DOWNSIZING START: 18.01.2018

Mehr durch Zufall, als wirklich gewollt, hat ein norwegischer Wissenschaftler ein Serum entdeckt, mit dem man die Menschen zu Winzlingen schrumpfen kann, Downsizing genannt. In einer Welt, in der die Ressourcen so gut wie ausgeschöpft sind, Umweltverschmutzung und drohende Hungersnöte immer mehr voranschreiten, scheint die Verkleinerung des mensclichen Körpers die ideale Lösung zu sein.Weniger Wasser-und Energieverbrauch, weniger Müll, weniger Umweltdreck. Unsere Erde wäre gerettet. Zwölf Zentimeter grosse Winzlinge leben fortan in ihrer kleinen Miniwelt.

Paul Safranek (Matt Damon) ein glückloser Mittelstandsbürger, von Beruf Physiotherapeut, horcht auf, als er im Fernsehen Werbung für „Leisureland“ sieht. Versprochen wird ein Leben in Saus und Braus, wohnen in Luxusvillen, sorglos, ohne Müll und steuerfrei. Als Bonus rettet man auch noch die Erde vor ihrem Untergang. Man muss nichts weiter tun, als sich verkleinern zu lassen. Endlich kann Safranek seiner Frau (Kristen Wiig) ein luxuriöses Leben bieten. Ohne zu zögern begeben sie sich in die Klinik. Köstlich wie die Prozedur vonstatten geht. Entfernung der Zahnprothesen, Neueinsatz von Miniteilen, Ganzkörperrasur und das vorsichtige Umbetten der kleinen Körper mit Hilfe von herkömmlichen Wendehebern, wie man sie aus dem Haushalt kennt.

Aus der Narkose erwacht, gilt sein erster Gedanke seinem besten Stück. Erleichterung. Es ist alles in Ordnung. Was fehlt ist seine Frau. Die hat sich ängstlich aus dem Staub gemacht. Paul ist allein in der neuen Miniwelt. Ziemlich schnell stellt er fest, dass er in einer Gesellschaft von Egoisten gelandet ist, deren einziges Vergügen im Konsum von Luxusgütern besteht. Was ausserhalb ihrer Minienklave passiert ist ihnen egal. Ein abschreckendes Beispiel, Christoph Waltz, als partyfreudiger, drogenkonsumierender breitgrinsender Playboy, der mit Freund Udo Kier so richtig die Sau raus lässt. Das Saubermachen überlässt man der vietnamesischen Putzfrau (Hong Chau). Alles wie gehabt. Sie wurde als Dissidentin zwangsverkleinert und floh in einem Fernsehkarton.

Bis hierhin ist die Sozialsatire wirklich originell und teilweise urkomisch. Doch dann kippt das Ganze und wird zu einem Sozialdrama, als Hong Chau Paul mitnimmt in die Slums von Leisureland. Dort hausen Flüchtlinge, Aussenseiter, Kranke, all die, die man mit dem Begriff Looser abqualifiziert. Safranek und die forsche Putzfrau werden ein Paar. Am Ende befinden sie sich in Norwegen und müssen entscheiden, ob sie sich einer Gruppe von Aussteigern anschliessen oder nicht.

Alexander Paynes (About Schmidt) Gesellschaftssatire ist ein Gemisch aus skurrilem Humor, Augenzwinkern und Ironie. Unübersehbar seine unterschwellige Kritik an der Trumpschen Inszenierung des amerikanischen Traums von einem reichen Land und üppigem Konsum für Jedermann. Das hätte er sich schenken können. Dadurch bekommt die Groteske belehrbare Züge, die sie nicht gebraucht hätte.

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