KOPFPLATZEN

Um das Publikum auch in diesen Zeiten mit neuen Filmen zu versorgen, startet der Verleih Salzgeber auf seiner Homepage am 2.4. den SALZGEBER CLUB. Der SALZGEBER CLUB präsentiert an dieser Stelle immer donnerstags eine exclusive VoD Premiere für das Heimkino. Die Filme, die dort gezeigt werden, wurden noch nicht als DVD oder BLURAY veröffentlicht und sind digital für 4 Wochen exclusiv auf salzgeber.de zu sehen. Über den integrierten Vimeo-Player kann der Film gegen eine Gebühr digital ausgeliehen und ganz bequem von Zuhause aus angeschaut werden. Zum Start (2.4.) präsentiert Salzgeber den Film KOPFPLATZEN, der seinen Kinostart am 2.4. gehabt hätte.

KOPFPLATZEN

Der 29-jährige Markus, von Beruf Architekt, gehört nicht zu den Menschen, die gesellig sind. Das Angebot einer Kollegin, nach der Arbeit noch etwas trinken zu gehen, verwirrt ihn und er erfindet eine Ausrede. Seine Freizeit verbringt er beim Boxtraining oder im Fitnessstudio. Seine Verschlossenheit hat einen Grund. Niemand in seiner Familie und in seinem Arbeitsumfeld weiß, dass er pädosexuell ist. Die Körper von kleinen Jungen erregen ihn. Tag für Tag kämpft er gegen sein Verlangen und hasst sich dafür. Als die alleinerziehende Mutter Jessica (Isabell Gerschke) mit mit ihrem achtjährigen Sohn Arthur (Oskar Netzel) in die gegenüberligende Wohnung einzieht, dauert es nicht lange, bis sich die junge Frau in Markus verliebt. Für Arthur wird er immer mehr zu einem Ersatzvater. Für Markus gleicht die Situation einer quälenden Zerreissprobe. Er fasst allen Mut zusammen und bittet seinen Arzt um Hilfe. Dessen Reaktion ist fatal. Er schmeisst ihn aus seiner Praxis. Alleingelassen, kämpft er verzweifelt, gegen die immer lauter werdenden Rufe in seinem Kopf, um seinem Trieb zu widerstehen.

Mit psychologischem Fingerspitzengefühl ergründet Savas Ceviz` Spielfilmdebüt den inneren Kampf eines potentiellen Straftäters, der unter seiner Neigung Höllenqualen leidet und nimmt dabei bewusst, die Perspektive seines Protagonisten ein. Das macht er, ohne die Schuldfrage einer möglichen Täterschaft, zu verharmlosen.

Max Riemelt („Freier Fall) verkörpert die innere Zerrissenheit und den Selbsthass seiner Figur mit einer beklemmenden Intensität, die unter die Haut geht. Er verdeutlicht, mit welch innerer Not die Betroffenen zu kämpfen haben, denn Pädophilie ist nicht heilbar. Das aufwühlende Drama trägt hoffentlich dazu bei, in unserer Gesellschaft reflektierter mit dieser Problematik umzugehen. Ein mutiger Film.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s