CHADDR-UNTER UNS DER FLUSS Arbeitstitel: Der schneebedeckte Weg zur Bildung Kinostart: 19.8. 2021 (Doku über einen lebensgefährlichen Schulweg)

Der Chaddr ist einer der berühmtesten Wege der Welt über einen im Winter zugefrorenen Fluß im Himalaya. Über 100 km müssen die Schüler aus dem Indischen Himalaya Dorf Zangla im Winter über das Eis des teilweise zugefrorenen Flußes gehen, um in die Provinzstadt Leh in der Grenzregion zu Pakistan in 3500 Metern Höhe, das auch indisches Tibet genannt wird, zu gelangen.

In Leh gibt es das einzige weiterführende Internat der Region. Die 18-jährige Tsangyang lebt seit 12 Jahren im Internat. Ihr großer Traum ist, Softwareingenieurin zu werden. Sie hofft ein Stipendium in Neu Delhi zu bekommen. Ihr Vater ist Dorfschullehrer, doch das Geld was er verdient reicht nicht zum Leben und schon gar nicht für das Schulgeld. Die Eltern bewirtschaften noch zusätzlich ein Feld mit Bohnen und Erbsen. Da es im Winter kaum noch schneit, gibt es im Frühjahr viel zu wenig Schmelzwasser für die Felder. Die Mutter webt noch Teppiche, die sie verkauft.

Noch vor einigen Jahren waren Fußwege wie der Chaddr, im Winter zugefroren und konnten ziemlich sicher begangen werden. Durch den Klimawandel werden diese Wege immer beschwerlicher, besonders mit viel Gepäck. Auf der Eisschicht bildet sich Schmelzwasser und es ist total rutschig.

Der Strassenbau nach Zangla kommt seit Jahren nicht voran. Seit 18 Jahren geht Tsangyangs Vater diesen Weg, um seine 3 Kinder zur Schule zu bringen und sie in den Ferien wieder abzuholen. Die Menschen in dem Dorf Zangla legen großen Wert auf die Schulbildung ihrer Kinder. Aber bei den meisten reicht das Geld nicht, um sie auf weiterbildende Schulen zu schicken.

Es ist wieder so weit. Vater und Tochter machen sich auf den Weg. Fürsorglich geht der Vater voran und sagt der Tochter wo sie möglichst hintreten soll.Tagelang sind sie unterwegs und haben dementsprechend viel Gepäck dabei. Unterwegs machen sie Feuer und schlafen in Höhlen. Auf einigen Strecken müssen sie am steilen Berghang entlangkraxeln und da, wo es nicht mehr weiter geht, müssen sie eine steile Bergwand hinaufklettern, wo schon von anderen Leuten Steigeisen in die Wand hineingeschlagen wurden. Es geht bergauf und wieder bergab, ständig mit der Angst im Eis einzubrechen. Es ist berührend zu sehen, wie der alte Mann, um seine Tochter zu beschützen, diese Strapaze auf sich nimmt. Sein Glaube, daß Gott sie beide beschützen wird, gibt ihm die nötige Kraft. Diese beschwerliche Reise unternehmen sie ein-bis zweimal im Jahr. Der Schulweg ist der rote Faden des Films,unterbrochen von Szenen im Internat und dem Dorfleben der Familie.

Der Grimme-Preisträger Minsu Park, Regisseur und Kameramann, dieses Dokumentarfilms begleitete die beiden, was sicherlich auch für ihn nicht einfach war. Es ist ein anrührender Film geworden. In kraftvollen Bildern und beeindruckenden Naturaufnahmen berichtet er von einer lernwilligen jungen Frau und deren aufopferungsvollen Eltern, die alles dafür tun, der Tochter eine bestmögliche Ausbildung und damit auch eine bessere Zukunft, zu ermöglichen. Zeitgleich sehen wir die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen im indischen Himalaya, die durch ihre spartanische und rechtschaffende Lebensweise am wenigsten dazu beitragen. Traurig.

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