedene Tabletten ins Essen, woraufhin die Mutter ins Koma fällt. „Ich war fünf und da ist mein Bruder gestorben. Es war Scheisse“, vertraut sie ihrem Smart-Phone an. Daraufhin wird sie in der Familie Laurent untergebracht, in der ihr Vater mit seiner zweiten Frau lebt. Jetzt erfährt man, wie kompliziert und verworren Verwandtschaftsverhältnisse in dieser maladen Familie sind. Salopp gesagt, das Mädchen kommt vom Regen in die Traufe. Ihr Vater betrügt die zweite Frau, mit der er ein Baby hat, mit einer Geliebten, die auf besonderen Sexpraktiken steht, der Großvater (Jean-Louis Trintignant) versuchte sich mehrmals das Leben zu nehmen, die Madame des Hauses (Isabelle Huppert) versucht mit unlauten Mitteln und dem Beistand von Anwälten, einen Rechtsstreit wegen eines tödlichen Arbeitsunfalls in der Firma so hinzubiegen, dass die Abfindung gering ausfällt. Ausserdem steht das Bauunternehmen kurz vor der Pleite. Gerissen wie sie ist, verlobt sie sich mit einem Briten, der in London geschickt den rettenden Kredit zur Verfügung stellen soll. Der Einzige mit „gesundem Menschenverstand“ ist Pierre Laurent (Franz Rogowski) der nicht mehr in dem „Horrorhaus“ lebt. Ausgerechnet er, der sich gegen die masslose Heuchelei wehrt, der aus Verzweiflung trinkt, soll die Firma übernehmen. Natürlich ist er das Schwarze Schaf der Familie und wird von seiner Mutter mit rüder Autorität zurechtgewiesen. Man möchte fast Beifall klatschen, als er auf einer Familienfeier mit einer Gruppe afrikanischer Flüchtlinge auftaucht und die Bemerkung fallen lässt: „Das ist Jamila, unsere Sklavin. Sie ist ein wahres Gottesgeschenk“. Um die Contenance zu wahren, wird für die Flüchtlinge von Madame schnell ein Tisch freigemacht, sie dürfen an dem Essen teilnehmen.

Überhaupt, Pierre ist in dieser bitterbösen Farce, die einzige Figur, die berührt. Eine der bemerkenswertesten Szenen ist sein Auftritt in einer Karaoke Bar, in der er seine tragische Verlorenheit herzzerreißend zum Ausdruck bringt. Auch Ève ist eine traurige Gestalt, auch sie, ein Opfer von Lieblosigkeit, alleingelassen, ein Kind, was seinen Schmerz dem Smartphone in Form von Textnachrichten anvertraut, einem kalten Gerät, von dem sie keine Antworten bekommt. Wer Hanekes Filme kennt, weiss wie bitterböse sie sind und wie schwer zu verdauen.

Schon im „Weissen Band“ schaute er hinter die Fassade einer bürgerlich bigotten Familie. Noch heute erinnere mich schaudernd an „Funny Games“. Ein Horror, der mich tagelang nicht los liess. Nun „Happy End“, wo allein der Titel mehr als bitterböse ist. Auch wenn man etwas ratlos zurückbleibt, die „Eiseskälte“ spürt man noch Stunden danach.

