THE DISSIDENT (Dokumentarthriller, in dem die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi rekonstruiert wird) Ab 16.April als Online-Video (EST), ab 23.April als TVoD)

Ein Dissident ist jemand, dessen Ansicht von einer politischen oder staatlichen Ideologie abweicht und seine Kritik öffentlich kundtut.

Der Journalist und Regimekritiker Jamal Khashoggi setzte sich für eine gerechtere, offene Gesellschaft in seinem Heimatland der Ölmonarchie Saudi-Arabien ein. Am 2.Oktober 2018 wurde er im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet. Es war der Tag, an dem er die Dokumente für seine bevorstehende Hochzeit abholen wollte. Von seinem Leichnam fehlt bis heute jede Spur.

Der Dokumentarthriller von Bryan Fogel („Ikarus“) porträtiert das lebensgefährliche Engagement des „Washington Post“ Journalisten und liefert erschütternde Einblicke in ein Regime, in dem die Mächtigen, Kritiker zum Schweigen bringen. Die Führung des islamisch-konservativen Königreiches räumte nach langem Zögern den Mord auf internationalen Druck ein.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salmann verspricht, den Extremismus zu bekämpfen. Aktivisten und Regimekritiker wurden mundtot gemacht. Daraufhin verließ Khashoggi das Land und ging in die USA. Er mußte so handeln, um weiterhin seine Stimme zu erheben. Die einzige Waffe die er hatte, waren seine Worte. Dort lernt er seine Verlobte Hatice Cengiz kennen, die Frau, die am 2.Oktober 2018 vergeblich auf ihn wartet.

Fogel deckt auf, dass jeder, der in den USA regimekritisches Material twittert, vom saudischen Geheimdienst identifiziert wird. Die saudische Führung macht aus Twitter ein Monstrum, eine Propagandamaschiene. 80 Prozent der Saudis nutzen Twitter. Besonders für Aktivisten ist Twitter weltweit unentbehrlich. Als Antwort darauf hat „MBS“, wie der Kronprinz auch genannt wird, seine Cyberarmee aktiviert, um die Nachrichten zu manipulieren und Khashoggi zum Dissidenten ernannt.

15 hochrangige Staatsbeamte aus Saudi- Arabien waren an dem perfide ausgeklügelten Mord beteiligt. Es existiert brisantes Audiomaterial, Aufzeichnungen aus dem Hotel, die den Mord akustisch dokumentieren. Es stockt einem den Atem bei den Geräuschen seines Todeskampfes. Erst am 15. Oktober 2018 durfte man mit Genehmigung des türkischen Geheimdienstes, Spuren des Verbrechens sichern.

„Eine eigene Meinung zu haben gilt in Saudi-Arabien als Verbrechen“. Das bekommt auch der Aktivist Omar Abdulaziz, ein Freund von Jamal zu spüren. Vom kanadischen Exil aus kämpft er mit einer kleinen Gruppe gegen das Königreich. Auch er musste um sein Leben fürchten. Er erfährt, dass zwei seiner Brüder im Gefängnis sitzen und gefoltert werden. Trotz seiner Verzweiflung gibt er nicht auf und tut alles dafür, dass gegen „MBS“ ermittelt wird.

„Erst jetzt hat das Büro der neuen US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines einen Bericht in Washington veröffentlicht, in dem „MBS“ die Operation zur Gefangennnahme oder Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi, nach Einschätzung des US-Geheimdienstes genehmigt hat. US-Außenminister Antony Blinken kündigte an, Einreisebeschränkungen für 76 Bürger Saudi- Arabiens zu verhängen. Auch das US- Finazministerium erließ Sanktionen gegen mehrere Personen, darunter den früheren Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Asiri, der Anführer der Operation gegen Khashoggi gewesen sei. Der Kronprinz selber wurde von Sanktionen verschont“. (Quelle: Tagesspiegel) Ich fürchte, dass wird auch so bleiben, solange die Welt saudisches Öl kauft.

Der aufwendig gedrehte Film vermittelt erschreckende Einblicke in ein internationales Verschleierungsmanöver und deckt auf, dass niemand seines Lebens sicher sein kann, wenn man es mit den Machthabern dieser Welt aufnimmt.

USA 2020. 118 Minuten. D. Omar Abdulaziz, Hatice Cengis, John O. Brennan, Fred Ryan, David Kaye, Mohamed Soltan, Kamal Khashoggi

SZENEN MEINER EHE (Am 8.4.startet Katrin Schlössers Dokumentarfilm über ihre eigene Ehe mit Lukas Lessing als Deutschlandpremiereexclusiv auf Kino-on-Demand. Am Freitag , den 9.4.2021 um 20:00 findet ein Gespräch statt, an dem sich auch das Publikum mit Fragen beteiligen kann. Live aus dem Toni Kino Berlin. Katrin und Lukas sind anwesend. Moderation: Knut Elstermann

Bei dem Titel von Katrin Schlössers Dokumentarfilm „Szenen meiner Ehe“ fallen einem sofort der Film und die 6-teilige Serie von Ingmar Bergmans „Szenen einer Ehe“ ein, in denen er mit analytischer Schärfe eine Ehe seziert.

