ERWARTUNG : DER MARCO EFFEKT Die fünfte Verfilmung des Krimiautors Jussi Adler Olsen Kinostart: 2.6.2022

Der dänische Autor Jussi Adler- Olsen ist bekannt für seine knallharten Krimis, in denen Kommissar Morck und sein mysteriöser Assistent Assad, unaufgeklärte Kriminalfälle, sogenannte Cold Cases, bearbeiten. Wir erinnern uns an „Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“, und „Verachtung“ .

Nun ist das Sonderdezernat Q mit „Erwartung-Der Marco Effekt beschäftigt. Allerdings mit einem neuen Team. Morck, ehemals verkörpert von Nikolaj Lie Kaas wurde ausgetauscht mit Ulrich Thomsen und statt Fares Fares als Assad, begegnet uns jetzt Zaki Youssef.

Als der 14-jährige, obdachlose Roma-Junge Marco in einem Zug nach Dänemark festgenommen wird, findet man bei ihm eine Seite aus dem Reisepass von William Stark, einem Familienvater, der seit vier Jahren spurlos verschwunden ist, nachdem man ihn der Pädophilie bezichtigt hat. Davor war er ein Mitarbeiter einer Entwicklungshilfe – Organisation. Morck und Assad müssen nun die Spur wieder aufnehmen.

Stark hatte jede Menge Dreck auf seinem Computer und soll auch eine 13-jährige Schwimmerin vergewaltigt haben.

Der stets missgelaunte und wortkarge Morck ist jetzt noch schlechter drauf. Wenigstens hocken sie nicht mehr im Keller. Weil er psychisch stark mitgenommen ist, will sein Chef ihn für sechs Wochen beurlauben, damit er sich in Behandlung begeben kann. Nach zwei Wochen ist er zurück, hat die Sitzungen beim Psychologen nicht wahr genommen und ist noch mürrischer, weil er auch noch das Rauchen aufgegeben hat. Dass Morck jetzt noch mürrischer daherkommt, war jetzt nicht unbedingt eine glorreiche Idee.

Morck und Assad finden heraus, dass der Ministerialbeamte Stark, Korruptionsverdächtigungen bei spendenfinanzierten Bauvorhaben in Namibia nachging und das es sich um eine Verschwörung handelt, bei der öffentliche Gelder veruntreut werden und hochrangige Persönlichkeiten daran beteiligt sind.

Ausgerechnet ein rumänischer Strassenjunge, der seinen Vater sucht, hat die üble Geschicht ins Rollen gebracht.

6oo spannende Romanseiten auf einen Film von 125 Minuten zu kürzen, geht nicht immer gut. Vieles muß gekürzt oder ganz weggelassen werden und das merkt man dem Film auch an. Besonders die Figur des Marco (Lobus Oláh) ist geschwächt. Stattdessen hat Regisseur Martin Zandvliet viel Wert auf das Gebaren von Morck gelegt, ihn mehr in den Vordergrund gerückt und die Figur von Assad blasser als bisher inszeniert.

Dennoch ist der Fall durchaus spannend und solide gemacht, errreicht aber nicht den besonderen Spannungsbogen seiner Vorgänger und ist im Fernsehen gut aufgehoben, zumal das ZDF ihn mit produziert hat. Besonders erwähnenswert: Der Titelsong „Traitors“ by Saveus.

OT: Marco effekten; DK/D/Tschechien 2021; 125 Min.; R: Martin Zandvliet; D: Ulrich Thomsen („Das Fest“, Zaki Youssef, Sofie Torp, Henrik Noel Olesen;

ONODA – 10.000 NÄCHTE IM DSCHUNGEL (Drama) Kinostart: 2.6. 2022

Der Traum des jungen Soldaten Onoda Hiro (Yuya Endo) ist es eigentlich Pilot zu werden. Wegen seiner Höhenangst muß er Abschied von seinem Traum nehmen.

Es ist das Jahr 1944, Dezember.

In einer Kneipe trifft Major Taniguchi (Issey Ogata) auf den betrunkenen Onoda. Er macht ihm das Angebot sich als Guerilla- Kämpfer auf der philippinischen Insel Lubang mit seinen Soldaten zu verschanzen und die Stellung dort so lange zu halten, bis er von oberster Stelle,damit meint er sich, zurückgerufen wird.

Das heisst, Onoda soll den Krieg fortführen auch wenn die Amerikaner die kleine Insel längst eingenommen haben. Die Sache läuft als besonderer geheimer Elite-Auftrag. Ein Selbstmord ist strengstens untersagt. Der Krieg ist für die Japaner so gut wie verloren. Der Angriff der Amerikaner ist derartig massiv, dass die Einheit von Onoda bis auf wenige vernichtet wird. Einige Soldaten haben den Kamikazetod gewählt und Japan kapituliert. Davon kriegen Onoda und der Rest seiner drei Kämpfer nichts mit. Einer von ihnen ist erst 20 Jahre alt. Sie haben sich immer mehr in den Dschungel zurückgezogen und kämpfen weiter, töten „Feinde“ die keine sind, setzen deren Felder in Brand , erleiden Hunger und bewegen sich am Rande des Wahnsinns.

