DIE WOLF- GÄNG Start: 23.1. 2020 (Kinderfilm)

Der 13-jährige Vlad ist mit seinem VaterBarnabas nach Crailsfelden gezogen, einer fantastischen Stadt, in der Trolle, Hexen, Feen, Zwerge und Vampire, wie Vlad und Barnabas friedlich zusammenleben. Es ist nicht so ganz einfach für Vlad in eine fremde Stadt zu kommen, in der man niemanden kennt. Aber er freut sich, dass er an der berühmtesten magischen Schule der Welt lernen darf. Doch gleich am ersten Tag passiert ihm ein Malheur. Beim Anblick eines Bluttropfens muss er sich vor versammelter Mannschaft übergeben. Er schämt sich in Grund und Boden. Ein Vampir, der kein Blut sehen kann, peinlich. Doch er steht nicht alleine da. Er freundet sich mit Faye, einer Fee mit Flugangst und Wolf, einem Werwolf mit einer Tierhaarallergie, an. Sie nennen sich die Wolf – Gäng. Merkwürdige Dinge passieren.Die Beamten der Stadt wurden durch Zombies ersetzt. Sie arbeiten genau so schnell, kosten aber nichts. Eine Prophezeiung hat die drei auserwählt, Crailsfelden vor finsteren Gestalten zu retten. Es handelt sich um eine geheimnisvolle Verschwörung im Dunstkreis des Bürgermeisters Louis Ziffer und seiner Sekretärin Frau Circemeier. Luzifer hat vor, zur 13. Stunde, alle friedlichen Fabelwesen wieder böse zu machen. Bürgermeister Louis Ziffer entpuppt sich als Luzifer.

Regisseur Tim Trageser („Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft“) bringt Wolfgang Hohlbeins Kinderbuchreihe „Die Wolf – Gäng“ ins Kino. Die Adaption erinnert mit seinen magischen Effekten an „Harry Potter“ Filme. Die Idee ist witzig und es gibt viele fantasievolle Momente.

DAS VORSPIEL Start: 23.1.2020 (Drama)

Das Psychodrama „Das Vorspiel“ lebt von seiner Hauptdarstellerin Nina Hoss. Sie spielt Anna Bronsky, eine überambitionierte, besessene Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie ist verheiratet und Mutter eines Jungen. Fast mütterlich setzt sie sich gegen den Willen ihrer Kollegen beim Vorspiel für die Aufnahmeprüfung des hypernervösen jungen Geigers Alexander (Ilja Monti), ein. Sie entdeckt bei ihm ein grossartiges Talent. Voller Ehrgeiz, getrieben von dem unfreiwilligen Verzicht auf die eigene Karriere, bereitet sie ihn auf die Zwischenprüfung vor. Er wird zur Projektionsfigur ihres Abbruchs einer eigenen Karriere. Ihr 10-jähriger Sohn Jonas (Serafin Mishiev), der auch an der Schule im Geigenspiel unterrichtet wird, entwickelt schwere Eifersuchtsgefühle. Ihre zunehmende Besessenheit wird zur Qual für ihre Familie, die sie mehr und mehr vernachlääsigt. Als Alexander sich ihren Anforderungen nicht mehr gewachsen fühlt, treibt sie ihn zu Höchstleistungen an. Als Ihr Kollege Christian, mit dem sie eine Affaire hat, sie überredet in einem Quintett mitzuspielen und sie schmerzhaft bei dem Konzert versagt, nimmt ihr Ehrgeiz, den schüchternen Alexander zum Bestehen der Zwischenprüfung, fast groteske Formen an. Für sein Gelingen ist sie bereit, jeden Preis zu zahlen.

Regisseurin Ina Weisse („Der Architekt“) zeigt Anna Bronsky als unruhige, unstete Frau, schwankend zwischen Hingabe und Versagensangst, deren Bezug zur Realität sich immer mehr auflöst und hinter ihrer Fassade, sich eine grosse Unsicherheit verbirgt.

Auf dem Filmfest in San Sebastian gewann Nina Hoss dafür den Darstellerinnenpreis. Sie spielt ihre ambivalente Frau mit grossem Einfühlungsvermögen.

