WHO`S AFRAID OF ALICE MILLER? (Was bleibt vom Mythos der engagierten Kinderpsychologin?) Dokumentation Kinostart: 11.11.2021

Alice Miller ist 1925 in Polen geboren und kam 1946 (mit 23 Jahren) in die Schweiz. Sie studierte in Basel Philosophie, Psychologie und Soziologie. Nach der Promotion machte sie in Zürich ihre Ausbildung zur Psychoanalyse (nach Freud) und übte 20 Jahre lang diesen Beruf aus. Sie verstarb am 14.4. 1923 in Frankreich. Eines ihrer bekanntesten Bücher „Das Drama des begabten Kindes“.

Sie klärte darüber auf, dass Kindesmisshandlung dauerhafte Verletzungen zur Folge hat und behauptete, dass es auf der ganzen Welt keinen Menschen gibt, der sein Kind misshandelt, ohne das er selbst misshandelt wurde. Ausserdem schuf sie in den achtziger Jahren ein Bewusstsein für den sexuellen Missbrauch an Kindern. Diese Frau hat sich nicht dafür interessiert, dass ihr Sohn Martin tagtäglich von seinem Vater geschlagen wurde.

A.Miller: „Wenn sie ein Kind bekommen, sind sie dafür verantwortlich es zu schützen, zu lieben, zu respektieren und zu achten. Wenn man das nicht tut, ist es ein Verbrechen“.

Wie kann man sich für die Rechte von Kindern einsetzen und vor den Misshandlungen des eigenen Sohnes, die Augen verschliessen?

In der bewegenden Dokumentation WHO IS AFRAID OF ALICE MILLER? begleitet der Zuschauer den zutiefst verletzten Martin Miller, der auch Therapeut ist, bei seinem Versuch, die verdrängten Geheimnisse und die Lebenslügen seiner Mutter zu ergründen.

Er besucht die letzte Zeitzeugin seiner Familiengeschichte Irenka Taurek, eine Cousine seiner Mutter, die mit ihr aufgewachsen ist, auch Therapeutin ist und seit 1958 in den USA lebt. Dass er, während seine Mutter ihre Doktorarbeit schrieb, bei Irenka gewohnt hat, erfährt er erst mit 61 Jahren.

Mit ihr zusammen begibt er sich auf eine Rundreise nach Polen. Irenka, um ihre Erinnerungen aufzufrischen und Martin, um nach der Ursache für die psychische Grausamkeit seiner Mutter und seines Vaters zu suchen. Die Familie hat nie darüber gesprochen, dass sie Juden sind. Seine Spurensuche ist erschütternd und spannend zugleich. Er erfährt viel über die Flucht seiner Mutter und ihren Werdegang. Es sind Bruchstücke, die man nicht unbedingt wahrheitsgemäss deuten kann.

Sein Trip nach Polen, lassen ihn so manche Gefühle seiner Mutter, die Treblinka entkommen ist und offensichtlich mit den Deutschen kooperiert hat, erklären. Ihre Eltern wurden ermordet. Bei seiner Recherche erfährt er, dass es zwei Andreas Miller gab. Aber welcher ist nun sein Vater? Der Judenerpresser und Bastard? Wie auch immer die Wahrheit ist, Martin Miller ist ein zutiefst verletzter Mensch, der in Briefen seiner Mutter, mit Hitler verglichen wurde und die in ihm einen Feind sah. In ihren Büchern hat sie eine Alice Miller kreiert, die sie sein wollte aber nicht war.

Martin Miller hat eine Antwort auf das Buch seiner Mutter geschrieben: DAS WAHRE DRAMA DES BEGABTEN KINDES.DIE TRAGÖDIE DER AILICE MILLER.

Schweiz 2020 ; 101 Min. R: Daniel Howald

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