Tatsächlich hat Onoda bis 1974 auf der Insel ausgeharrt, mit dem Schicksal gehadert, sich gestritten

wieder versöhnt und blind vor der Realität Befehlsgehorsam geübt. Zeitungsberichte und Radionachrichten hält er für Fake-News. Irgendwann ist Onoda allein. Eines Tages taucht ein junger Tourist (Taiga Nakano) auf der Insel auf und die Geschichte nimmt ein bewegendes Ende.

Auch wenn der Film, nach einer wahren Geschichte, anfänglich etwas zäh daher kommt, entwickelt er einen eigenartigen Sog, der einen die Schwüle des Dschungels spüren lässt, den inneren Kampf den die Männer mit sich austragen und über allem steht die Frage, haben wir es hier mit einem Helden zu tun oder einem Wahnsinnigen, dessen fanatische Obrigkeitshörigkeit ihm das Recht auf eigene Entscheidungen raubt.

Der Film basiert auf den Memoiren des Onoda Hiro und wurde zum Bestseller und damit wuchs seine Popularität.

Obwohl die Länge des Films fast drei Stunden beträgt, spürt man keine unnützen Längen. 10.000 Nächte und drei Jahrzehnte Krieg lassen sich nicht so einfach wegwischen. Entstanden ist ein ungewöhnlicher Film über ein ungewöhnliches Geschehen, von dem Franzosen Arthur Harari als ungemein dichtes Drama dargestellt.

„Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel“ lässt einen nicht unberührt und sorgt für Gesprächsstoff. Er wurde mit dem César für das Beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.

Gedreht wurde mit japanischen Darstellern im Dschungel von Kambodscha. Onoda war 1944 gerademal 22 Jahre alt.

F/ Japan/ Kambodscha; 167 Min; R: Arthur Harari; D: Yuya Endo, Issey Ogata, Kanji Tsuda;

GLÜCK AUF EINER SKALA VON 1 BIS 10 (Komödie über zwei ungewöhnliche Reisegefährten) Kinostart: 2.6. 2022

Das Genre „Roadmovie“ ist nicht totzukriegen. In der warmherzigen französischen Komödie „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ treffen wir auf ein schräges Gespann, das unverhofft gemeinsam eine Reise unternimmt. Alles fing mit einem Unfall an.

Louis (Bernhard Campan) ist Bestattungsunternehmer, der Tag und Nacht für seine Kunden da ist, kaum ein Privatleben hat und ziemlich einsam ist, schafft es gerade noch auszuweichen, bevor er Igor (Alexandre Jollien), der mit seinem Lastenfahrrad unterwegs ist, leicht anfährt. Igor, der täglich frisches Biogemüse ausfährt stürzt. Passiert ist Gott sei dank nichts schlimmes. Louis hilft dem behinderten Igor, der unter zerebraler Kinderlähmung leidet, wieder auf die Beine und bringt ihn vorsichtshalber in ein Krankenhaus. Igor bedankt sich am nächsten Tag für die Hilfe und bringt dem Bestatter eine Bio-Ananas als Dank. Kein Vorwurf kommt über seine Lippen, ganz im Gegenteil: Er ist kontaktfreudig und lebenslustig. Noch ahnt Louis nicht, dass er einen neuen Freund gefunden hat. Abschütteln lässt er sich nicht mehr.

Zu gerne zitiert Igor philosophische Lebensweisheiten, von Nietzsche bis Platon, Spinosa oder Diogenes. die er sich zu „Freunden“ gemacht hat und ohne die er sehr einsam wäre, denn durch seine Behinderung ist er ein Aussenseiter. Er hat noch seine Mutter aber die nervt, denn Maman will ihn ständig verkuppeln.

Hemmungslos setzt er sich einfach in den Leichenwagen des humorlosen Bestatters und erklärt ihm, dass er ein metaphysisches Experiment machen will und zusammen mit der Leiche im Sarg, ihn jetzt bei der Überführung nach Südfrankreich begleitet. Philosophieren bedeutet laut Platon, sich im Sterben zu üben, erklärt er dem verdutzten Louis. Hartnäckig bleibt Igor sitzen und denkt gar nicht daran, auszusteigen, zumal sie schon einige Zeit unterwegs sind. Dass der konservative Louis während der Reise nach und nach Gefallen an dem munteren Geplaudere und den zielgerichteten Zitaten, die Igor so zum Besten gibt, Gefallen findet, und selbst immer lockerer wird, ist jetzt keine Überraschung.