WHAT HAPPENED TO MONDAY? START: 12.10.2017

2073. In nicht allzuferner Zukunft sieht es düster aus auf unserem Planeten. Es herrscht Überbevökerung und Lebensmittelknappheit. Die globale Regierung beschliesst drakonische Massnahmen. Was man in der Realität bereits aus China kennt, ist es unter Androhung strengster Strafen erlaubt, pro Familie nur noch ein Kind zu bekommen. Wer sich diesen Maßnahmen widersetzt, dem werden vom Kinder – Zuteilungsbüro, unter der strengen Leitung von Nicolette Cayman ( Glenn Close) die verbotenen Geschöpfe gnadenlos weggenommen, eingefroren, solange, bis sich die verheerenden Zustände wieder ändern. Eine Mutter, die es gerade noch schafft Siebenlinge auf die Welt zubringen, stirbt nach der Geburt, der Vater ist unbekannt. Der Großvater Terrence Settman (Willem Dafoe) nimmt sich der sieben Mädchen an und versteckt sie in seiner Wohnung. Er benennt sie nach den einzelnen Wochentagen. Von Monday bis Sunday. Die herangewachsenden Mädchen sehen alle aus wie Noomi Rapace. Das ist kein Zufall, denn sie werden alle sieben von ihr gespielt. Rapace, ist vielen Zuschauern bekannt als Lisbeth Salander aus Stieg Larssons „Millennium – Trilogie. Jede von ihnen darf nur an einem Tag in der Woche das Haus verlassen. Immer nur unter dem Namen Karen Settman. Wer sich draussen aufhält, trägt elektronische Armbänder, die von Kontrollorganen auf den Einzelkindstatus überprüft werden. Die sieben Geschwister verbringen ein Leben in der Illegalität. Der eintägige Ausflug nach draussen beginnt mit aufwendiger Schminkerei und der Einhaltung von körperlichen Gesten und Bewegungen, denn offiziell verlässt nur die Karrierefrau Monday das Haus. Doch eines Montags kommt Monday nicht zurück. Keiner weiss, ob ihr etwas zugestossen ist oder ob die Behörde dem verbotenen Spiel auf die Schliche gekommen ist. Die grandiose Verwandlungskunst von Rapace macht diesen Sci – Fi – Thriller zu einem visuellen Erlebnis. Die Charaktere der eineiigen Schwestern sind grundverschieden und jede von ihnen hat ein anderes Verhältnis zum Grossvater. Eine Mammutaufgabe für Rapace, die nicht nur darin bestand ihr Äusseres zu verändern, sondern auch die technischen Herausforderungen, die so einen Dreh begleiten, perfekt auszuführen. Nach ihrem plötzlichen Verschwinden liegt es nun an den sechs anderen, zu überlegen, was zu tun ist. Bis hierhin ist das gesellschaftskritische Drama durchaus sehenswert. Glenn Close, biestig böse und Willem Dafoe als besorgter und auch irgendwie überforderter alter Mann, glänzen in ihren Rollen. Dann entwickelt sich das Geschehen zu einem rasanten Actionkracher mit knallhart choreografierten Prügelszenen, in denen die Mädchen einem Bond das Wasser reichen können. Eine Verdichtung der klaustrophobischen Umstände und das, was sie mit der Familie macht, kommt leider etwas zu kurz.

Regie: Tommy Wirkola ( Hänsel und Gretel: Hexenjäger)

VORWÄRTS IMMER! START: 14.10.2017

Der Begriff Klamauk ist durchaus nicht immer negativ besetzt. In der Kömödie „Vorwärts Immer“, rückwärts nimmer (einer der Standardsätze Erich Honeckers), schlüpft Jörg  Schüttauf in die Rolle des DDR Chefs Honecker. 1989 Ost-Berlin. Der Schauspieler Otto Wolf (Jörg Schüttauf) steckt mitten in den Proben eines unerlaubten Theaterstücks „Vorwärts Immer“. Er sieht Honecker nicht nur zum Verwechseln ähnlich, auch sprachlich ist er kaum von ihm zu unterscheiden. Er ahnt nicht, dass seine Tochter Anne ( Josefine Preuß) ihre Flucht in den Westen plant. Auch das sie schwanger ist und das auch noch von dem Sohn seines Erzfeindes Harry ( Devid Striesow), einem Kollegen, mit dem er so einige Rivalitätskämpfe ausführt. Zusammen mit einem langhaarigen Typen, macht sich Anne auf den Weg zur Montagsdemonstration nach Leipzig, um sich mit seiner Hilfe einen gefälschten Pass für ihre Ausreise zu besorgen. Als ihr Vater davon erfährt, dass auf Befehl von Honecker Panzer gegen die Demonstranten eingesetzt werden sollen, hat er nur einen Gedanken: Er muss sich als falscher Erich in das Staatsratsgebäude schleichen, um den Befehl zurückzunehmen. Es ist wirklich komisch, ihn bei seiner Rede über Freiheit ohne Mauern zuzuhören und zuzusehen. Das sein Weg kein leichter ist und mit chaotischen Situationen gepflastert ist, ist äusserst vergnüglich inszeniert. Als er dann auch noch in der Datscha in Wandlitz landet und dem wahren Honecker und seiner Frau Margot gegenübersteht und deren Privatsphäre erheblich durcheinander bringt, ist der Spass perfekt. Als der wahre und der unwahre Erich darüber diskutieren, wer denn nun wer ist, sind es die feinen Töne, die dafür sorgen, dass der Spass nicht ins negativ Klamaukige abrutscht.  Es lebe der falsche „Honi“. Gut gemacht Schüttauf. (Und da er im Westen ersteinmal keine grossen Rollen angeboten bekam, geschah ein kleines Wunder: Das Angebot in die Rolle von Frau Merkel zu schlüpfen).

