Alles GELD der WELT Start: 15.02. 2018

„Wenn ich auch nur einen Pfennig zahle, habe ich bald 14 entführte Enkel“ sprach der US – Industrielle Jean Paul Getty, damals der reichste Mann der Welt,  der mit Erdöl ein Milliardenvermögen gemacht hat.

Der spektakuläre Entführungsfall des Paul Getty III (Charlie Plummer), Enkel des notorisch geizigen Öl – Magnaten wird von Ridley Scott in seinem Thriller „Alles GELD der WELT“ erzählt. Allerdings nicht mehr mit Kevin Spacey in  der Hauptrolle. Spacey wurde im Rahmen der Me Too Debatte aus dem  bereits abgedrehten und fertig geschnittenen Film entfernt. Die Szenen des Familienoberhauptes J. P. Getty, der das Leben seines Enkelsohns kaltblütig riskiert, wurde in nur neun Tagen für beinah sechs Millionen Dollar noch einmal gedreht. Eine Massnahme über die man streiten kann.

Rom, 10. Juli 1973. Der 16-jährige Paul befand sich nach einer rauschenden Party auf dem Heimweg, als er von mehreren Männern in ein Auto gezerrt wurde. Die Entführer, die der kalabrischen Mafia angehörten, forderten ein Lösegeld von 17 Millionen Dollar. Doch der Alte verweigerte die Zahlung. Eine Situation, mit der die etwas dümmlich anmutenden Kidnapper total überfordert waren. Pauls Mutter Gail ( Michelle Williams) versuchte alles, den Geizhals umzustimmen, doch der blieb stur. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, schnitten die Entfüherer Paul Getty III, kurzerhand das rechte Ohr ab und schickten es an die Zeitung „Il Messagero“, mit  der Drohung, seine Familie könne ihn stückweise zurückbekommen. Pauls verzeifelte Mutter verbündet sich schlussendlich mit dem Ex-CIA Berater des Seniors. Fletcher Chace (Mark Wahlberg). Die Zeit wird knapper und knapper. Das Martyrium des Jungen dauerte mehr als fünf Monate. Schliesslich wurde ein Lösegeld bezahlt, an dem sich der Alte mit einer Summe beteiligte aber nur mit dem Betrag, den er von der Steuer absetzen konnte.

Scott konzentiert sich in dem Drama mehr auf die Charakterisierung seiner drei Protagonisten als auf die Entführung. Der mittlerweile 90-jährige Christopher Plummer brilliert in der Rolle des starrsinnigen, von Geiz zerfressenen Magnaten, der weit entfernt von jeglicher sozialer Verantwortung in seinen hochherrschaftlichen Villen, ein verbittertes einsames Leben führt und alle um ihn herum als Schmarotzer betrachtet. Ganz das Gegenteil, Michelle Williams in der Rolle der Gail Harris, die alles Erdenkliche unternimmt, um ihren Sohn zu retten. Wohl gefühlt hat sie sich nie im Hause Getty. Und zwischendrin Charly Plummer (nicht verwandt mit Christopher Plummer), der vor der grausamen Entführung ein unbeschwertes Leben führte und sogar der Lieblingsenkel seines Grossvaters war. Fünf Monate verbrachte er unter erbärmlichsten Umständen in irgendwelchen Dreckshütten, abgemagert und schwerst traumatisiert, wird er endlich aufgefunden. Scott bleibt, bis auf einige Längen, ziemlich nah dran an dem echten Fall. Der wahre Paul III flüchtete sich nach der Tortur in die Drogensucht. Ein Hirnschlag machte ihn zum Pflegefall. Er starb im Alter von 54 Jahren.

Begleitet wurden die Dreharbeiten von der Tatsache, dass Wahlberg für den Nachdreh mit zusätzlichen 1,5 Millionen Euro belohnt wurde, während Michelle Williams gerademal 1000 Dollar bekam. Oh, oh sage ich da nur und denke mir mein Teil. Christopher Plummer ist für den Oscar nominiert.

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