Aber das Besondere an der Komödie ist, dass der Philosoph Alexandre Jollin, der den Igor spielt wirklich diese Krankheit hat und mit Bernard Campan, der den Louis spielt auch im wahren Leben befreundet ist. Sie haben zusammen das Drehbuch geschrieben und den Film gedreht, was dem Film eine wunderbare Authentizität verleiht. Diese Männerfreundschaftskomödie enthält ganz viel Charme und viel Humor. Und dass man dem Tod nicht davon kommt, ist auch ganz klar. Beschwingt lächelnd verlässt man den Kinosaal und das kommt nun wirklich nicht all zu oft vor. Ein Film mit ganz viel Herz.

OT: Presque; Frankreich 2021; 91 Min.; R: Alexandre Jollien, Bernard Campan; D: Bernard Campan, Alexandre Jollien,Tiphaine Daviot, Julie-Anne Roth, La Castou, Maryline Canto.

ALLES IN BESTER ORDNUNG (Komödie) Kinostart: 26.5. 2022

Die Zahntechnikerin Marlen (Corinna Harfouch) lebt in einer Wohnung, die vollgestopft ist mit viel zu vielen Dingen, von denen sie sich nicht trennen kann. Ein Blick in ihre Wohnung erklärt, warum sie lieber zum Lesen im Treppenhaus auf der Fensterbank sitzt, als in ihrer Wohnung, die stark an einen Trödelmarkt erinnert. Sie kann einfach nichts wegwerfen, weil sie Mitleid mit den Dingen hat. Um sich auszuruhen geht sie öfter in ein Möbelhaus und probiert bequeme Doppelbetten aus. Privaten Kontakt mit ihren Arbeitskolleg*innen hat sie nicht, denn Einlass in ihre Wohnung gewährt sie niemandem.

Der über ihr wohnende Computerexperte Fynn (Daniel Sträßer) besitzt so wenig wie möglich. In Zahlen ausgedrückt: 89 Gegenstände. 94, wenn man seine fünf Sockenpaare als zwei Dinge ansieht.

Einziger Nachteil: Er muss viel öfter in den Waschsalon gehen. Alles was er zum Leben braucht, kann er in einen Rucksack packen.

Als bei ihm ein Heizungsrohr platzt, steht er bei Marlen vor der Tür. Da die beiden nicht unterschiedlicher sein können, geraten sie anfänglich in Streitereien und humorige Sticheleien und raufen sich dann aber zusammen, denn sie brauchen einander. Wegen des Wasserschadens in seiner Wohnung, bittet er Marlen um eine Bleibe und Marlen braucht dringend seine Hilfe. Der Vermieter hat sich angekündigt, um die feuchte Decke zu inspizieren. Auf keinen Fall kann sie ihn in die Wohnung lassen, ohne vorher aufzuräumen. Er könnte ihr ja kündigen. Nicht ganz uneigennützig bietet Fynn ihr seine Hilfe an.

„Alles in bester Ordnung“ ist das Regiedebüt der Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Natja Brunkhorst („Christiane F.-Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“), in dem sie uns einlädt die Sammlerin Maren und den Minimalisten Fynn auf melancholische und amüsante Weise beim Aufräumen zuzusehen. Er schmeißt heimlich Sachen weg, sie holt sie wieder aus dem Müll. Doch eins verbindet sie: Beide sind einsam. Am Ende findet das Chaos eine neue Ordnung.

Was für eine Mammutaufgabe für die Ausstatter*innen das Sammelsurium in der Wohnung drehgerecht zu platzieren. Schon alleine das lohnt, sich dieses“Drama“ anzuschauen.

Die Frage, warum Marlen während des gesamten Films die gleichen Klamotten trägt, beschäftigt mich noch immer.

Deutschland 2021; 96 Min; R: Natja Brunkhorst; D: Corinna Harfouch, Daniel Sträßer, Joachim Król, Felix Vörtler

FUCHS IM BAU (Gefängnisdrama) Kinostart: 19.5.2022 Gewinner des Max-Ophül Preis, Beste Regie, Bestes Drehbuch und weitere Preise

Die neue Arbeitsstelle des Mittelschullehrers Hannes Fuchs (Aleksandar Petrovic) befindet sich in der Gefängnisschule im Jugendtrakt einer großen Wiener Haftanstalt. Begrüsst wird er mit einer Flasche Wein, nachdem er genauso durchsucht wurde, wie jeder andere auch, der den Knast betritt.

Zimperlich geht es in der Klasse nicht zu. Schüler und Schülerinnen beschimpfen einander, sie werden schnell gewaltätig und dem Unterricht folgen meist lustlos oder aggressiv. Nach dem Unterricht werden die Schüler von den Wärtern durchsucht.

