GLORIA MUNDI – RÜCKKEHR NACH MARSEILLE (Drama) Kinostart: 13.1. 2022

„In seinem neuen Film „Glöria Mundi“, was so viel heißt wie Ruhm der Welt, zeichnet Regisseur Robert Guédiguian („Marius und Jeanette“, „Das Haus am Meer“) eine neokapitalistische Welt in der bürgerliche Existenzenzen zerbrechlich sind wie Kartenhäuser und die, die noch für eine gesellschaftliche Solidarität eintreten möchten, haben fast keine Mittel mehr dazu“. Angesiedelt hat er seinen Film im heutigen Marseille. Ruhmreich ist in diesem Film nichts.

Ein Kind wird geboren. Ein Mädchen. Sie nennen es Gloria. Die Eltern sind glücklich. Im Hintergrund choraler Gesang. Da die Eltern arbeiten müssen, bringen sie das Baby zu einer Tagesmutter. Glorias Mutter Mathilda (Anais Demoustier) arbeitet in einem Klamottenladen unter prekären Verhältnissen. Sie wird ausgenutzt, gedemütigt und schlecht bezahlt. Ihr Mann Nico, der für Uber Taxi fährt, wird überfallen und zusammengeschlagen. Von da an ist er arbeitslos.

Sylvie (Ariane Ascaride), Mathildas Mutter, die nachts putzen geht, kann es sich nicht leisten, für bessere Löhne zu streiken. Ihr Mann Richard (Jean-Pierre Darroussin, mit dem sie in zweiter Ehe verheiratet ist, ist als Busfahrer unterwegs.

Mathildas Halbschwester Aurore (Lola Naymark) haut kaltblütig in ihrem Secondhandshop in Not geratene Kunden übers Ohr. Zur Familie gehört auch noch Daniel Ortega (Gérard Meylan), der erste Mann von Sylvie und Mathildas Vater, der zwanzig Jahre lang in Rennes im Knast saß, weil er in Notwehr getötet hatte. Es fing alles damit an, daß er gestohlen hat, um Sylvie ein besseres Leben zu bieten. Er mietet sich in einem einfachen Hotel ein und kümmert sich liebevoll um Gloria, denn seit Nicos Überfall, kann die kleine Familie das Geld für die Tagesmutter nicht mehr aufbringen. Nicos Arm ist geschient und er darf vorerst nicht Taxe fahren. Obwohl er seiner Arbeitgeberin vorführt, daß er mit dem geschienten Arm fahren kann, bleibt sie hart. In seiner Verzweiflung wird er ihr gegenüber gewalttätig. Sylvie und Daniel suchen Nicos Arbeitgeberin auf und bitten sie, von einer Anzeige gegen Nico abzusehen. Dabei erfährt der Zuschauer Sylvies tragische Geschichte und ihre Angst, daß es Mathilda womöglich genauso ergeht wie ihr..

Daniel hat im Knast die Poesie entdeckt. Er schreibt Haikus, um die schönsten Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Er ist es, der weiß was zu tun ist, als das Drama sich zur Tragödie wendet.

Warmherzig und unsentimental erzählt Guédiguian die Geschichte eines Paares, das nach der Freude über die Geburt seines Kindes durch schwere Zeiten geht, umgeben von sozialer Kälte und das, bei dem Versuch über die Runden zu kommen, die Hilfe der gesamten Familie braucht. Trotz einschleichender Armut bleiben seine Figuren dennoch kraftvoll. Sein Drama endet mit dem choralen Gesang wie am Anfang.

Frankreich 2019 107 Min. R: Robert Guédiguian D: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Daroussin, Anais Demoustier, Gérard Mylan, Robinson Stévenin

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