Ganz anders ist die Rolle des Ehemanns und Vaters (Simon Abkarian) angelegt. Im Gegensatz zu Anna, ist die Zuneigung zu seinem Sohn nicht an Bedingungen geknüpft. Er lässt ihn frei wählen. Genauso geht er auch mit Anna um.Er sieht ihre Probleme, greift aber nicht ein. Jeder soll sein Leben selbst bestimmen. Zwang und Einschränkung liegen ihm fern. Er ist eine Art Fels in der Brandung, obwohl er durchaus sieht, welche Gefahr auf die Familie zukommt.

Eine grosse Rolle in diesem Drama spielt die Musik. Die Geigenschüler simulieren nicht, sondern spielen tatsächlich.selbst. Auch Nina Hoss hat das Geigenspiel für ihre Rolle gelernt.

Was den Film besonders macht, dass die Komplexität der Beziehungen nicht breit erkärt wird, sondern zwischen den Zeilen steckt. Kleine Gesten und Blicke können mehr erzählen, als Worte.

DIE WÜTENDEN – LES MISÉRABLES Start: 23.1. 2020

Der Filmtitel „Die Wütenden“ bezieht sich auf Victor Hugos Roman „Les misérables“ (Die Elenden) von !862. Viel geändert hat sich an den Lebensumständen der „Elenden“ bis heute so gut wie nichts.

Sommer 2018. Frankreich feiert den WM-Sieg. Aus allen Richtungen kommen die Menschen zusammen, um vor dem Arc de Triomphe das Ereignis zu feiern. Fröhlich mischen sich die Jugendlichen afrikanischer und maghrebischer Herkunft unter die Feiernden. Ihre Gesichter sind mit den Farben der Trikolore bemalt. Es sind die abgehängten der Gesellschaft, wohnhaft in der Pariser Banlieu, den Vorstädten der Stadt, in denen die Ärmsten der Armen wohnen. Zwischen den feiernden Franzosen haben sie für ein paar Stunden das Gefühl, dazuzugehören.

Doch schon am nächsten Tag ist ihr Alltag wieder geprägt von Armut und Gewalt.

Stéphane (Damien Bonnard) ist der Neuzugang im Spezialteam der Polizei, zugeordnet zum Anführer Chris (Alexis Manenti) und seinem Partner Gwada (Djebril Zonga), die keine Skrupel kennen. Er hat sich aus der Provinz nach Paris versetzen lassen, um in der Nähe seines Sohnes zu sein. Die Vorstädte und ihre Gewalt kennt er nicht. Schon gleich bei seinem ersten Einsatz bekommt der korrekte Polizist, der an Recht und Ordnung glaubt, die lauernde Gewaltbereitschaft zu spüren. Sie sind im Problemviertel Montfermeil unterwegs. Noch begreift er nicht, was ihn mehr schockiert. Die Gewaltbereitschaft überall im Viertel oder der Umgang seiner Kollegen damit, denn die folgen ihren eigenen Gesetzen. Noch ahnt er nicht, dass ihm der schlimmste Tag im laufe seiner Polizeiarbeit bevorsteht. Einer der Jugendlichen, Issa (Issa Perica) klaut ein Löwenbaby aus einem Wanderzirkus, das lebende Maskottchen von Zorro (Raymond Lopez), dem mächtigen Oberhaupt einer Zigeunerfamilie. Das Tier muss unbedingt gefunden und zurückgebracht werden. Schon allein aus dem Grund, dass die unterbezahlten Polizisten, die sich und ihre Familien durch Korruption über Wasser halten und ihre Finger überall im Spiel haben, ihr Gesicht wahren, in einem System von Geben und Nehmen. Ihr Verdacht fällt auf Issa. Bei der Verfolgung des Jungen, haben sie nicht mit der Solidarität und dem Widerstand der Jugendlichen gerechnet. Issa wird durch eine unbeabsichtigt ausgelöste Explosion einer Reizgaspatrone ins Auge getroffen und schwer verletzt. Einer der Jugendlichen hat alles von einem Dach aus mit einer Drohne gefilmt. Um an die Speicherkarte zu kommen, lassen Chris und Gwada alle Hemmungen fallen. Sie müssen ihre Tat vertuschen. Die Atmosphäre ist aufgeheizt. Der Hass spitzt sich immer mehr zu. Die Jäger werden zu Gejagten. Stéphane ist in der Zwickmühle. Er fragt sich, ob er seine Partner bei ihren fragwürdigen Methoden unterstützen soll oder nicht.

