RIFKIN´S FESTIVAL (Ein Film von Woody Allen) Kinostart: 7.7. 2022

Die Zeiten, dass man sich darum gerissen hat in einem Woody Allen Film mit zu spielen, haben sich nach den Gerüchten über den sexuellen Missbrauch an seiner siebenjährigen Tochter Dylan geändert. Vor zwei Jahren wurde das Filmfestival in San Sebastian mit Allens Film RIFKIN´S FESTIVAL eröffnet, der jetzt in unsere Kinos kommt. In Europa ist man offensichtlich nicht ganz so prüde, wie in den USA und so kann es sein, dass dies nicht unbedingt der letzter Film des 86-jährigen Filmemachers ist, der in Europa gedreht und gezeigt wird.

Allen selbst tritt nicht auf, sondern überlässt die Hauptrolle seinem Schauspielerfreund Wallace Shawn, der in seinen früheren Filmen häufig zu sehen war.

Wallace spielt Mort Rifkin, einen New Yorker Cineasten, der an der Filmhochschule unterrichtet. Sein Steckenpferd ist der europäische Film und zu seinen Lieblingsfilmemachern gehören Godard, Lelouch, Fellini, Truffaut, dessen Film „Jules et Jim“er für ein Meisterwerk hält. Früher waren Filmfestivals immer sehr aufregend für ihn. Jetzt begleitet Rifkin nur noch seine Frau, die PR – Agentin Sue (Gina Gershon) die sich um den gefeierten französischen Regisseur Philippe (Louis Garrel) kümmert, den sie für ein Genie hält.Sie hat wenig Zeit für ihren Mann, geniesst die Avancen des jungen Filmemachers, treibt sich auf Empfängen-und Dinnerpartys rum. Für Mort ist das ganze Getue Schnee von gestern. Er hat einen großen Wunsch: Einen Roman zu schreiben, der ein Meisterwerk wird.

Aus Langeweile spaziert er durch die Alt-Stadt von San Sebastián, sucht eine Cardiologin auf, da er unter Herzrhythmusstörungen leidet, seit er aus New York weg ist. Die unglücklich verheiratete Ärztin Jo Rojas (Elena Anaya) beruhigt ihn und teilt mit ihm seine Vorliebe für die Klassiker des europäischen Films. Sie befasst sich eher aus Mitleid mit dem nörgligen Hypochonder, während er sich gewisse Hoffnungen macht. Die Eröffnung seiner Frau Sue, sich zu trennen, wenn sie zurück in New York sind, macht es nicht besser.

Neues erzählt Allen uns hier nicht. Mort übernimmt die Rolle seines intellektuellen Alter Ego, sinniert darüber, dass man einen Künstler nicht nach bürgerlichen Kriterien beurteilen kann, angeregt durch ein Gespräch mit Jo. Es geht um Fragen: „Wer bin ich? Was will ich? Werde ich einen großartigen Roman schreiben?“ Und immer wieder flüchtet sich Mort in Tagträume, in deren Szenen er ein Teil europäischer Filmklassiker ist. Letztendlich immer auf der Suche nachdem Sinn des Lebens, ein Sammelsurium von Neurosen, bei dem er am Ende auf der Suche nach Hilfe ist. Während er mit dem Tod (Christoph Waltz) Schach spielt, gibt der ihm eine Reihe von Vorschlägen, gesund zu leben. Vielleicht eine Art Hoffnungsschimmer für einen Film, bei dem Allen nochmal über seinen Schatten springt. Schön wär`s.

Spanien, USA, Italien 2020; 92 Min.; R: Woody Allen; D: Wallace Shawn, Gine Gershon, Elena Anaya, Louis Garrel, Sergi Lopez, Enrique Arce,Douglas McGrath, Ben Temple, Christoph Waltz

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