HAIL,CAESAR START: 18.02.2016

HAIL, CAESAR Start: 18.02.2016

Hollywood in den Fünfzigern. Eddie Mannix (Josh Brolin), Boss der Produktionsabteilung Capitel Pictures hat es nicht leicht. Zuhause nervt die Ehefrau, er solle doch endlich aufhören zu rauchen. Greift er trotzdem hin- und wieder zum verbotenen Glimmstengel, flüchtet er auf den Beichtstuhl und bittet um Vergebung. Baird Whitlock ( George Clooney) , ein etwas dümmlicher Charlton Heston Verschnitt, steckt mitten in den Dreharbeiten eines religiösen Sandalenfilms. Kurzerhand wird er entführt und landet bei einer Gruppe kommunistischer Drehbuchautoren, die sich zutiefst benachteiligt fühlen. Die 100.000Dollar Lösegeld sollen für den , nach ihrer Meinung, finanziellen Ausgleich sorgen. Und als ob das nicht schon genug Ärger gibt, ist da auch noch die schwangere Wassernixe ( Scarlett Johansson), die ungemein sexy aus dem Wasser steigt. Für die muß schnellstens ein Mann gefunden werden den sie pro forma heiraten soll. Das Kind darf auf keinen Fall unehelich geboren werden. Dieser Skandal muß vermieden werden. Der Regisseur Laurence Laurentz (Ralph Fiennes) ist verzweifelt. Sein Hauptdar- steller, der bisher nur in Cowboy-Rollen unterwegs war, stellt sich derartig unbegabt an, daß Laurentz ihm wieder und wieder die Sätze, die er zu sagen hat, vorsprechen muß. Von seiner mimmischen Ausdruckslosigkeit gar nicht zu reden. Ein Studio weiter steppt und singt Burt Gurney ( Channing Tatum) im Matrosenkostüm mit einer Horde Tänzer sichtlich vergnügt in einer Hafenbarkulisse. Eddie Mannix, den es zu damaligen Zeiten wirklich gab, hat alle Hände voll zu tun, seine „ Schäfchen“ vor den berüchtigten Klatschbasen Hedda Hopper und Louella Parsons zu schützen. Beide werden von Tilda Swinton verkörpert. Es ist nicht alles Gold was glänzt.Es wird gehurt, gesoffen, ein Skandal folgt dem nächsten. Mannix ist so eine Art „Aufräumer“ vom Dienst.
Die Coen Brüder werfen einen vergnüglichen Blick hinter die Kulissen einer Industrie, die den trügerischen Schein einer „ach so glamourösen Welt“ ad ab-
surdum führt.
Nun sind die Coen-Brüder nicht die ersten, die einen Blick hinter die Kulissen des Filmgeschäfts mit seinen fragwürdigen Abgründen werfen. Federico Fellini mit „Achteinhalb“, Altman „ The Player“, Godard „Die Verachtung“ um nur einige zu nennen,taten es erfolgreich schon vor ihnen.
So herrlich bösartig wie „ Maps to the Stars“ ist ihr Film nicht geworden. Dafür witzig, etwas klamaukig und sehr unterhaltsam. Ein gelungener Auftakt zur 66.Berlinale war es allemal. Clooney chargiert ohne zur Knallcharge zu verkommen. Und Scarlett ist köstlich vulgär. Meine hohe Erwartungshaltung wurde leicht enttäuscht.

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