Katrin Schlösser und der Österreicher Lukas Lessing trafen sich bei einer Wohnungsbesichtigung.Obwohl beide in einer Beziehung lebten, war es Liebe auf den ersten Blick, aus der sich eine kurze Affaire entwickelte. Beide Beziehungen zerbrachen. Wie der Zufall es will, trafen sie sich nach 10 Jahren wieder, waren nun frei,zögerten nicht lange und heirateten. Lukas lebt und arbeitet im österreichischen Burgenland, Katrin in Berlin. Katrin fasste einen mutigen Entschluss und drehte mit der Kamera ihres IPhones Szenen ihrer Ehe, Momente der Beziehung, in denen sie sich Fragen stellen wie und wo sie leben wollen, was ist er für sie, was ist sie für ihn, wie wollen sie Sex haben und ihre gegenseitigen Befürchtungen. Schonungslos sprechen sie über intimste Dinge, wie zum Beispiel: Ihren Schwangerschaftsabbruch. Unterbrochen werden ihre Gespräche, in dem sie Momente ihres Alltags zeigen oder lassen ihre Eltern von ihren Erfahrungen erzählen. Überall ist die Kamera dabei, die ausschliesslich von Katrin geführt wird. Auffällig ist, dass sich Lukas oft im Bett filmen lässt. Vielleicht ein Ort, in dem er besonders entspannt reden kann. Es gibt kurze Momente, da hat man das Gefühl, dass Katrin das Zepter in der Hand hat. Das manche Bilder unscharf sind und der Ton nicht immer verständlich, verzeiht man diesem mutigen Heimvideo gerne. Die schonungslose Offenheit mit der beide vor der Kamera Selbstreflektion, Egoismen und auch Irritationen zeigen und damit den Zuschauer zum Voyeur machen, verdient höchste Anerkennung. (Länge: 94 minuten)

NEUBAU (Max Ophüls-Preis 2020) Jetzt, im April zu sehen in der queerfilmnacht, (www.queerfilmnacht.de)

Sommer in der Brandenburger Provinz.

Der queere Markus (Tucké Royale) lebt in seiner kleinen Neubauwohnung unweit von seiner Oma Alma (Jalda Rebling) und ihrer Freundin Sabine (Monika Zimmering) in der Uckermark. Seine Koffer sind so gut wie gepackt, denn er ist hin-und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Großmutter und seiner Sehnsucht nach Berlin. Die beiden pflegebedürftigen Frauen sind seine Familie. Seinen Vater hat er nicht gekannt und seine Mutter ist früh gestorben. Besonders rührend kümmert er sich um die demente Sabine, während Alma nur ab und zu geistige Ausfälle hat.

Er jobbt auf einer Straußenfarm, wandert ziellos umher, meistens mit der Bierflasche in der Hand, geht schwimmen im See und beobachtet Duc ((Minh Duc Pham), einen jungen Vietnamnesen.

Auch wenn auf seiner Jeansjacke Hero steht, so ist das genau so ein Traum, wie die bunten, diversen, ausgelassenen jungen Leute, die ihm in seinen Tagträumen begegnen und zu denen er so gerne gehören würde. Sein einziger Kontakt sind die beiden alten Menschen. Seine Einsamkeit macht deutlich, was für ein Opfer er bringt.

Es ändert sich, als er endlich auf Duc zugeht und ihn anspricht. Duc, der schon fünf Jahre in Berlin gelebt hat, hat im Gegensatz zu Markus, ein Heimatgefühl in der Provinz gefunden und arbeitet als Fernsehtechniker. Jetzt, da Markus Duc näher gekommen ist, fühlt sich das langweilige Leben schöner an, als es bisher war.

Oma Alma ist gestorben. Sabine gibt Markus einen Brief von seiner Mutter, der nie abgeschickt wurde und den sie für ihn hinterlassen hat. Markus weint. Er findet Trost bei Duc, den er fragt, ob er mit ihm nach Berlin kommt…….

Johannes Maria Schmit über seinen Film:

„Der vorliegende Film ist der Versuch einer Übersetzung ohne Verallgemeinerung. Er bemüht sich die Lebenswelt einer sehr besonderen Figur in allen Aspekten sichtbar zu machen, ohne gleichzeitig den Abgleich mit einer dazu in Konflikt stehenden Norm zu suchen. Nach Möglichkeiten haben wir das Genre des Coming-out-Dramas umschifft und statt dessen versucht, Menschen auf dem Land in konkreten Beziehungen und in immer neuen Alltagen zu zeigen. Inspiriert von der Zeitlichkeit der Landschaft, in der der Film spielt, werden Wendepunkte entsprechend nicht scharfkantig dramatisiert, sondern gleichsam sanft von Hügel zu Hügel getragen. Commitment und Fürsorge sind die ethischen Werte innerhalb der Erzählung, die dieser Erzählung zu Grunde liegt.