DIE NILE HILTON AFFÄRE START: 05.10.2017

Fares Fares lebt in Schweden, wurde 1973 im Libanon geboren. Bekannt wurde er mit dem Film“Jalla, Jalla“, eine schwedische Kultkomödie. Ausserdem kent man ihn aus „Die Erlösung“, „Schändung“ und „Erbarmen“. Er gehört zu den Schauspielern, dessen Gesicht man nicht so schnell vergißt. Nun spielt er den düster dreinblickenden, ziemlich wortkargen Polizisten Noredin in „Die Nile Hilton Affaire“. Kairo im Jahr 2011. Während draussen auf dem Tahir Platz eine Menschenmenge gegen das korrupte Regime Ägyptens auf die Strasse geht, ist es für Kommissar Noredin völlig normal, sein Gehalt mit Schmiergeldern munter aufzubessern. Schliesslich machen das alle Staatsdiener so. Da seine Frau bei einem Autounfall um`s Leben kam, verbeisst er sich um so stärker in seinen Beruf. Als im renommierten Hilton Hotel die Leiche einer jungen Sängerin gefunden wird, ist Noredin unter den Ermittlern. Schnell wird klar, dass der Mord an der jungen Frau vertuscht werden muss. Sie traf sich mit ihrem einflussreichen Liebhaber wiederholt zu einem Schäferstündchen. Kurzerhand wird der Mord zu einem Suizid erklärt. Damit gibt sich Noredin allerdings nicht zufrieden und ermittelt auf eigene Faust. Seine Aufmerksamkeit gilt Hatem Shafiq einem erfolgreichen Unternehmer, der natürlich mit der Familie des Präsidenten dick befreundet ist. Noredin macht sich mehr als unbeliebt. Die nötigen Hinweise bekommt er von der attraktiven Sängerin Gina (Hania Amar) einer Freundin der Ermordeten. Ein Skandal, in den einige von den hohen Herren verwickelt sind, muss vermieden werden. Noredin lässt sich nicht beirren. Trotz aller Betrügerein, besitzt er noch so etwas wie einen Funken Ehre.In dem durch und durch korrupten Polizei und Justizsystem ist es für Noredin keine leichte Aufgabe die Wahrheit ans Licht zu bringen und auch er gerät in mehr als eine unliebsame Situation. Letztendlich besticht Noredin selber. Es bleibt ihm keine andere Möglichkeit. Im Stil eines Film Noir hat Regisseur Tarik Saleh den packenden Polit – Thriller vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings gedreht. Internationale Premiere hatte der atmosphärisch fesselnde Thriller auf dem diesjährigen Sundance Film Festival,  wo er mit dem World Cinema Grand Jury Prize: Dramatic,  ausgezeichnet wurde.

UNTER DEUTSCHEN BETTEN START: 05.10.2017

Schon in Werner Herzogs Film „Salt and Fire“ war die schauspielrische Qualität von Veronica Ferres mehr als fragwürdig. Nun kommt ihr neuer Kinofilm auf die Leinwand, indem sie nicht nur die Hauptrolle spielt sondern auch als Produzentin in Erscheinung tritt. Einen Gefallen hat sie sich damit nicht getan. Das durchaus ernsthafte Sachbuch „Unter deutschen Betten“ als Vorlage für eine klamaukige Komödie zu wählen, in der es nicht einmal zum Schmunzeln reicht, ist schon fatal genug. Da ich die Pressevorstellung nach 30 Minuten verliess, kann ich nur erklären warum. Ferres, in der Rolle einer Schlagersängerin, mit der es rapide bergab geht, schlüpft in die Rolle einer Putzfrau. Ferres wollte nun mal zeigen, dass sie auch selbstironisch und komisch sein kann. Leider hat sie dabei nicht daran gedacht, dass man Selbstironie besitzt aber nicht spielen kann. Entweder man hat sie oder hat sie nicht. So bemüht sie sich wild grimassierend, mit aufgerissenen Augen und falschen Tönen auf Deibel komm raus komisch zu sein und ist es leider nicht. Jeder von uns weiss, wenn der Satz, er oder sie hat sich bemüht…. in einem Zeugnis steht…..was das wirklich heisst. Genau. Das war der Grund warum ich das Kino vorzeitig verliess. Ganz abgesehen davon….in den ersten 30 Minuten blieb mir schon das Lachen im Halse stecken und ich wusste genau, dass es nicht mehr besser wird. Brachialhumor ist einfach nicht mein Ding.