Regisseur Ladj Ly ist selbst in Montfermeil aufgewachsen. Seine jungen Darsteller hat er dort auf der Strasse gefunden. Die sozialen Spannungen bekommen dadurch eine beängstgende Authentizität. In mitreissenden Bildern schildert der Film die Armut, Kriminalität und Gewalt der Migranten und die Willkür der Polizei, in den Pariser Banlieu. Er zeigt, wie sich die unterschwellig brodelnde Wut gegen die Brutalität der Polizei entlädt. Eine Momentaufnahme über den Zustand der Pariser Vororte, geprägt von sozialer Ungerechtigkeit und einer Jugend ohne Chance. Hart und realistisch. In Cannes gewann der Film den „Preis der Jury“ und ist als französischer Kandidat für den Oscar nominiert.

JOJO RABBIT (Nazisatire) Start: 23.1. 2020

Der 10-jährige Jojo (Roman Griffin Davis) freut sich riesig. Er darf im Ausbildungslager der Hitlerjugend viele tolle Sachen lernen. Stolz trägt er seine Uniform. Als er ein Kaninchen töten soll, nimmt er Reißaus. Alle brüllen ihm hinterher: „Hasenfuss, Hasenfuss….“. Beim Granatenwerfen hat er sich selbst verletzt, hat Narben im Gesicht und fühlt sich hässlich. Jetzt darf er nur noch Propagandaplakate kleben. In Hitlers Wehrmacht ist kein Platz für Schwächlinge. „Du bist der treueste, kleine Nazi, den ich mir vorstellen kann“, tröstet ihn sein imaginäres Idol Adolf Hitler. Immer wenn Jojo nicht weiter weiss, hält er Zwiesprache mit Adolf. Sonst sind da noch seine alleinerziehende Mutter Rosie (Scarlett Johansson) und sein dicklicher Freund Yorki (Archie Yates), die ihn trösten, wenn er Kummer hat. Das seine Mutter sich im Widerstand engagiert, darf er nicht wissen, genau so wenig, wie die Tatsache, dass sie ein jüdisches Mädchen in der Dachkammer versteckt hält. Ihn durchzuckt es eisig, als das Mädchen Elsa (Thomasin McKenzie) plötzlich vor ihm steht. „Bist du ein Geist“ fragt er erschrocken. „Nein, etwas viel schlimmeres, ich bin eine Jüdin“. Bisher hat er nur schreckliche Dinge über Juden gehört. Sie sollen unsichtbare Hörner tragen und die Penisspitzen von Rabbinern als Ohsstöpsel benutzen und das die Judenkönigin an einem geheimen Ort ihre Eier ablegt.

„Was willst du jetzt dagegen tun, du süsses Hitlerchen“, fragt Adolf. Je öfter er auf Elsa trifft, desto klarer wird ihm, wer die wirklichen Übeltäter sind. Es entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden.

Jojos Fantasiefreund, der ihm ständig absurde Ratschläge erteilt, wird von Regisseur Taika Waititi gespielt. Sein Adolf ist ein dümmlicher Hanswurst. Ihm ist eine originelle Satire gelungen, die die Dummheit der Nazis mit bitterbösem Humor, zur Schau stellt. Ein Gemisch aus Ernst und Aberwitz, eine Geschichte über eine zerstörte Kindheit.

In weiteren Rollen: Sam Rockwell und Stephen Merchant. Nominiert für 6 Oscars.

DER MARKTGERECHTE MENSCH Start: 16.1.2020 (Dokumentation)

Der Dokumentarfilm von Leslie Franke und Herdolor Lorenz deckt anhand von Beispielen auf, wie in unserer neoliberalen Moderne von jedem erwartet wird, jeden noch so prekären Job zu akzeptieren, um geringe Rentenpunkte einzusammeln.

