HANNES (Eine Tragikomödie über das Loslassen und Abschiednehmen) Kinostart: 25.11. 2021

Zwei 19-jährige Jungen, Hannes der Draufgänger (Johannes Nussbaum) und Moritz der Träumer (Leonard Scheicher) wurden am selben Tag und am selben Ort geboren, lagen auf der Säuglinsgsstation nebeneinander und waren schon als Kinder unzertrennlich. Sie wuchsen wie Zwillinge auf.

„Da wo du hingehst, will auch ich hingehen“ schworen sich die beiden. Und wenn sie eines Tages genug Geld beisammen haben, wollen sie zum Kap Hoorn reisen. Beide sind begeisterte Motorradfahrer. Bei einem gemeinsamen Ausflug, verunglückt Hannes mit dem Motorrad und liegt seitdem an Schläuchen und Geräten auf der Intensivstation mit einem schweren Schädelhirntrauma im Koma. Moritz fühlt sich zutiefst schuldig, weil sie ihre Maschinen getauscht haben und Hannes mit dem schadhaften Bike von Moritz auf der Bergstrasse wegrutschte und den Abhang hinabstürzte. Täglich geht Moritz ins Krankenhaus, legt sich in voller Montur zu ihm ins Bett, liest ihm aus ihrem Kinderbuch „Die Brüder Löwenherz“ vor und will ihm so nah wie möglich sein. Damit Moritz seine Zivistelle als Pfleger in einem katholischen Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen nicht verliert, übernimmt er seinen Job und zieht in Hannes leeres Zimmer. Der introvertierte Träumer hat es mit seiner Körperpflege nicht so genau genommen. Jetzt duscht er regelmässig, schneidet sich seine langen Haare ab und übernimmt zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie Verantwortung. Es hilft alles nichts, er versucht, so gut er kann, Hannes zu helfen, auf den Weg ins Hier und Jetzt zurückzufinden. Und damit Hannes nichts versäumt, führt er dessen Tagebuch weiter und erfährt dabei, was sein Freund so über ihn denkt.

Bei seinem Bemühen, Hannes sogut wie möglich zu ersetzen, trifft er im Wohnheim auf gutgewillte Schwestern, eine attraktive Ärztin, auf seine alte Klassenlehrerin und auf Hannelore Elsner in ihrer letzten Rolle, die eine Patientin spielt, die unter psychotischen Schüben leidet. Irgendwie passt das, denn es geht in „Hannes“ um`s Loslassen und Abschied nehmen.

Hans Steinbichler hat den Roman von Rita Falk aus dem Jahr 2012 als leicht überdrehte Tragikomödie gedreht. Er lässt den Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle erleben und verbindet Tiefgang mit Humor, pendelt zwischen Momenten von großer Wahrhaftigkeit, Vergangenheit und Gegenwart, Hoffnung und den Schuldgefühlen eines jungen Mannes, der es gewohnt war, in den Tag hineinzuleben und der, indem er das Leben seines Freundes einnimmt, erwachsen wird. Das Ende ist bewegend.

Deutschland 2020 91 Min. R: Hans Steinbichler D: Leonard Scheicher, Johannes Nussbaum, Gabriela Maria Schmeide, Verena Altenberger, Roland Schreglmann, Klaus Steinbacher, Hannelore Elsner, Heiner Lauterbach

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