Der unangepassten Gefängnispädagogin Elisabeth Berger (Maria Hofstätter) gelingt mit ihren kreativen Unterrichtsmethoden, die straffälligen Jugendlichen, „die draussen nicht funktioniert haben,“ so der Wachebeamte der Jugendabteilung, abzulenken und zu beruhigen.

Fuchs soll der alteingesessenen Lehrerin assistieren. Doch Berger duldet niemanden an ihrer Seite. Er soll Kaffeekochen und Aufräumen. Seine Vorstellungen und neuen Ideen interessieren Berger nicht.

Fuchs, der ein unbewältigtes Trauma mit sich herumschleppt und schnell in Wut gerät, hört eigenartige Geräusche aus dem Keller. Er macht Weber drauf aufmerksam aber der reagiert nicht.

Fuchs kümmert sich und entdeckt die androgyne Samira, die eingesperrt ist und mit ihrem Kopf gegen die Tür schlägt. Samira (Luna Jorda) hat ihren Vater ins Koma geprügelt aber niemand weiss warum. Fuchs will versuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Das Mädchen, das wie ein Junge ausschaut, ist so einigen Übergriffen ausgesetzt und redet kaum.

Auch Tara Ketabi (Sibel Kekilli) von der Jugendgerichtshilfe, bittet Fuchs sich um Samira zu kümmern, deren künstlerisches Talent er erkennt und fördert. Tara will auf keinen Fall, dass Samira in die Psychatrie eingewiesen wird, denn als sie aus der Isolatin zurückgekehrt ist, erfährt sie dass ihr Vater aufgrund ihrer Attacke auf ihn, verstorben ist. Verzweifelt verletzt sich das Mädchen schwer mit einem Pinsel aus dem beliebten Malunterricht. Berger wird für die Tat verantwortlich gemacht und suspendiert, der Kunstunterricht wird eingestellt, was Weber (Andreas Lust) sehr recht ist. Er würde die Untersuchungshäftlinge am liebsten ganztätig in ihren Zellen sehen. Fuchs wird zum Gefängnislehrer befördert. Nur Berger, Weber und Fuchs wissen dass Samira den Pinsel nicht von Berger bekommen hat. Zwischen Fuchs und Berger kommt es zu einer Annäherung.

In Samiras Zelle bricht ein Feuer aus, das Mädchen will sich umbringen. Ihr Suizidversuch reisst bei Fuchs alte Wunden auf und man begreift, warum er ausgerechnet in einem Knast arbeitet. Er rettet Samira und will sie unbedingt vor einer langen Haftstrafe bewahren.

Ausserdem erfährt er vom Anstaltsleiter, warum er an die Gefängnisschule berufen wurde. Ihm wird klar, dass seine Stelle als Gefängnislehrer weitaus mehr für ihn ist, als ein Job. Nun krempelt Fuchs den Unterricht um. Auch er musste einiges lernen. Seine Schüler geben sich freudigst dem neuen Rythmus hin.

Regisseur Arman T. Riahi wurde inspiriert von den Erfahrungen des Sonderpädagogen der Justizanstalt Josefstadt, Wolfgang Riebniger.

Er nimmt uns mit in den Mikrokosmos Gefängnis, zeigt die Machtstrukturen bis hin zu erpresserischen Methoden. Ein bedrückendes, realistisches atmosphärisch dichtes Drama, das durch die Gesamtheit seiner Charaktere bewegt.

Österreich 2020; 103 Min; R: Arman T. Riahi; D: Aleksandar Perovic, Maria Hofstetter, Andreas Lust, Sibel Kekilli

DOG-Das Glück hat vier Pfoten (Channing Tatum kommt auf den Hund: Vereint im Kriegstrauma) Kinostart: 19.5. 2022

Dem traumatisierten und entwurzelten Kriegs-Veteranen Jackson Briggs (Channing Tatum) geht es nicht gut. Sein freudloser Fast-Food-Job kotzt ihn an und er möchte unbedingt wieder zu seiner Einheit zurückkehren. Dass der Ex-Ranger starke Tabletten nehmen muss, ist mit ein Grund, warum sein Vorgesetzter die Einwilligung verweigert. Ausserdem braucht der mehrfach am Kopf verletzte Ex-Soldat ein Gesundheitsschreiben, welches ihm die Ärzte nicht ausstellen wollen.

Doch dann macht ihm sein Vorgesetzter ein Angebot: Wenn er Lulu, eine äusserst agressive belgische Malinois-Hundedame, ebenfalls schwerst kriegstraumatisiert, rechtzeitig zur Beerdigung ihres verstorbenen Herrchens , dem Elitesoldaten Rodriguez bringt, bekommt er einen neuen Marschbefehl.Rodriguez war in derselben Brigade im Irak unterwegs wie er und ist bei einem Autounfall um`s Leben gekommen. Briggs geht auf den Deal ein. In seinem alten Ford begeben sich die beiden auf einen abenteuerlichen Roadtrip durch Amerika. Briggs spricht mit der Hündin wie mit einem guten Kumpel. Schnell bemerkt er, dass Lulu ähnlich traumatisiert ist wie er, beide haben gedient und wurden verletzt und haben Verluste erlebt. Mit dem Unterschied, dass Briggs seinen Job freiwillig gemeistert hat und Lulu keine andere Wahl hatte.