Einen Lebensentwurf wie den der Hauptfigur mit Selbstverständlichkeit zu erzählen ohne wiederum dessen Prekarität zu unterschlagen, scheint mir die dramaturgische wie politische Herausforderung der Stunde“.

Regisseur Schmit und Drebuchautor und Hauptdarsteller Royale bezeichnen die Geschichte des Markus als Heimatfilm. Beide kommen vom Theater. Sie zeigen in ihrem Debüt, was Heimat für Markus bedeutet, warum er bleibt und warum es ihn weglockt.

Und er ist doch ein Held. Er stellt seine eigenen Wünsche zurück, um seine Familie hilfreich zu unterstützen. Und was den Begriff Heimat betrifft: Nicht ohne Grund ist auf seiner Brust das Wort OST tätowiert.

Tucké Royale erhielt für sein Buch und Schauspiel den Preis für den gesellschaftlich relevanten Film.

Länge: 81 Minuten.

DIE HÜTTE AM SEE (Schwules Liebesdrama) Finnland/Großbritannien finnisch-englische OV mit deutschen Untertiteln. 107 Minuten. IM Salzgeber Club und auf DVD.

Leevi studiert in Paris Literaturwissenschaften. Eigentlich müsste er in den Sommerferien seine Abschlussarbeit über Arthur Rimbaud und dem finnischen Dichter Kaarlo Sarkia schreiben. Statt dessen hilft er seinem Vater bei der Renovierung des alten Ferienhauses, was danch verkauft werden soll. Schon bei der gemeinsamen Autofahrt zur Hütte am See, hört man im Gespräch heraus, dass sein Vater Jorgo vom Schwulsein seines Sohnes nichts wissen will. Vielmehr interessiert ihn, wann Leevi denn nun endlich seinen Wehrdienst leisten will. Jorgo vertritt noch die Meinung, dass erst dort, Jungen zu richtig Männern werden. Auch hört er weg, als Leevi ihm erzählt, dass er in Paris mit Freunden in einer Wohngemeinschaft im Quartier Latin lebt. Kaum angekommen, fangen sie auch schon mit den Renovierungsarbeiten an. Von den handwerklichen Fähigkeiten seines Sohnes ist Jorgo nicht sehr überzeugt.

Der syrische Flüchtling Tareq taucht auf. Er wurde Jorgo als Hilfskraft empfohlen. Die Verständigung ist nicht ganz einfach , da Tareq nur englisch spricht. Eine Tatsache, die Jorgo mürrisch hinnimmt. Leevi erklärt Tareq, dass sein Vater immer so mürrisch ist. „Es hat nichts mit dir zu tun“.

Als Jorgo erfährt, dass Tareq Architektur studiert hat, taut er etwas auf und erzählt, dass er das Ferienhaus ganz alleine gebaut hat. Ein flüchtiges Lächeln erhellt sein Gesicht, als Tareq ihn dafür lobt.

Jorgo muss für einige Stunden weg. Leevi und Tareq geniessen die Stlle am See. Leevi erzählt über die Schwierigkeiten, die er mit seinem Vater hat und von der Freiheit, die er in Frankreich geniesst.

Jorgo ruft an, um zu sagen, dass er erst morgen kommt. Jetzt bleibt den beiden viel Zeit, um mehr voneinander zu erfahren und festzustellen, dass ihre Beweggründe zur Flucht sehr ähnlich sind, denn Leevi floh wegen der konservativen Einstellung seines Vaters nach Frankreich.

Tareq stöbert in der Plattensammlung von Leevis Eltern und legt Musik auf. Die Atmosphäre wird intimer. Die jungen Männer kommen sich körperlich immer näher.

Hektisch räumt Leevie die Spuren ihrer Liebesnacht weg. Jeden Moment kann sein Vater auftauchen. Für die beiden Männer wird es schwierig, ihre Gefühle für einander zu verbergen. Jorgo muss nochmal weg. Tareq und Leevi gehen sehr zärtlich und liebevoll miteinander um. Nach langer Zeit geniesst auch Leevi wieder die herrliche Natur, die sie umgibt. Eigentlich wollte er nie wieder zurückkehren. Er wollte immer weglaufen. Als sein Vater wieder da ist, eskaliert die Situation. Auch Tareq wird mit einem familiären Problem konfrontiert, dass ihn vor eine schwierige Entscheidung stellt.

