DIE WOLKEN VON SILS MARIA ab 18.12.2014

Was für ein Cast! Was für ein intelligenter, schillernder, intimer Film! Im Mittelpunkt dieses Meisterwerks steht der gefeierte Star Maria Enders. Gespielt von der hinreißenden Juliette Binoche, deren wunderbar kehliges Lachen noch ewig in Erinnerung bleibt. Eigentlich ist ihr nicht zum Lachen zu Mute. Die Diva , nebst ihrer total coolen Assistentin Valentine.( Kristen Steward ) begeben sich in die Schweiz, wo die Enders eine Trauerrede für Wilhelm Melchior, in dessen Stück sie vor 20 Jahren ihren Durchbruch feierte. Damals spielte sie ein verführerisches junges Mädchen , welches ihre Chefin auf eine speziell faszinierende Weise in den Selbstmord trieb. Nicht nur der Tod Melchiors treibt sie in die Schweiz. Sie soll unter der Regie eines jungen Regisseurs ( Lars Eidinger) in der Wiederaufführung dieses Stücks die ältere Unternehmerin Helena spielen. Die junge Sigrid soll Jo-Ann Ellis ( Chloe Grace Moritz) verkörpern. Der kommt das Angebot gerade recht. So kann sie den  lauernden Paparazzi  entkommen , die an ihrem Liebesverhältnis  mehr als interessiert sind und ihren Lover  gleich noch mitbringen.  So schlägt das wilde Girl aus Hollywood  zwei Fliegen mit einer Klappe.  In der Abgeschiedenheit dieser herrlichen Schweizer Landschaft widmet sich die Enders dem Lernen ihres Textes und der Konfrontation mit dem realen Leben und dem der Bühnenfigur. Eine Reise in die Vergangenheit, die Notwendigkeit sich dem Gewesenen zu stellen und zu erkennen, wie das Vergangene die Gegenwart beeinflusst. Zwei Welten prallen aufeinander. Da ist die junge coole Val, die für Maria mit deren Scheidungsanwalt telefoniert, die mehrere Gespräche gleichzeitig führt, Interviewtermine macht , die Tastatur ihres Smartphones und Blackberrys rasend schnell bedient und digital kommuniziert.. Es stehen sich zwei Welten gegenüber, die auf den ersten Blick herzlich wenig mit einander zu tun haben und Maria zwingen sich mit dem Problem des Übergangs  von unbeschwerter Jugend und dem reifen Alter auseinander zu setzen. Regisseur Olivier Assayas vermittelt dem Zuschauer in seinem intensiven Kammerspiel ein interessant ausgelotetes Spannungsfeld zwischen einstudiertem Text  und realem Dialog. Schon in  MAPS TO THE STARS, spielte Julianne Moore die Rolle einer alternden Schauspielerin, die verzweifelt versucht ihre Jugendlichkeit zu erhalten und dabei über Leichen geht. Maria wählt den Weg, der intellektuellen Auseinandersetzung , fernab von dem Moloch Hollywood. Ob  die Premiere in London statt finden wird, bleibt spannend bis zum Schluss.

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