„Wir beide benehmen uns, als würde dein Daddy von oben auf uns herunterschauen“

Abgerichtet wurde die Army-Hündin auf „arabisch“ aussehende Menschen.

Mann und Hund raufen sich zusammen.Treffen auf Vorurteile, erleben falsch verstandenen Patriotismus, kommen in komische als auch brenzlige Situationen. Mensch und Hund eint in diesem Fall das gleiche Schicksal. Sie sind beide Veteranen, für die in der Gesellschaft kein wirklich humaner Platz mehr ist.

Der Tenor dieses Buddy-Dramas ist ziemlich düster und melancholisch. Ein Film über Freundschaft, Empathie, Einsamkeit aber auch Neuorientierung.

Am Ende des Abspanns steht der alles entscheidende Satz: „In Memory of Lulu“. Lulu war Tatums Hund, der an Krebs gestorben ist. Das hat ihn dazu bewegt, eine Geschichte zwischen Zweibeiner und Vierbeiner zu erzählen und der Filmhündin denselben Namen zu verpassen.

2017 hatte Tatum als ausführender Produzent an der HBO- Dokumentation „War Dog: A Soldier`s Best Friend“ mitgearbeitet.

Mit diesem, seinem Regiedebüt DOG, hat Channing Tatum die Trauer um seine Hündin verarbeitet.

„Die wissen morgen bei der Beerdigung deines Daddys nicht, was für ein Held du gewesen bist“, lauten seine Worte an die Hündin.

Vorgesehen ist, dass Lulu nach Rückkehr der Beerdigung getötet werden soll.

USA 2022; 97 Min; R: Channing Tatum D: Channing Tatum, Luke Forbes, Ethan Suplee, Kevin Nash, Q´orianka Kilcher

LEANDER HAUßMANNS STASIKOMÖDIE (Ein Stasispitzel lernt das wilde Leben in Ostberlin kennen und lieben) Kinostart: 19.5.2022

Achtziger Jahre, DDR. Ludger Fuchs (als junger Mann: David Kross) wird von der Stasie auf die rebellische Beat-Generation im LSD-Viertel Lychnerstraße, Schliemannstraße und Dunckerstraße, Prenzlauer Berg, angesetzt. Er gilt als besonders systemtreu, denn wer an einer Roten Ampel brav stehen bleibt und geduldig auf das grüne Männchen wartet, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist, hat den Test bestanden. Wer sich stur an Regeln hält, ist im Mielke-Imperium gut aufgehoben. Mit den Kollegen der Sondereinheit LSD spioniert er nun die der Obrigkeit nicht geheuerliche Künstlerszene aus. Doch dann verwickelt er sich in amouröse Abenteuer, verliebt sich in die schöne Natalie (Deleila Piasko), wird aber vom Führungsoffizier mit einer anderen Frau verkuppelt, der Zielperson Corinna (Antonia Bill). Ludger findet das Hinterhof-.Bohémien-Leben gar nicht mehr so negativ, sondern cool. Er ist fasziniert vom lockeren Lebensstil der Szene, den Partys und Lesungen in den verqualmten Räumlichkeiten. Vergeblich versucht der Führungsoffizier, dargestellt von Henry Hübchen, nuschelnd und mit billigen schmuddligen Kunstzähnen, den verdeckten Ermittler wieder auf die gerade Linie zu führen. Erst Jahre später kommt die Spitzelgeschichte von Ludger, der sich durch`s Leben lügt, ans Licht. Im Berlin von heute: Schriftsteller Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) damaliger Held des Widerstands in der DDR, wird von seiner Familie gedrängt, endlich Einsicht in seine Stasiakte zu nehmen. Prompt entdeckt seine Ehefrau Corinna (Margarita Broich) so einige Merkwürdigkeiten und unangenehme Wahrheiten.

„Leander Haußmanns Stasikomödie“ ist der letzte Teil seiner DDR-Trilogie, nach „Sonnenallee“ und „NVA“.(Eine Militärklamotte)

In dieser schrägen Geschichte hat man den Eindruck, Haußmann verarbeitet seine privatistischen Jugenderinnerungen der Beat-Generation. Die Stasi-Schnüffler tauchen als tumbe, dümmliche Typen auf, vieles wirkt eher klamaukig statt witzig, der Humor ist ambivalent und eine wirklich satirische Auseinandersetzung mit dem Thema findet nicht statt.

