DIE IRRE HELDENTOUR DES BILLY LYNN START: 02.02.2017

Basierend auf dem gleichnamigen Roman des US-Autors Ben Fountain übt „ Brokeback Mountain“ Regisseur Ang Lee massive Kritik an dem kaltblütigen Heldenpathos, der in den USA Gang und Gebe ist. Der 19-jährige Texaner Billy Lynn, gespielt von dem englischen New-Comer Joe Alwyn. Einen besseren Darsteller hätte er nicht finden können. Billy, fast noch ein Kind, gerät  in eine Vermarktungsmaschinerie, aus der er es kein Entrinnen zu geben scheint. Lynn dient als Soldat im Irak. Während eines Feuergefechts riskiert er sein eigenes Leben, um das seines Vorgesetzten Sergeant Shroom( Vin Diesel) zu retten. Vorher sieht man wie Shroom jedem seiner Soldaten tief in die Augen blickt und ihnen ein stärkendes „I love you“ mit auf den Weg ins Gefecht gibt. Lynns Mut und selbstloser Einsatz führt zu einem Fronturlaub , in dem er und seine Kameraden sich plötzlich in einer gigantischen Heldeninszenierung wiederfinden. Es ist Thanksgiving. In Billy Lynns Heimatstadt ist alles vorbereitet. Die Truppe soll im Fussballstadion der Dallas Cowboys auftreten. Bei dem Riesenevent werden ihre Gesichter in Großaufnahme auf eine Leinwand projiziert. Die Menschen jubeln Billy zu. Der Junge schwankt zwischen Stolz und Ablehnung.“ Es ist irgendwie seltsam , für den schlimmsten Tag seines Lebens geehrt zu werden“. Lynns Schwester ( Kristen Stewart) eine passionierte Kriegsgegnerin hat alles genauestens vorbereitet. Sie will verhindern, dass ihr Bruder zurück in den Irak geht. Im Stadion wimmelt es von Geschäftemachern, die unter der Fahne des glorreichen Patriotismus das grosse Geld wittern. Allen voran der Besitzer des Fussballvereins Norm Oglesby ( Steve Martin), der sich die Filmrechte sichern will. Er macht Billy knallhart klar, dass er nicht die geringsten Rechte an seiner eigenen Geschichte hat. Der selbstlose und bescheidene Junge wirkt völlig überfordert. Der Höhepunkt des Events ist der gemeinsame Auftritt Lynns und seinen sieben Kameraden mit der Gruppe Destiny`s Child und einem knallig bunten Feuerwerk. Die Kameraden zucken zusammen, laufen orientierungslos auf der Bühne umher, das grelle Licht und die Knallerei lassen Momente des Kriegsbombardements aufleben. Sie blockieren den reibungslosen Ablauf der Show. Sie werden von einer Horde Bühnenarbeitern verprügelt und von der Bühne gejagt. Schonungslos rechnet Ang Lee mit der amerikanischen Gesellschaft ab. Erst werden die Männer in den Krieg geschickt, zurück aus dem Irak, in eine gnadenlose Unterhaltungsindustrie „geschubst“, in der Heimat, in der alles seinen angeblich gewohnten Gang nimmt. Wer Clint Eastwoods „ FLAGS OF OUR FATHERS“ mag, wird auch dieses Drama mögen.

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