ALLES IN BESTER ORDNUNG (Komödie) Kinostart: 26.5. 2022

Die Zahntechnikerin Marlen (Corinna Harfouch) lebt in einer Wohnung, die vollgestopft ist mit viel zu vielen Dingen, von denen sie sich nicht trennen kann. Ein Blick in ihre Wohnung erklärt, warum sie lieber zum Lesen im Treppenhaus auf der Fensterbank sitzt, als in ihrer Wohnung, die stark an einen Trödelmarkt erinnert. Sie kann einfach nichts wegwerfen, weil sie Mitleid mit den Dingen hat. Um sich auszuruhen geht sie öfter in ein Möbelhaus und probiert bequeme Doppelbetten aus. Privaten Kontakt mit ihren Arbeitskolleg*innen hat sie nicht, denn Einlass in ihre Wohnung gewährt sie niemandem.

Der über ihr wohnende Computerexperte Fynn (Daniel Sträßer) besitzt so wenig wie möglich. In Zahlen ausgedrückt: 89 Gegenstände. 94, wenn man seine fünf Sockenpaare als zwei Dinge ansieht.

Einziger Nachteil: Er muss viel öfter in den Waschsalon gehen. Alles was er zum Leben braucht, kann er in einen Rucksack packen.

Als bei ihm ein Heizungsrohr platzt, steht er bei Marlen vor der Tür. Da die beiden nicht unterschiedlicher sein können, geraten sie anfänglich in Streitereien und humorige Sticheleien und raufen sich dann aber zusammen, denn sie brauchen einander. Wegen des Wasserschadens in seiner Wohnung, bittet er Marlen um eine Bleibe und Marlen braucht dringend seine Hilfe. Der Vermieter hat sich angekündigt, um die feuchte Decke zu inspizieren. Auf keinen Fall kann sie ihn in die Wohnung lassen, ohne vorher aufzuräumen. Er könnte ihr ja kündigen. Nicht ganz uneigennützig bietet Fynn ihr seine Hilfe an.

„Alles in bester Ordnung“ ist das Regiedebüt der Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Natja Brunkhorst („Christiane F.-Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“), in dem sie uns einlädt die Sammlerin Maren und den Minimalisten Fynn auf melancholische und amüsante Weise beim Aufräumen zuzusehen. Er schmeißt heimlich Sachen weg, sie holt sie wieder aus dem Müll. Doch eins verbindet sie: Beide sind einsam. Am Ende findet das Chaos eine neue Ordnung.

Was für eine Mammutaufgabe für die Ausstatter*innen das Sammelsurium in der Wohnung drehgerecht zu platzieren. Schon alleine das lohnt, sich dieses“Drama“ anzuschauen.

Die Frage, warum Marlen während des gesamten Films die gleichen Klamotten trägt, beschäftigt mich noch immer.

Deutschland 2021; 96 Min; R: Natja Brunkhorst; D: Corinna Harfouch, Daniel Sträßer, Joachim Król, Felix Vörtler

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s