FUCHS IM BAU (Gefängnisdrama) Kinostart: 19.5.2022 Gewinner des Max-Ophül Preis, Beste Regie, Bestes Drehbuch und weitere Preise

Die neue Arbeitsstelle des Mittelschullehrers Hannes Fuchs (Aleksandar Petrovic) befindet sich in der Gefängnisschule im Jugendtrakt einer großen Wiener Haftanstalt. Begrüsst wird er mit einer Flasche Wein, nachdem er genauso durchsucht wurde, wie jeder andere auch, der den Knast betritt.

Zimperlich geht es in der Klasse nicht zu. Schüler und Schülerinnen beschimpfen einander, sie werden schnell gewaltätig und dem Unterricht folgen meist lustlos oder aggressiv. Nach dem Unterricht werden die Schüler von den Wärtern durchsucht.

Der unangepassten Gefängnispädagogin Elisabeth Berger (Maria Hofstätter) gelingt mit ihren kreativen Unterrichtsmethoden, die straffälligen Jugendlichen, „die draussen nicht funktioniert haben,“ so der Wachebeamte der Jugendabteilung, abzulenken und zu beruhigen.

Fuchs soll der alteingesessenen Lehrerin assistieren. Doch Berger duldet niemanden an ihrer Seite. Er soll Kaffeekochen und Aufräumen. Seine Vorstellungen und neuen Ideen interessieren Berger nicht.

Fuchs, der ein unbewältigtes Trauma mit sich herumschleppt und schnell in Wut gerät, hört eigenartige Geräusche aus dem Keller. Er macht Weber drauf aufmerksam aber der reagiert nicht.

Fuchs kümmert sich und entdeckt die androgyne Samira, die eingesperrt ist und mit ihrem Kopf gegen die Tür schlägt. Samira (Luna Jorda) hat ihren Vater ins Koma geprügelt aber niemand weiss warum. Fuchs will versuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Das Mädchen, das wie ein Junge ausschaut, ist so einigen Übergriffen ausgesetzt und redet kaum.

Auch Tara Ketabi (Sibel Kekilli) von der Jugendgerichtshilfe, bittet Fuchs sich um Samira zu kümmern, deren künstlerisches Talent er erkennt und fördert. Tara will auf keinen Fall, dass Samira in die Psychatrie eingewiesen wird, denn als sie aus der Isolatin zurückgekehrt ist, erfährt sie dass ihr Vater aufgrund ihrer Attacke auf ihn, verstorben ist. Verzweifelt verletzt sich das Mädchen schwer mit einem Pinsel aus dem beliebten Malunterricht. Berger wird für die Tat verantwortlich gemacht und suspendiert, der Kunstunterricht wird eingestellt, was Weber (Andreas Lust) sehr recht ist. Er würde die Untersuchungshäftlinge am liebsten ganztätig in ihren Zellen sehen. Fuchs wird zum Gefängnislehrer befördert. Nur Berger, Weber und Fuchs wissen dass Samira den Pinsel nicht von Berger bekommen hat. Zwischen Fuchs und Berger kommt es zu einer Annäherung.

In Samiras Zelle bricht ein Feuer aus, das Mädchen will sich umbringen. Ihr Suizidversuch reisst bei Fuchs alte Wunden auf und man begreift, warum er ausgerechnet in einem Knast arbeitet. Er rettet Samira und will sie unbedingt vor einer langen Haftstrafe bewahren.

Ausserdem erfährt er vom Anstaltsleiter, warum er an die Gefängnisschule berufen wurde. Ihm wird klar, dass seine Stelle als Gefängnislehrer weitaus mehr für ihn ist, als ein Job. Nun krempelt Fuchs den Unterricht um. Auch er musste einiges lernen. Seine Schüler geben sich freudigst dem neuen Rythmus hin.

Regisseur Arman T. Riahi wurde inspiriert von den Erfahrungen des Sonderpädagogen der Justizanstalt Josefstadt, Wolfgang Riebniger.

Er nimmt uns mit in den Mikrokosmos Gefängnis, zeigt die Machtstrukturen bis hin zu erpresserischen Methoden. Ein bedrückendes, realistisches atmosphärisch dichtes Drama, das durch die Gesamtheit seiner Charaktere bewegt.

Österreich 2020; 103 Min; R: Arman T. Riahi; D: Aleksandar Perovic, Maria Hofstetter, Andreas Lust, Sibel Kekilli

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