Es wird immer härter einen Job für`s Leben zu finden. Ein Beispiel von vielen ist H&M, deren Mitarbeiter sogenannte Flex-Arbeitsverträge vorgelegt bekommen, die beinhalten, für flexible Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen, was Arbeit auf Abruf bedeutet. Ein Problem im gesamten Textil-und Einzelhandel. Hinzu kommt, 90% der Verträge sind befristet und gelten meistens nur für ein Jahr.

Immer weiter verbreitet sich das sogenannte Crowd – Working, bei dem Menschen zu Hause isoliert vor ihrem Rechner sitzen, keinen sozialen Austausch mit Kollegen haben, ihre eigene Arbeitskraft sind und wenn ihnen das nicht gelingt, sind sie raus. Wer der Selbstoptimierung nicht gewachsen ist, hat sich das selbst zuzuschreiben, kann niemanden anders dafür verantwortlich machen und fühlt sich als Versager. In den seltesten Fällen wird das System dafür verantwortlich gemacht. Es geht nur noch um Profit und Wettbewerb. Am interessantesten und eindringlichsten, sind die Momente, in denen Betroffene zu Worte kommen. Es stellt sich die Frage, ob in dieser kapitalistischen Welt, kooperatives Wirtschaften überhaupt möglich ist. Die kapitalistische Profitmaximierung sorgt für Armut, Ungleichheit und Ausgrenzung. Der Film zeigt erschreckende Beispiele von Ausbeutung und Sozialdumping. Große Firmen lassen in Ländern produzieren, wie in Südosteuropa, wo es keine gewerkschaftlichen Zonen gibt und Menschen bis zum Umfallen ausgebeutet werden.

Inzwischen ist auch Äthopien ein Hotspot der globalisierten Wirtschaft. Schwerpunkt: Textilindustrie. Dort werden sogenannte Industrieparks gebaut, mit unmenschlichen Ergebnissen für die Arbeiter.

Weit verbreitet ist die Aufforderung, während der Arbeitszeit doch bitte Windeln zu tragen, um die Toilettengänge zu minimieren. Interessant und erschütternd, sind die Beiträge von Ärzten, die anschaulich schildern, was das bei Menschen physisch und psychisch auslöst.

Beschämend: Deutschland ist in Europa das Land, mit der zweitgrössten Vermögensungleichvertei- lung. 36 Milliardäre besitzen genau so viel, wie die ärmere Häfte der deutschen Bevölkerung. Wir haben in Deutschland den grössten Niedriglohnsektor in Europa.Was wir dringend brauchen ist eine Gemeinwohlökonomie. Eine Reihe von Firmen haben das erkannt und umgedacht. Einige davon werden hier vorgestellt. Für den einzelnen Menschen ist es unmöglich, sich aus diesen menschenverachtenden Bedingungen zu befreien. Nur gemeinsam kann man dieses Wirtschaftssystem ändern.

LINDENBERG! MACH DEIN DING Start: 16.1.2020 (Biopic)

UDO LINDENBERG, 1946 in Gronau (Westfalen) geboren, ist schon jetzt eine Legende und aus der deutschen Rock-Musik nicht weg zu denken. Lang, lang ist`s her, als ich ihn mit meinem 7-oder 8-jährigen Sohn in Heidelberg zum ersten mal auf der Bühne sah und begeistert war.

Nun sieht man den Theaterschauspieler Jan Bülow im Kinofilm „Lindenberg! Mach dein Ding“ und denkt, mensch, dit iss Udo, wie er leibt und lebt.

Regisseurin Hermine Huntgeburth nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die alte Bundesrepublik, in der wir erfahren, wie für Udo alles anfing.

Schon als 5-jähriger Junge schwören sich seine Mutter und er, für immer füreinander dazusein. Schon mit zwölf Jahren wusste er, dass er ein Trommler oder Musiker wird. Sehr zum Ärger seines Vaters Gustav (Charly Hübner), der ein Klempner war und behauptete „wir Lindenbergs werden Klempner und sonst nichts“.