Das eindringliche und hingebungsvolle Spiel der beiden Hauptdarsteller, Leevi (Janne Puustinen) und Tareq (Boodie Kabbani) geht tief unter die Haut.

Das schwule Liebesdrama ist das Spielfilmdebüt des in London lebenden Regisseurs Mikko Makela.

In der Rolle des Vaters: Mika Melender

DEINE FARBE (Drama) AB 22. Februar 2021 auf Amazon Prime

Die Regisseurin Maria Diane Ventura („Awaken“) begann den Film zu schreiben als sie noch in Manila wohnte und von einem besseren Leben träumte.

„Ich dachte: Wenn ich wegziehe, verschwinden all meine Probleme und Leiden auf magische Weise“. Sie wanderte mit 20 in die Staaten aus.

Ihre Immigrationserfahrungen werden in DEINE FARBE in ein spanisches Setting übersetzt und entlang der Geschichte zweier deutscher Jungen erzählt.

Karl (Jannik Schümann) und sein dunkelhäutiger Freund Albert (Nyamandi Adrian) („Treibes of Europa“) leben in einem langweiligen Kaff , sind allem überdrüssig. Karls Eltern sind wohlhabend und er denkt mit Grausen an die Erwartungen, die sie an ihn stellen. Albert lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen, die ihm ständig vorwirft, ein Looser wie sein Vater zu werden. Es ist eine Art Hassliebe, die ihn mit seiner Mutter verbindet. Beide Jungen träumen davon, mit ihren selbstgedrehten Videos, in denen sie über ihren Alltag und ihre Gefühle sprechen und die sie im Netz hochladen wollen, eines Tages, einen richtigen Film zu drehen. Doch dann hat Albert die Idee, Deutschland zu verlassen, um Sonne, Sex und Drogen zu geniessen. Sie hauen ab nach Barcelona und erleben das Gefühl von Freiheit und Selbstverwirklichung. Karl hat eine Wohnung gemietet und einen Job gefunden. Doch bald zeigen sich die ersten Wolken am strahlenden sonnigen Himmel. Sie stellen fest, dass das Leben auch hier nicht so einfach ist, wie sie es sich vorgestellt haben. Die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede ihrer beider Leben, führen immer häufiger zu Streitereien. Karl ist es leid, finanziell für alles aufzukommen. Das Albert keinen Job findet, schiebt er auf seine Hautfarbe. Für Karl war es ein Leichtes , sich an die Umstände in ihrer neuen Umgebung anzupassen, während Albert mit seinem freiheitlichen Denken mit den Anforderungen der neugewonnenen Selbstständigkeit nicht klar kommt. Karl bemerkt nicht, mit welchen Problemen Albert zu kämpfen hat. Albert zieht aus und findet Unterschlupf bei einem Drogendealer und Junkie. Noch immer träumt er davon, die Videos hochzuladen, die sie beide und auch er allein gemacht haben. Er ist immer noch überzeugt, dass sie berühmt werden. Er verlässt für kurze Zeit Barcelona . Er muss sich in Deutschland um das Begräbnis seiner Mutter kümmern. Wieder zurück, überlegt er, auf die Kunsthochschule zu gehen. Die innige Freundschaft der beiden, hat längst einen schmerzhaften Riss, der nichts Gutes ahnen lässt. Falscher Stolz und auch Angst hindern Albert, Karl um Hilfe zu bitten.

(Deutschland, USA, Spanien, Philippinien. 2020, 81 Minuten Deutsch/ Englisch)

EIN FISCH,DER AUF DEM RÜCKEN SCHWIMMT ( Aus Anlass des internationalen Frauentages am 8.März 2021 zeigt missingFilms in einer exclusiven Kino on Demand Aktion dieses Drama über eine ménage á trois. Ergänzt wird das Streamingangebot durch ein Filmgespräch mit der Regisseurin Eliza Petkova und Linda Söffker (Leitung Berlinale Sektion Perspektive Deutsches Kino, wo der Film 2020 seine Premiere feierte.

Ein schönes Haus, ein vegetationsreicher Garten, ein Pool. Eine junge Frau tanzt glücklich im Regen. Es wirkt alles sehr idyllisch. Doch der Schein trügt. Andrea ist erst vor kurzer zeit hier eingezogen. Sie ist die Geliebte von Philipp, dessen Frau Hannah plötzlich im Schlaf gestorben ist.

