LAST NIGHT IN SOHO (Horrorthriller) Kinostart: 11.11. 2021

Eloise (Thomasin McKenzie) will unbedingt Modedesign studieren, Um sich ihren Traum zu erfüllen, zieht sie aus dem beschaulichen Cornwall nach London. Sie verabschiedet sich von ihrer Großmutter (Rita Tushingham, „A Taste of Honey“1963), die sie sorgenvoll entlässt und sie vor der Metropole warnt.“London kann ganz schön überfordernd für ein Landei sein“. Es ist das erste Mal, dass die junge Frau auf sich allein gestellt ist. Ihre schizophrene Mutter beging Suizid.

Aber London ist ganz anders als sie sich die Stadt in ihren Träumen vorgestellt hat. Erst trifft sie auf einen schmierigen Taxifahrer, der sie süffisant vor der Stadt warnt und ihre Zimmergenossin und deren Clique machen sich über sie lustig. Wenn Eloise sich unbeobachtet fühlt, schnippelt sie sich aus Zeitungspapier Sechzigerjahrekleider, legt Musik von Dusty Springfield auf und posiert mit einer langen Zigarettenspitze vor dem Spiegel. Sie ist ein totaler Fan der Swinging Sixties. Sie flieht vor ihrer Mitbewohnerin, die nur Party im Kopf hat und findet ein Zimmer bei einer alten Dame, Miss Collins (Diana Rigg), in einem alten Haus. Auch die beschwört sie, gut auf sich aufzupassen.

Ein letzter Blick auf die blinkenden Lichter der Leuchtreklame vor ihrem Fenster und schon schläft sie in ihrem knarrenden Bett ein und reist im Traum zurück in ihre geliebten Sechzigerjahre. Sie träumt von der Mode, der Musik und von dem ausschweifenden Nachtleben im Café de Paris, dem angesagten Nachtclub im West End, wo die bunten Neonreklamen leuchten und wo sie in die Haut der platinblonden,verführerischen Sängerin Sandy (Anya Taylor-Joy) schlüpft und sich in einem Strudel aus Unterdrückung, Sex, Prostitution und Gewalt wiederfindet. Bis sie eines Nachts den Mord an Sandy miterlebt und den Bezug zur Realität zu verlieren droht. Zurück im heutigen London, versucht sie den Mörder zu finden. Eloise beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln. Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Auch die etwas schrullige Miss Collins ist eine ganz andere als sie vorgibt zu sein.

Edgar Wrights („Baby Driver“, „Shaun of the Dead“) audiovisueller Horrorthriller beginnt wie eine harmlose Coming- of -Age-Geschichte einer jungen Frau und entwickelt sich zu einem berauschenden Mysteriethriller, London wie es swingt und blutet, ein Frauenmörder treibt sein Unwesen. Sein Film zeigt beide Seiten der 60er Jahre. Ein Genremix aus strahlend bunten Bildern mit psychodelischen Farbeffekten und mitreissendem Soundtack und düsteren, kunstvollen Bildern, die einem Film noir gleichen.

Den Titel „Last Night in Soho“ ist ein Songtitel der Band Dave Dee, Dozy ,Beaky, Mick & Tich.

Wright: „Die Musik der Sechziger ist wie meine Zeitmaschine, um in diese Zeit zu reisen“.

Allein Anya-Taylor-Joys gesungene Version von Petula Clarks Klassiker DOWNTOWN ist grandios. Auch die Besetzung mit Sechzigerjahreikonen wie Diana Rigg in ihrer letzten Rolle, Rita Tushingham in einer Nebenrolle und Terence Stamp als Dandy, sind eine Hommage an dieZeit.

Großbritannien 2021, 117 Min.

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