Andererseits sehen wir den Vater, wie er betrunken seine Kinder nachts aus dem Bett holt und im Wohnzimmer Opernarien dirigiert. Er gehörte offensichtlich zu den Kriegsheimkehrern, die ihre Träume nicht verwirklichen konnten. Traurig.

Mit 15 haut Udo aus Gronau ab und ging nach Düsseldorf und arbeitete als Kellner. Mit 17 ging er nach Lybien. Als Drummer einer Band, die Musik für die dort stationierten US-Truppen machte.Wenn sie nicht auftraten, wurde aus langer Weile kräftig gesoffen. Zurück in Deutschland, trat er in Hamburg im Sexclub „Salambo“ als Drummer auf. Es war ein steiniger Weg, Suff, Abstürze und Demütigungen, bis er der wurde der er heute ist. Auch Frauen spielen eine wichtige Rolle in diesem Film. Die erste unerfüllte Liebe zu der Nachbarstochter, seine Kiezliebe und natürlich das Mädchen aus Ost-Berlin. Frauen, die sich später in seinen melancholischen Liedern wiederfinden.

1968 lernt er in Hamburg den Plattenmanager (Detlef Buck) kennen und besteht darauf, seine Texte in deutsch zu singen, sehr zum Ärger seiner Mitbewohner, für die Deutsch als Sprache der Täter gilt.

Eine wichtige Rolle spielt seine wechselvolle Beziehung zu seinem Bassisten Steffi Stephan (Max von der Gröben). Wenige Jahre später gründet er das Panikorchester.

Auch wenn sich die Zeit, bis es mit seiner Karriere endlich klappt etwas langwierig gestaltet, dem 23-jährigen Jan Bülow gelingt es, Lindenberg glaubhaft zu verkörpern ohne ihn zu imitieren und singen kann er auch. Ein biografischer Film, amüsant und tragisch.

1917 Start: 16.1.2020 (Nominiert für 10 Oscars)

April 1917, mitten im ersten Weltkrieg. Zwei britische Soldaten, Corporal Schofield (George McKay) und Corporal Blake (Dean- Charles Chapman) pausieren auf einer Wiese. Sie unterhalten sich über dies und das. Ihre friedliche Pause wird abrupt beendet, als sie den Befehl erhalten, einen wichtigen Brief ins Feindgebiet zu bringen, wo eine verbündete Einheit, kurz davor steht in eine Falle der Deutschen zu tappen. Alle Telefonleitungen sind gekappt. Bevor sie losmarschieren, werden sie von einem Offizier gesegnet. Ein Bataillon von 1600 britischen Soldaten, darunter auch Blakes Bruder, geraten in den tödlichen Hinterhalt, wenn die beiden, fast noch Kinder, den Brief nicht rechtzeitig überbringen. Es beginnt ein Wettlauf mit dem Gegner Zeit. Sie laufen durch kilometerlange Schützengräben, bis sie sich im Niemandsland befinden. Weiter geht`s vorbei an verwesenden Leichen, die von Ratten und Krähen angefressen werden, Pferdekadavern, und abgebrannten Bäumen, stets ist die Kamera den beiden Boten auf den Fersen. Ertragen müssen sie das skelettierte Antlitz eines im Stacheldraht hängenden Landsers und weiteres Grauen.

Hinter der Kamera Roger Denkins, der schon bei Regisseur Sam Mendes in „Skyfall“ die Kamera geführt hat. Oscar-Preisträger Mendes („Amrican Beauty“) hat das Kriegsdrama nach Erzählungen seines Großvaters, der im Ersten Weltkrieg gedient hat, als Vorlage genommen und mit fiktiven Elementen erweitert. Mendes hatte die brilliante Idee, die Heldengeschichte der beiden Soldaten in Echtzeit zu erzählen, ohne erkennbare Schnitte, das einem den Atem nimmt. Man ist beim Zuschauen schmerzhaft und hautnah bei der gefährlichen, 24-stündigen Mission dabei, als stünde man selbst an der Front.

Ein Kinoerlebnis, erschütternd und intensiv. Die riesigen, verwinkelten Schützengräben wurden eigens für den Film in England ausgehoben. Nominiert für 10 Oscars.