DIE LEBENDEN REPARIEREN START: 7.12. 2017

Für den Teenager Simon beginnt der Tag wie so viele andere auch. Bevor er das Haus verlässt, macht er noch schnell ein Handyfoto seiner schlafenden Freundin. Erist mit seinen Freunden zum Surfen verabredet. Die drei sportlichen Jungen fahren ans Meer. Auf dem Rückweg verliert der Fahrer des Autos kurz die Kontrolle. Simon ist nicht angeschnallt. Auf der Intensivstation im Krankenhaus in Le Havre  stellt man eine niederschmetternde Diagnose. Simons Herz schlägt noch, doch er ist hirntot. Nur noch Maschinen halten ihn am Leben.

Seine Eltern Marianne (Emmanuelle Seigner) und Vincent (Kool Shen) stehen vor einer emotional schwerwiegenden Entscheidung. Stimmen sie einer Organspende zu oder nicht.

In Paris lebt die etwa 50-jährige Claire (Anne Dorval). Ihr Herz ist schwer angegriffen und wird nicht mehr lange schlagen. Natürlich hat sie Angst vor dem Tod aber auch Angst vor einer Operation. Auch die Entscheidung mit dem Herzen eines Toten weiterzuleben fällt ihr schwer.

Maylis de Kerangal schildert in ihrem Roman „Die Lebenden reparieren“ die Trauer, die Verzeiflung und die Not der Entscheidung bei den Angehörigen, sowie den klinischen Alltag der Ärzte,  Krankenschwestern und Pflegern.

Regisseurin Katel Quillévéré schaut im Film besonders hinter die Kulissen des Krankenhausalltags. Sie zeigt  den medizinischen Ablauf der Transplantation mit viel Feingefühl und bemerkenswerter Behutsamkeit. Das Verhalten der Ärzte (Tahar Rahim) und (Bouli Lanners), die ihre Arbeit mit grossem Respekt und menschlicher Würde verrichten, wünscht man sich als Patient in jedem Krankenhaus.

Die Handlung bewegt sich in einem Zeitraum von 24 Stunden. Erzählt werden eigentlich zwei Geschichten, die des Spenders und der trauernden Eltern und die des Empfängers, Claire, die mit sich hadert und die mit dem Zuspruch ihrer beiden Söhne eine Entscheidung trifft.

Mit besonderer Sensibilität führt uns K. Quillévéré an ein Thema heran,  was für die Mehrheit der Zuschauer mit einer Scheu vor der Auseindersetzung behaftet ist.

Es gibt Stimmen, die von einer kitschigen Betroffenheitsarie sprechen und der Meinung sind, dass viele Fragen unbeantwortet bleiben. Das kann man so oder so sehen.

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