WIE IM ECHTEN LEBEN ( Erschreckende Wirklichkeit) Kinostart: 30.6.

Marianne Winckler ist eine Schriftstellerin. Für ihr neues Buch erfindet sie für sich eine neue Biografie und schmuggelt sich getarnt als Putzfrau in ein für sie unbekanntes Milieu, um so beweiskräftig wie möglich, die prekären Zustände und die harten Arbeitsbedingungen, denen das Heer von Putzfrauen ausgesetzt ist, aufzuzeigen.Sie gibt den Komfort der Pariser Kulturelite auf und reist nach Caen, wo das Wetter ziemlich rau ist und das Leben nicht einfach. In der nordfranzösischen Hafenstadt kennt sie niemand und so läuft sie nicht Gefahr, erkannt zu werden. Im Jobcenter von Caen erzählt sie ihren erfundenen Lebenslauf,und macht der Frau hinter dem Schreibtisch klar, dass sie jetzt mit 50 irgendeinen festen Job annehmen muß, egal, was es ist. Und da sie keine Referenzen hat, betört sie, dass sie kräftig zupacken kann.Man schlägt ihr den Job einer Reinigungskraft vor. Für das, was sie vorhat, ein Glücksfall. Vom ersten Tag an, ist sie einem unglaublichen Druck ausgesetzt. Mariannes Streben ist es, die Unsichtbaren, sichtbar zu machen. Als sie sich nach kurzer Zeit eine Kündigung einhandelt, unterstützen sie die stahlharten Putzprofis und nehmen sie in ihrer Putzkolonne des Fährhafens auf. Inzwischen sind auch echte Freundschaften entstanden, besonders mit der taffen Christéle, die sich allein mit ihren drei Kindern durchs Leben schlägt. Die Arbeit auf der Fähre ist knallhart: 12 Arbeiterinnen, 230 Kabinen, 1,5 Stunden. In 90 Minuten müssen sämtliche Kabinen des Schiffes gereinigt werden. Es ist eine Schande mitanzusehen, wie die Frauen den Dreck anderer Leute wegmachen müssen und selbst davon nicht Leben können und das Dasein einer Randgruppe führen und im schlimmsten Fall Sanktionen zu befürchten haben.

Es kommt der Tag, an dem Marianne genug Material beisammen hat und sie langsam daran denkt, Abschied zu nehmen. Trotz aller Schinderei, haben die Frauen zusammen gefeiert, sind sich näher gekommen und niemand ahnt wer Marinne wirklich ist.

Emmanuel Carrèrre hat seinen Film fast ausschließlich mit Laien besetzt und für die Hauptrolle Juliette Binoche besetzt, die sich sehr zurückgenommen dem Ensemble anpasst.

Der Film basiert auf den Erlebnissen der Journalistin Florence Aubenas, die sie in ihrem Buch „Le Quai de Ouistreham“aufgeschrieben hat. Jahrelang hat Binoche für eine Verfilmung gekämpft.Der Schriftsteller Emmanuel Carrère hat versprochen das Drehbuch zu schreiben und auch die Regie zu übernehmen. Daraufhin hat Ouistreham eingewilligt.

Als das Versteckspiel auffliegt, sind die Frauen bitter enttäuscht und fühlen sich verraten. Doch wahre Freundschaft hält ne Menge aus und nach der ersten nttäuschung kommen einige von ihnen zur Vorstellung und Signieren des aufklärerischen Buches. Auf jeden Fall bringen die Laienarstellerinnen sehr viel Herz und auch Humor in ihre Rollen mit ein. Und hoffentlich begegnet man ihnen von nun an mit Respekt und Wohlwollen. Ein sehr wichtiger, aufschlußreicher Film.

OT: Quistreham; Frankreich 2021; 106 Min.; R: Emmanuel Carrèrre; D: Juliette Binoche, Hélène Lambert, Lea Carne, Emily Madelaine;

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