Sein etwa 19-jähriger Sohn Martin hat den Tod seiner Mutter noch nicht überwunden. Er reagiert aggressiv auf Andrea, die mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit durch Haus und Garten schlendert und mit unverzagter Freundlichkeit auf ihn reagiert. Sie ist verspielt und offen, voller Energie. Ab und zu arbeitet sie in einer Einrichtung mit Kindern, die das Down-Syndrom haben. Sie singt mit ihnen und sorgt für Kreativität. Mehr erfährt man nicht über sie. Als Philipp und Martin sich Geschichten aus der Vergangenheit erzählen und sie bitten auch eine Geschichte aus ihrer Kindheit zu erzählen, antwortet sie, dass sie keine Vergangenheit habe. Die Situation hat sich geändert. Andrea, Philipp und Martin bilden eine Ménage á trois. Auch Martin hat sich in Andrea verliebt. Da Philipp oft auf Geschäftsreise ist und tagsüber arbeitet, haben beide das Haus und den Garten für sich. Eine subtile Spannung baut sich auf. Der jungen Haushälterin Nayda bleibt das Geturtel zwischen den beiden nicht verborgen. Nun wird die Situation brenzlig. Welche Rolle spielt Nayda? Aus Angst, das Geheimnis könnte auffliegen, sorgt Martin mit einer Lüge dafür, dass sein Vater sie entlässt.

In diesem Liebesdreieck aus Sehnsüchten und Ängsten bleibt offen, wer was von wem weiss. In der Psychologie spricht man vom Ödipuskonflikt. Dabei handelt es sich um eine konflikthafte Konstellation in einem Dreieck.

Ist Philipp wirklich völlig arglos, als er seinen Sohn mit dem beiläufigen Satz konfrontiert: „Seit Andrea bei uns ist, geht es uns beiden gut“.

Bei einem ausgelassenen Wochenendausflug, an dem auch Martins Freund Jens teilnimmt, spitzt sich die Lage zu.Das Drama, das so reizvoll beginnt, mündet in ein tragisches Ende und verstärkt die mystische Aura, die Andrea umgibt, aber einen nicht wirklich berührt. Die Beweggründe, die Andrea`s Handeln begleiten, bleiben im Dunkeln und lassen den Zuschauer ratlos zurück. Doch genau diese Ratlosigkeit sorgt dafür, dass der Film länger im Gedächtnis bleibt und zum interessanten Rätselraten führt, nach dem Motto: „Stille Wasser sind tief“. Wieso? Warum? Weshalb?

Regie: Eliza Petkova Darsteller: Nina Schwabe, Theo Trebs, Henning Kober, Anna Manolova, Mártón Nagy, Leon Ullrich

KLEINES MÄDCHEN O.T. PETITE FILLE Dokumentation. Ab 18.2.2021 als Video on Demand im Salzgeber Club (FR 2020, O.V. mit deutschen Untertiteln)Porträt über ein achtjähriges Trans-Mädchen.

„Kleines Mädchen“ ist das berührende Porträt des achtjährigen Trans- Mädchens Sasha und ihrer Familie. Als ihre Mutter sie fragte, was sie denn mal werden will wenn sie groß ist, antwortete sie: „Ein Mädchen“. Schon als vierjähriger Junge ahnte sie, dass sie ein Mädchen ist, auch wenn sie als Junge geboren wurde.

Die ganzen Jahre macht sich Sashas Mutter Karine Vorwürfe. Immer wieder hat sie Tränen in den Augen, besonders wenn sie der für Transgender- Kinder spezialisierten Psychologin erzählt, dass sie sich während ihrer Schwangerschaft ein zweites Mädchen wünschte und es mit ein Grund dafür sein könnte, dass sie den Jungen unbewusst beeinflusst hat. Es tut ihr gut, endlich über ihre Schuldgefühle reden zu können und zu erfahren, dass Kinder schon mit drei oder vier Jahren eine gute Selbstwahrnehmung haben und man sie ernst nehmen sollte. Der Kampf um ein möglichst glückliches Leben für ihr Kind ist schwer genug, da große Teile der Gesellschaft immer noch in einem biologischen Junge-Mädchen -Denken verhaftet sind.

Die besondere Leistung dieses Films ist, die Behutsamkeit und Vorsicht, mit der sich Sébastian Lifshitz den intimen Momenten der Familie mit der Kamera nähert und das Vertrauen, das sie ihm entgegen bringt.

In der Schule hat Sasha es nicht leicht. Als die Psychologin sie danach fragt, bricht sie in Tränen aus. Karine bittet die Psychologin um eine Bescheinigung für den Rektor, in der ihm klar gemacht wird, Sashas Mädchenwunsch endlich zu akzeptieren und sie als Mädchen zu behandeln. Für sie ist es ganz wichtig, das 3. Schuljahr als Mädchen zu beginnen und nicht die Schule wechseln zu müssen. Sie soll in der Schule genau so glücklich sein wie zu hause.

Wenn in den Papieren nicht männlich stehen würde, würde niemand merken, dass sie kein Mädchen ist.

Wie eine Löwin um ihr Junges, kämpft Karine darum, dass ihr Kind so sein darf, wie es sich fühlt. Auch Sashas Vater und ihre Geschwister lieben sie so, wie sie ist.

