BELFAST (Drama) Die Kindheitserinnerungen von Kenneth Branagh während des Nordirland-Konflikts Kinostart: 24.2. 2022

Der neunjährige Buddy (Jude Hill) lebt mit seiner protestantischen Familie in einem Arbeiterviertel von Belfast. Er vermisst seinen Vater (Jamie Dornan) der in England eine Arbeit gefunden hat und nur an zwei Wochenenden im Monat nach Hause kommt. Gehör, bei allem was Buddy bewegt, findet er bei seinen Großeltern (Judi Dench und Ciarán Hinds). Er will der beste Fußballer der Welt werden und seine katholische Klassenkameradin Christine heiraten.

In dichten Schwarz-Weiß-Bildern erzählt Kenneth Branagh in „Belfast“ von seiner Kindheit, wie seine Eltern und Großeltern alles getan haben, um ihm eine glückliche Jugend zu geben und an die er sich 50 Jahre später noch episodenhaft als Buddy erinnert.

Sommer 1969. Das Leben spielt sich meistens auf der Straße ab, jeder kennt jeden, man sitzt zusammen, unterhält sich, Kinder spielen und man wußte wo man hingehört. Buddy ist mit seinen Holzschwertern zugange, als plötzlich ein wütender protestantischer Mob in ihre ruhige Straße einbiegt und die Fensterscheiben der katholischen Nachbarn einschlägt, Autos anzündet und aus politisch-religiöser Überzeugung von einer Zerstörungswut besessen ist.

Buddys Mutter schafft es gerade noch, ihn und seinen großen Bruder Will in die Wohnung unter einen Tisch zu ziehen um sie zu schützen und ihnen auch die Zeit zu geben, um zu verstehen, was da gerade passiert. Mit dieser Erinnerung beginnt Branaghs Film, erzählt aus der Sicht seines Alter Egos Buddy, sein Leben in Armut, die Liebe zu seinen Eltern, die weisen Ratschläge des Großvaters und der Freude, wenn der Vater nach Hause kam und sie ins Kino einlud, bis ein Akt der Gewalt die Lebensumstände des Jungen veränderte. Das Kino war für ihn Flucht und Vergnügen zugleich und eine Art Spiegel durch den er die Geschehnisse in seiner Umgebung betrachtete.

Die Eltern überlegen Belfast zu verlassen, obwohl ihre ganze Familie in dem Ort tief verwurzelt ist. Es ist nicht nur der Hass und die Gewalt auf den Straßen, die Eltern haben auch noch Geldsorgen. Für die Mutter (Caitriona Balfe) ein unerträglicher Gedanke. Sie war noch nie an einem anderen Ort. Wer soll sich dann um die kränklichen Großeltern kümmern?

Belfast ist in ein heißer Kandidat für den Oscar in diesem Jahr. Den Golden Globe für das beste Drehbuch hat er bereits bekommen. Diese warmherzige und bewegende, traurige und auch lustige Liebeserklärung an seine Heimatstadt Belfast ist großes emotionales Kino.Schon wenige Szenen zwischen Buddy und seinen Großeltern reichen um von Branaghs Jugenderinnerungen emotional berührt zu sein. Die Musik von Van Morrisson unterstreicht das Ganze auf nostalgische Weise.

Großbritannien 2021; 99 Min. ; Regie und Drehbuch Kenneth Branagh; D: Jude Hill, Caitriona Balfe, Jamie Dornan, Judi Dench,Ciarán Hinds, Lewis McAskie

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