Deutschland 2022; 116 Min. R: Leander Haußmann ; D: David Kross, Jörg Schüttauf, Antonia Bill, Margarita Broich, Deleila Piasko, Detlev Buck, Tom Schilling und Alexander Scheer als Drag-Queen.

BETTINA ( Ein aufrechtes offenes und unbeirrtes Portrait der Liedermacherin und Widerstandskämpferin Bettina Helene Wegner) Kinostart: 19.5. 2022

Bettina Helene Wegner, 1947 in Westberlin geboren, in Ostberlin aufgewachsen.

Bekannt wurde die Liedermacherin mit dem einfühlsamen und aufrüttelden Lied „Sind so klein die Hände….“ Sie singt es heute noch. Aber am liebsten singt sie Liebeslieder.

In dieser Berliner Biografie blickt Bettina Wegner humorvoll, offen und unbeirrt auf ihr Leben zurück.

Regisseur Lutz Pehnert portraitiert diese ungewöhnliche Frau, die eigentlich gerne Schauspielerin geworden wäre und die im Laufe von vierzig Jahren ihre eigenen Gebote entwarf, nach denen sie ihr Leben gestaltet:

„Aufrecht stehen, wenn andere sitzen, Wind sein, wenn andere schwitzen, lauter schreien, wenn andere schweigen, beim Versteckspiel sich zu zeigen…“ Mit 12 hat sie Lieder und Gedichte geschrieben, die sich um die Atombombe rankten.

„Es war nur eine kleine Bombe, sie sah ganz harmlos aus, doch als sie fiel, fiel auch dein Haus“.

Als die Leute weinten, wenn sie die Lieder hörten, war ihr klar, alles richtig gemacht zu haben.

Sie war eine glühende Verehrerin von Stalin, weiss aber nicht so genau warum: „Er war einfach überall“.

Mit 21 Jahren stand sie vor Gericht, weil sie gegen das gewaltsame Ende des Prager Frühlings protestiert hatte, indem sie Flugblätter mit folgenden Losungen verteilt hat:

„Hände weg von Prag. Nieder mit den Mördern von Prag“ und ähnliches. „Lieber hätte ich mich offen auf die Strasse gestellt und laut gesagt, was ich denke“, sagt sie der Richterin im Verhör.

Pehnert nutzt Archivmaterial aus Ost und West und Audiomitschnitte aus ihrem Prozess, wo sie ehrlich Rede und Antwort steht. Er gibt ihr viel Raum zu erzählen, nicht nur mit Worten, sympathisch gefärbt im Berliner Dialekt, Hochdeutsch ist nicht ihre Sprache, sondern auch gesanglich. Ihre Lieder stimmen, ihre Texte treffen und ihre Melodien gehen unter die Haut.

Wegen staatsfeindlicher Hetze wurde sie für 1Jahr und 4 Monaten verurteilt, in einer Fabrik arbeiten zu gehen. Eine schwere Zeit für sie, denn sie hatte ja den unehelichen Sohn Benjamin aus der Liebesbeziehung mit Thomas Brasch, den sie versorgen musste. Schmerzlich hat sie sich von Brasch getrennt, der sie betrogen und belogen hat.

Später hatte sie mit ihrem Mann Klaus Schlesinger die Idee im Haus der jungen Talente Veranstaltungen zu organisieren, wie „Eintopp“ und „Kramladen“, wo sie neben Gastauftritten von gleichgesinnten Künstler*innen ihre eigenen Lieder sang. Anschliessend gab es Diskussionen mit dem Publikum. Sie war jetzt eine freiberufliche Sängerin mit Berufsausweis.

Nach Biermanns Ausbürgerung war die Stimmung betrübt. „Ich weiss nur sicher, dass ich bleiben mußte“, sagt Bettina.

Seit März 1980 tritt sie nur noch in der BRD auf. Sie hat ein Ausreisevisum und kann hin-und herfahren. Ihre Auftritte waren in der DDR nicht mehr erwünscht. Sie wollte unbedingt ihren Beruf ausüben und singen. Das ging im Osten nun nicht mehr. Die Ehe mit Schlesinger war auch am Ende.

Dem Staat wurde sie mit ihren politischen Texten immer unangenehmer und sie sollte nun endgültig die DDR verlassen und nach West-Berlin gehen. Das Ausreisevisum wurde für ungültig erklärt. Wie eine Löwin kämpfte sie darum, in ihrer Heimat zu bleiben. Widerwillig fügte sie sich, denn es drohte ihr eine erneute Haftstrafe. Mit 36 Jahren musste „sie ihre Wurzeln aus der Heimaterde drehen“. Ein Schmerz, den die heute 74-jährige noch immer spürt. Dass sie vor 20.000 Leuten in der Waldbühne auftrat, konnte sie nicht trösten.