Es macht Freude mitanzusehen, wie Sasha ihre Jungenklamotten aussortiert und es endlich wagt , in der Öffentlichkeit Mädchenkleidung zu tragen. Auch in der Schule gibt sie sich endlich als Mädchen zu erkennen und lädt zum ersten Mal eine Freundin zu sich ein. Mit ganz normaler Selbstverständlichkeit trägt sie am Strand ihren kleinen Bikini.

Die Ferien sind zu Ende. Hat sich beim Rektor und dem Lehrerkollegium etwas geändert?

Bei der Psychologin ist Sasha ganz entspannt. Glücklich erzählt sie, dass sie die „Feuerprobe“ bestanden hat.

Nur die neue russische Ballettlehrerin erlaubt es nicht, dass Sasha von jetzt an als Mädchen am Unterricht teilnimmt. Die Begründung: „So etwas gäbe es in Russland nicht“.

Noch hatte Sasha mit transphoben Menschen kaum Berührung und erfährt Schutz und Liebe in ihrer Familie. Zuhause hat sie geweint und sich gefragt, ob der Kampf überhaupt lohnt.

Über ein Jahr hat Sébastian Lifshitz die Familie liebevoll begleitet. Er hat die Erfolge wahrgenommen aber auch die Niederlagen. Ihm war es wichtig zu zeigen, was Transidentität sei. Sie entsteht nicht erst in der Pubertät und hat auch nichts mit Sexualität zu tun und wie bedeutsam es ist, die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Am Ende sieht man Sasha hingebungsvoll und selbstvergessen, in ihrem Röckchen und Schmetterlingsflügeln tanzen. Man wünscht diesem kleinen Mädchen eine selbstbefreite, dikriminierungsfreie Zukunft.

Den Grundstein dafür hat ihr ihre liebende und tolerante Familie mitgegeben.

BEGINNING (Ergreifendes Drama, Georgien/Frankreich) Ab 29.1. 2021 bei MUBI

In einem Dorf in der georgischen Provinz wird das Gotteshaus einer kleinen Gemeinde der Zeugen Jehovas angezündet. Gerade noch hat der Gemeindevorsteher David (Rati Oneli) über Abraham, dem Gott in der biblischen Geschichte befiehlt, seinen Sohn zu opfern, berichtet. Verletzt wurde niemand.

Minutenlang zeigt Regisseurin Dea Kulumbegashvilis wie das Gotteshaus vor dem Hintergrund karger Bergzüge brennt. Eine Einstellung voller Magie. Es gibt zwar keine Opfer aber das Leben des Gemeindevorstehers und seiner Frau Yana (Ia Shukitasvili) steht nach dem Gewalteinbruch bildlich gesprochen, in Flammen. Verantwortlich für den Brandanschlag sind wahrscheinlich christlich orthodoxe Extremisten, die den Zeugen Jehovas mit Hass begegnen.

Im Mittelpunkt des Dramas steht Yana, die durch das Trauma des Brandanschlags ihr Leben, die Beziehung zu ihrem Mann und die Erziehung ihres Sohnes in Frage stellt. Immer wieder muss sie sich von ihrem Mann anhören, sie verhätschele den Jungen. An der Seite ihres Mannes, der sich von ihr mehr Frömmigkeit und Hingabe wünscht, hat sie die Aufgabe übernommen, die Kinder auf die Taufe vorzubereiten.

David reist nach Tiflis, um bei der Hauptstadtgemeinde über den Wiederaufbau des Gotteshauses zu verhandeln. Yana ist für einige Zeit mit ihrem Sohn allein.

„Beginning“ ist eine Parabel über die Stellung der Frau in patriarchalisch geprägten Gemeinschaften, zu denen auch die Zeugen Jehovas zählen. Was den Film so besonders macht, sind die langen Einstellungen und die genau komponierten Szenen, die dem Zuschauer viel Zeit geben, sich in die Stimmung einzufühlen und seine eigenen Gedanken zu entwickeln. Die statischen Einstellungen erzeugen eine enorme Spannung und sind teilweise kaum auszuhalten. In über zwei Stunden Laufzeit bewegt sich die Kamera nur zweimal. Die Regisseurin kreiert nicht nur eindrucksvolle, sondern auch verstörende Bilder, die die Einsamkeit , Isolation, Verzweiflung und Gewalt, in der sich Yana in diesem ergreifenden Drama befindet, zeigen.Es ist beeindruckend wie Ia Shukitasvili ihre emotionalen Befindlichkeiten in minutenlangen Einstellungen zum Ausdruck bringt. Dieses visuell großartige Debüt lief auf den renommierten Festivals in New York, Toronto und San Sebastian, wo „Beginning“ die meisten Preise abräumte: Bester Film, bestes Drehbuch beste Regie und beste Schauspielerin. Für die anstehende Oscarverleihung wurde der georgische Film für die Kategorie „Bester Internationaler Film“ ausgewählt. Man ist gespannt auf einen weiteren Film dieser begabten Regisseurin.

