EIN FESTTAG ( Eine feinfühlig inszenierte Adaption von Graham Swifts Bestsellerroman MOTHERING SUNDAY um eine heimliche Affaire in den 1920er-Jahren) Kinostart: 23.12.2021

Muttertag, 30.März 1924 in England. Jane Fairchild (Odessa Young) ist Dienstmädchen im Haus der Nivens (Colin Firth, Olivia Colman). Für das Ehepaar ist der Tag kein Grund zum Feiern. Das Paar leidet unter einem schweren Verlust, es hat all seine Söhne auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges verloren. Während Mr. Niven nach außen hin mit dem Schmerz einigermaßen gelassen umgeht, ist seine Frau fast verstummt. Trotzdem treffen sich die beiden mit einigen Freunden zum alljährlichen Picknick am Fluss, sowie sie es auch schon vor dem Krieg getan haben. Auch Mr. Niven gewährt Jane einen freien Tag. Großzügig steckt er ihr noch eine Münze zu und macht ihr so einige Vorschläge, wie sie ihren freien Tag gestalten kann. Jane weiß genau, was sie gleich macht. Sie schwingt sich auf ihr Fahrrad und besucht Paul (Josh O`Connor), einen der wenigen jungen Männer, die gesund aus dem Krieg zurückgekommen sind. Jane ist Waise und hat keine Familie, die sie an diesem Festtag besuchen kann. Schon seit sieben Jahren hat sie eine heimliche Affaire mit dem Adligen. Zu diesem letzten Beisammensein, lädt er sie erstmals bei sich zuhause ein, denn er soll jetzt endlich standesgemäß heiraten. Paul ist der Sohn der wohlhabenden Sheringhams, mit denen sich die Nivens zum Picknick treffen. Seine zukünftige Frau ist die Tochter einer befreundeten Familie, Emma Hobday (Emma D`Arcy), die mit Pauls im Krieg gefallenen Bruder, verlobt war.

Völlig unbefangen gehen Jane und Paul miteiander um. Sie schlafen miteinander, erzählen sich ihre Geheimnisse und malen sich aus, was passieren würde, wenn Emma jetzt unverhofft auftauchen würde und als erstes Janes Fahrrad sehen würde. Während dessen wartet Emma beim Picknick auf Paul, dem es schwer fällt Jane zu verlassen. Nachdem er gegangen ist, streift Jane, nackt und unbefangen durch sein nobles Haus, streift über die Buchrücken in der Bibliothek, kostet die Pastete, die in der Küche steht und schaut sich mit fast kindlicher Neugier in dem pompösen Herrenhaus um. Angst entdeckt zu werden hat sie nicht, denn auch Pauls Bedienstete haben frei. Dass der Tag noch bewegend enden wird ahnt niemand.

Die französische Regisseurin Eva Husson hat die sinnlichen Momente in Pauls Domizil fern von jeglicher Prüderie und Klassenunterschiedlichkeit gedreht. Sie zeigt die glücklichen Momente eines Liebespaares, deren Herkunft nicht unterschiedlicher sein kann und das damit völlig normal umgeht. Zu einer Zeit, in der die Regeln streng und konservativ waren. Dass Janes Leben am Ende dieses Festtages nachhaltig beeinflusst wird, erzählt Eva Husson in Janes folgender Lebensphase.

Gleichwohl legt sie auch das Augenmerk auf die Trauer der Nivens und zeigt sehr einfühlsam die Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau, mit Trauer umzugehen.

„Ein Festtag“ ist ein bildstarkes Drama, und gleichzeitig ein Fest mit großartigen Darstellern und Darstellerinnen.

OT:Mothering Sunday; Großbritannien2021, 104 Min. R: Eva Husson, D: Josh O´Connor, Odessa Young, Colin Firth, Olivia Colman

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