SPEER GOES TO HOLLYWOOD Dokumentation (Der perfide Versuch einer Nazigrösse seinen Ruf reinzuwaschen) Kinostart: 11.11. 2021

Am 19.März 1905 wird Albert Speer als Sohn des Architekten Albert Speer und dessen Frau in Mannheim geboren.

1923 nimmt er auf Geheiß seines Vaters ein Architekturstudium in Karlsruhe auf.

Im Januar 1931 tritt er in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) sowie in deren Sturmabteilung (SA) ein.

Im März 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Speer von Joseph Goebbels mit dem Umbau des Propagandaministeriums beauftragt.

Hitler ist von seinem Organisationstalent beeindruckt .

1934 wird Speer zu Hitlers wichtigstem Architekten. Speer entwickelt den Generalplan für den Umbau Berlins zur „Reichshauptstadt Germania“.

Durch den Tod des Rüstungsministers Fritz Todt, wird Speer zum verantwortlichen Leiter der gesamten Kriegswirtschaft ernannt. Sein Einsatz beruht wesentlich auf dem Einsatz von Zwangsarbeitern und Häftlingen aus den KZ´s. Circa12 Millionen Zwangsarbeiter mussten unter brutalsten Bedingungen in den Rüstungsfabriken arbeiten. Speer arbeitete eng mit Heinrich Himmler und der SS zusammen. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens ein Drittel der Zwangsarbeiter starb.

23.Mai 1945 Nach Kriegsende wird Speer verhaftet und in das alliierte Kriegsgefängnis in Nürnberg überführt. Es wird Anklage gegen ihn erhoben.

Am 1.Oktober 1946 wird er vom internationalen Gerichtshof Nürnberg wegen Kriegsverbrechen und Verbrecchen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Mit sechs weiteren „Hauptkriegsverbrechern“ wird er in das ehemalige Militärgefängnis Berlin-Spandau überführt.

Zahlreiche Gnadengesuche von der Familie und etlichen Politikern scheiterten am Einspruch der Sowjetunion.

1959 begann Speer im Gefängnis seine Kriegserinnerungen aufzuschreiben. Gefängniswärter schmuggelten die Aufzeichnungen nach draussen.

Am 30.September 1966 wurde Speer aus der Haft entlassen.

1969 wurde sein Buch unter dem Titel „Erinnerungen“ veröffentlicht und sofort zum Bestseller.

Innerhalb von zwei Jahren verkaufte es sich über eine Million Mal und wurde in 14 Sprachen übersetzt. Für Speer-der von sich selbst sagte: „Hätte Hitler einen besten Freund gehabt, so wäre ich es gewesen“ beginnt eine unglaublich perfide Rehabilitation.

Mit seiner Autobiografie verdiente er Millionen, war ein beliebter Gast in Talkshows und auf Empfängen und gehörte zur „Elite der Bundesrepublik“ und schaffte es sogar bis nach Hollywood.

Hier beginnt die Dokumentation von Vanessa Lapas SPEER GOES TO HOLLYWOOD.

Paramount Pictures plant 1971 Speers Weltbestseller „Erinnerungen“ zu verfilmen.

Drehbuchautor Andrew Birkin („Salz auf unserer Haut“) wurde beauftragt, ein Drehbuch über Speer zu schreiben und interviewte den „guten Freund Hitlers“ 40 Stunden lang. Speer wirkte selbst am Drehbuch mit.Die bis dato unveröffentlichen Aufzeichnungen bilden die Tonebene von Lapas Film, ergänzt mit einzigartigen Archivaufnahme auf der Bildebene. Die erschütternden Tonaufnahmen zeigen wie perfide Speer versucht seinen Ruf reinzuwaschen. Er geniesst es im Mittelpunkt zu stehen erzählt mit unaufgeregten Plauderton über sein Leben,stilisiert sich als „guter Nazi“. Die Gespräche fanden in seinem Haus in Heidelberg statt. Auch wenn heute nicht mehr genau rekonstruiert werden kann welche Art von Film das Studio im Sinn hatte, liegt die Vermutung nahe, dass Paramount eher an einen Film im Stile von Stanley Kubricks „Clockwerk Orange“ (1971) dachte, während Speer sich selbst wahrscheinlich eher als Titelfigur im Stile von Oliver Reeds „Oliver“ (1968) sah. Beide Regisseure waren in der Entwicklung der Verfilmung „Erinnerungen“ involviert ( Auszug aus dem Presseheft). Wieviel Speer tatsächlich über die Gräueltaten der Nazis wusste, kann Vanessa Lapa natürlich nicht genau beweisen. Die Mär vom „unbescholtenen Nazi“ist aufgrund der Bildsprache eine Fiktion. Wir Zuschschauer werden Zeugen wie skrupellos dieser Mann an seinem Mythos arbeitet.

Israel 2021, 97 Min. R: Vanessa Lapa (Der ANSTÄNDIGE)

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