161 Minuten Georgien/ Frankreich

EINE TOTAL NORMALE FAMILIE (Tragikomödie. Ein Vater beschliesst eine Geschlechtsumwandlung) Jetzt zu sehen: www.queerfilm-nacht.de und den Seiten ihrer Partnerkinos

Die 11-jährige Emma (Kaya Toft Loholt) führt ein unbeschwertes Leben. In ihrer Freizeit spielt sie am liebsten Fußball. Sie freut sich, von ihrem Vater Thomas (Mikkel Boe Folsgaard) angefeuert zu werden. Bei einem Ausflug zu einem Bauernhof, wo man Hundewelpen streicheln darf und sich ein Tier aussuchen kann, bricht ihr Vater auf dem Parkplatz plötzlich in Tränen aus. Auf der Rückfahrt herrscht eisiges Schweigen. Beim Mittagessen erfahren Emma und Caroline, ihre ältere Schwester, dass ihre Eltern sich scheiden lassen. Mutter Helle verrät auch den Grund: „Euer Vater plant eine Geschlechtsumwandlung. Er wird eine Frau“. Thomas schweigt betreten. Emma ist total verwirrt.

„Aber das kann man sich doch nicht aussuchen“? „Doch, das kann man schon“, antwortet die Mutter.

Die Familie holt sich psychotherapeutische Hilfe. Thomas, der sich jetzt Agnete nennt, zur Erinnerung an seine Großmutter, ist nun äusserlich zur Frau geworden. Emma hat während der Sitzungen einen Schal um ihren Kopf geschlungen. Noch kann sie es nicht ertragen, ihren Vater in Frauenkleidern zu sehen. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Caroline, die mit der neuen Situation schon locker umgeht. Emma hört nur zu. Noch kann sie nicht begreifen, dass ihr Vater, so wie sie ihn äusserlich kannte, auf einmal weg ist, verwandelt in ein fremdartiges Erscheinungsbild. Die Person, die ihr Vater ist, verabschiedet sich für einige Zeit. Er fliegt nach Thailand, um sich der Geschlechtsumwandlung zu unterziehen und kommt mit dem angepassten Geschlecht einer Frau zurück. Seine Töchter können ihn so oft sie wollen besuchen. Für jede von ihnen hat er liebevoll ein Zimmer eingerichtet. Für Caroline ist die Veränderung schon zur „Normalität“ geworden, während Emma noch von Irritationen geplagt ist und Agnete nicht als vertrauensvolle Bezugsperson annehmen kann. Agnete verbringt viel Zeit mit ihren Töchtern. Harmlose Alltagssituationen sorgen bei Emma für Gefühlsaufwallungen. Als Agnete sie zum Fußballtraining fährt und Emma die im Auto vergessenen Schuhe hinterherträgt, wäre Emma fast vor Scham in den Boden versunken. Als Agnete dann auch noch, wie gewohnt, beim Training zuschaut, will Emma nur noch nach hause zu ihrer Mutter. Emma ist in einem Alter, wo alles, was nicht der Norm entspricht, unendlich peinlich ist und Unsicherheit mit sich bringt. Sie muss nicht nur die Scheidung verkraften sondern auch die Verwandlung des Vaters. „Was macht er da?“ fragt sie ihre Schwester als sie Agnete von hinten, mit gespreizten Beinen, im Wohnzimmersessel sitzen sieht. Ganz unbefangen erklärt Caroline ihr, was Dilatation bedeutet. „Agnete muss noch eine Weile mit einem Gerät ihre Scheide dehnen“. Wieder so eine Information, die Emma ersteinmal verkraften muss.

Agnete, Caroline und Emma verbringen einen gemeinsamen Strandurlaub. Die Zeiträume, bei denen man das Gefühl hat, Emma freundet sich mit der Situation an, werden länger. Fröhlich feiern sie Agnetes Geburtstag. Doch dann rastet Emma aus. Sie fordert Agnete auf, fremden Leuten, die Agnete für ihre Mutter halten, die Wahrheit zu sagen. Als sie Schuhe zusammen kaufen und die Verkäuferin Angnete fragt, welche Schuhgrösse sie hat, erstarrt Emma. Gott sei Dank entwickelt sich kein Gespräch zwischen Agnete und Verkäuferin, über die für Frauen ungewöhnliche Grösse 44. Emmas Anspannung lässt nach.

In dem Regiedebüt „Eine total normale Familie“ spiegeln sich, aus der Perspektive der 11-jährigen Emma, eigene Erfahrungen der dänischen Regisseurin Malou Reymann, die selbst mit einem Trans-Vater aufgewachsen ist.