„Wenn ich drüben sage, dann meine ich noch immer den Westen“. Ich dachte immer in der kurzen Zeit der Wende könnte die DDR eine Option sein. Erst hieß es: Wir sind das Volk, dann hieß es: Wir sind ein Volk und dann: Wir sind ein blödes Volk“. Ein Witz von Schlesinger.

Der Werdegang dieser beseelten Künstlerin und unverbesserlichen Widerstandskämpferin, die eigentlich nur von der Liebe singen wollte, gehört zu den spannendsten Lebensläufen des 20.Jahrhunderts. Das hinreißende Portrait beginnt mit der Zeile des Liedes: „Wenn ich ein Vöglein wär….“ und endet mit der Zeile.

Der Film feierte seine Premiere auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion Panorama.

Deutschland 2022; 107 Min. R: Lutz Pehnert; B: Lutz Pehnert; K: Anne Misselwitz; Musik komponiert von Bettina Helene Wegner

FIREBIRD (WENN DIE LIEBE GEHEIM BLEIBEN MUSS…..) KINOSTART: 17.5. 2022 zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-und Transphobie. In Berlin stellen Hauptdarsteller Tom Prior und Regisseur Peeter Rebane den Film persönlich vor. Zusammen mit unserem Partner All Out stellen wir für jedes verkaufte Kinoticket einen Gratis- Screeninglink für eine LGBTIQ-Person zur Verfügung, die in ihrem Land Repressionen ausgesetzt ist und nur erschwerten Zugang zu queeren Filmen hat. Interessant ist auch, dass Hauptdarsteller Tom Prior Russe ist und Oleg Zargordnii Ukrainer.

FIREBIRD basiert auf den Memoiren des russischen Schauspielers Sergey Fetisow und seinem Buch „Die Geschichte von Roman“. Er war in den 1970er-Jahren auf einer sowjetischen Luftwaffenbasis in Estland stationiert.

Dass Peeter Rebanes Spielfilmdebut über verbotene schwule Liebe in der Sowjetarmee auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges- einen dermassen aktuellen Filmstart in Deutschland bekommen würde, hätte man nicht geahnt. Noch heute sind queere Menschen in Russland schwersten Repressionen ausgesetzt.

Am 17.Mai, dem internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-und Transphobie (IDAHOBIT) startet FIREBIRD in den deutschen Kinos in Special Screenings. Bei der Premiere des Films auf dem Internationalen Filmfestival in Moskau wurde versucht, die Aufführung zu behindern und das Filmteam zu diffamieren.

Estland in den 1970er-Jahren.

Der junge, künstlerisch interessierte Soldat Sergey (Tom Prior „Kingsman:The Secret Service“, „die Entdeckung der Unendlichkeit“ ) absolviert seinen Militärdienst in HAAP SA LU, im Sowjetisch besetzten Estland, während seine beste Freundin Luisa als Sekretärin des Basiskommandanten arbeitet.

„Aufstehen! Nutzlose kleine Ratten! Keine Mama, die euch hilft!“ Das ist der Jargon, mit dem die Soldaten geweckt werden. Sergey zählt die Tage bis zum Ende seines Militärdienstes auf der Luftwaffenbasis.Er träumt davon, in Moskau Schauspieler zu werden. Als der smarte, russische Kampfjetflieger Roman (Oleg Zagordnii) auf die Basis versetzt wird, verfällt Sergey dem Charme des Piloten.

Roman zeigt Sergey, der viel fotografiert, wie man Fotos entwickelt. Es bleibt Roman nicht verborgen, dass Sergey das Theater liebt. Heimlich nimmt er ihn mit zur Aufführung von Strawinskys „Feuervogel“. Sergey ist fasziniert von den Tänzern. Von nun an bewegen sich die beiden auf dem schmalen Grat zwischen Liebe und Freundschaft, noch nicht bemerkend, dass sie bespitzelt werden.

Der KGB wurde anonym informiert. Der Name des Gefreiten wurde in der Anzeige nicht erwähnt. Die Situation wird für beide immer brenzliger. Beide riskieren ihre Freiheit und ihr Leben, sollten sie so weiter machen.

(Artkel 121: Eine sexuelle Beziehung eines Mannes mit einem Mann wird mit einer Gefängnisstrafe von 5 Jahren im Arbeitslager belegt.)

Sie müssen sich entscheiden: Leben sie ihre verbotene Liebe weiter, oder entscheiden sie sich, eine Ehe mit einer Frau einzugehen, um den bürgerlichen Schein zu bewahren. Luisa ist in Roman verliebt. Von dem Verhältnis der beiden Männer ahnt sie nichts. Nach dem Wehrdienst trennen sich die Wege der beiden Männer. Noch Jahre später ist ihre Liebe noch längst nicht vergessen.

Regisseur Peeter Reban nennt sein Debut einen mitreissenden Liebesthriller. Und das ist er auch. Der Film zeigt deutlich, was derartige Verbote nicht nur mit den akut Betroffenen macht, sondern auch mit Personen um sie herum.