Nach und nach erschließt sie die ambivalenten Gefühle, die Emma durchlebt, ohne das sensible Thema unnötig zu problematisieren. Der Spagat zwischen Tragik und subtiler Komik ist ihr ganz wunderbar gelungen. Ein Film voller Hoffnung und Optimismus.

Die junge Kaya Toft Loholt verschmilzt mit der Rolle der Emma dermassen präsent, dass man vergisst, einer Schauspielerin zuzusehen und zuzuhören.

Mehrsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln. DK 2020 97 Minuten

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AALTO – ARCHITEKTUR DER EMOTIONEN ( Jetzt im Salzgeber Club als VoD. Mehrsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln) 103 Minuten

„Aalto – Architektur der Emotionen“ ist ein Dokumentarfilm über das finnische Architektenehepaar Alvar und Aino Aalto. Mit ihren Bauten und Design – Entwürfen prägten sie das 20. Jahrhundert.

Alvar Aalto (1898-1976) gilt als „Vater des Modernismus. Zum berühmten Klassiker wurde die Aalto-Vase mit ihrem asymetrischen Grundriss und ihrer gewellten Form, die auf den Namen ihrer Gestalter (Alto = Welle) anspielt. Ebenso das aus Holz und Leder gefertigte Stuhlmodell „Paimio“ wurde zu einenem grandiosen Exportschlager. Neben ihren Architekturaufträgen erhielten sie vermehrt Anfragen, Möbel herzustellen, woraufhin sie 1933 den Möbelherstellungsbetrieb Artek gründeten. Aino wurde zur Chefdesignerin. Überhaupt, einen großen Anteil an seinem weltweiten Ruhm hat seine Ehefrau Aino (1894- 1949), mit der er bis zu ihrem frühen Tod ein sich ergänzendes Team bildet. Aalto gehört zu den Pionieren der finnischen Architektur. Beide wurden zu einem wegweisenden Paar der Moderne. Eine Vielzahl an Fotografien, privaten Filmaufnahmen, kombiniert mit Worten und Geschichten normaler Zeitzeugen und Statements internationaler Experten geben Einblick in das Familien- und Arbeitsleben des Paares. Seine Bauten sollten sozial, ökologisch und psychologisch sein. Wichtig für ihn war es, einen Raum menschlich zu gestalten.

Die Flitterwochen verbrachte das Paar in Italien. Die dort erworbenen Kenntnisse der italienischen Architektur beeinflußt ihr künstlerisches Schaffen.

Der erste Mäzen für Aalto-Möbel in den USA ist Laurence Rockefeller. Aalto-Möbel wurden zur beliebtesten Marke für moderne Möbel in den Vereinigten Staaten. Sie erhielten eine eigene Ausstellung im Museum of Modern Art. Alvars und Ainos Popularität wuchs unermüdlich. Die Presse war besesssen von den beiden. Alvar war ein guter Gesellschafter. Er war charmant, humorvoll und ein ausgezeichneter Redner. Besonders auffallend in der prüden damaligen Zeit, die moderne Liebes-und Arbeitsbeziehung, die sie führten. Nachzuempfinden in den eingesprochenen Auszügen privater Liebesbriefe von Aino und Alvar.

Aino starb am 13. Januar 1949. Nach ihrem Tod änderte sich sein Werk. Alvar heiratete 1952 die Architektin Elissa. Auch sie arbeiteten beide zusammen.

In den letzten Jahren ging es ihm nicht mehr so gut. In seiner Heimat Finnland wurde er von den Linken als kapitalistischer Architekt gesehen, was zu einem Alkoholproblem bei ihm führte.

Im Herbst 1975 bekam er einen Anruf aus Bologna. Der Bau der Pfarrkirche in Riola sollte beginnen. Alvar starb am 11.Mai 1976 in Helsinki. Den fertigen Bau der Kirche hat er nicht mehr gesehen. Es gibt etwa 300 vollendete Bauwerke von ihm und 200 blieben unvollendet.

Mittels einer emotionalen Bildsprache erzählt Regisseurin Virpi Suutari in ihrem dokumentarischen Porträt „Aalto“ vom Leben und vielseitigem Werk des kreativen Ehepaares und von der besonderen Liebe, die sie verband Einer seiner Sprüche war: „Architektur verewigt und adelt. Wenn es nichts zu adeln gibt, gibt es keine Architektur.“ Zu seinen Bauten in Deutschland gehören das Kulturzentrum in Wolfsburg, das Theater in Essen und Aalto-Bauten im Berliner Hansa-Viertel.

Weiterhin schuf er Privatvillen, die Stadtbibliothek in Viipuri, das Paimio Sanatorium, welches er nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, bewußt für „Horizontale Menschen“ entwarf. Und…und…und.