Großbritannien/Estland 2021; 107 Min. R: Peeter Rebane, D: Tom Prior, Oleg Zagordnii, Diana Pozharskaya, Jake Thomas Henderson

SUN CHILDREN (Drama) Ein zwölfjähriger Straßenjunge versucht im Alltag von Teheran zu überleben. Ein zu Herzen gehender Film über das Leben in Armut. Kinostart: 5.5. 2022

Nachdem seine Mutter bei einem Brand schwer traumatisiert wurde, ist der zwölfjährige Ali auf sich allein gestellt. Um schnell an Geld zu kommen arbeiten Ali (Rouhollah Zamani) und seine Clique hart, machen kleine Jobs in einer Werkstatt, klauen Autoreifen von Luxuswagen, müssen vor der Polizei flüchten, und werden von windigen Auftraggebern ausgenutzt. Es bleibt ihnen nichts anderes, denn die Väter hocken im Knast, sind drogensüchtig oder verschwunden.Und so hetzen sie von Auftrag zu Auftrag, immer in Eile. Das könnte sich ändern.

Der alte Patriarch Hashem, der über den Dächern des Viertels eine Taubenzucht betreibt, erzählt von einem geheimnisvollen Goldschatz, der sich in einem verschüttenden Tunnelsystem befindet, das unter der „Sun-School“, einer gemeinnützigen Schule beginnt und den Ali mit seinen Freunden ausheben soll. Er hat Ali ein wenig unter seine Fittiche genommen. Das lassen sich Ali, Mamad, Reza und der albanische Migrant Abofazl nicht zweimal sagen. Sie melden sich kurzerhand in der Schule an, um auf dem Gelände graben zu können. Es herrscht gerade Aufnahmestopp. Ali schafft es, den Schulleiter zu überreden und erreicht eine kurzfristige Aufnahme. Die Hoffnung auf ein bessereres Leben, treibt Ali und die Jungen zur heimlichen Schwerstarbeit im Kellergewölbe an. Wie besessen arbeitet sich Ali Stück für Stück durch Geröll und Schlamm vor, wenn er nicht gerade in der überfüllten Klasse dem Unterricht folgt.

Überhaupt ist es nur noch eine Frage der Zeit, wie lange die spendenfinanzierte Schule noch existiert. Da können sich die Lehrer noch so sehr engagieren. Es gibt diese Schulen tatsächlich in Teheran, sie sind aber permanent gefährdet und somit auch die Bildung der Strassenkinder. In diesem Fall stellt sich die Frage: „Was ist segensreicher? Der Goldschatz oder die früchtetragende Bildung.

Einer von den Jungen macht Fortschritte in Geometrie, da er bei einem Fliesenleger gejobbt hat, der andere entwickelt sich zu einem Fußballtalent und darf in einem Verein trainieren. Er ist stolz, dass man sein Talent erkannt hat. Beide graben nicht mehr weiter.

Ali buddelt und buddelt. Ein bißchen hat er sich in Zahra, die Schwester seines Kumpels Abofazl (Abofazl Shiraz) verliebt, die illegal in der U-Bahn Schwämme verkauft und fleissig in der Schule mitarbeitet, denn sie will unbedingt etwas werden. Doch dann wurde sie in der U-Bahn festgenommen, die Haare werden ihr geschoren und die afghanische Flüchtlingsfamilie ist verschwunden. Traurig steht Ali vor der leeren Behausung.

SUN CHILDREN, das neue Meisterwerk von Majid Majidi ( KINDER DES HIMMELS, FARBEN DES PARADIESES) ist die visuell beeindruckende und emotional mitreissende Geschichte von 4 Strassenkindern, die versuchen, sich ihren Weg aus der Armut zu erkämpfen. Es ist erstaunlich, dass Majidi sein Drama unter den Zensurbedingungen des Mullah-Regimes realisieren konnte.

Einige Kinder hat er auf der Strasse gecastet,wie den kleinen Abofazl und seine Schwester Shamila, die die Zahra spielt. Majidi verwebt Krimielemente mit Abenteuerelementen und sozialem Realismus, vergißt aber nicht poetische Momente einzubauen. Es gelingt ihm virtuos, die Zuschauer zu verführen, um die jugendlichen Helden zu bangen und mitzufiebern.

Der iranische Film feierte seine Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig 2020, wo er mit dem Laterna Magica Award und der Hauptdarsteller Rouhollah Zamani mit dem Marcello Mastroianni Award für den besten jungen Schauspieler ausgezeichnet wurde.

OT: Khorshid; Iran 2020; 99 Min.; R: Majid Majidi, D: Rouhollah Zamani, Mahdi Mousavi, Ali Nasirian, Abofazl Shirzad, Shamila Shirzad, M. Ghafouri, Tannaz Tabatabei