RÄUBERHÄNDE (Auf einem Road-Trip nach Istanbul versuchen zwei Teenager-Jungen, ihre Freundschaft zu retten) Kinostart: 2.9.2021

Janik (Emil von Schönfels) und Samuel (Mekyas Mulugeta) sind beste Freunde, die wie Brüder aufgewachsen sind. Sie sind gerade dabei ihr Abi zu machen. Während Janik perfekte Eltern hat, hütet Samuel ein Geheimnis. Er schämt sich seiner alkoholkranken Mutter. Janiks Eltern haben Samuel wie einen Sohn, bei sich zu Hause aufgenommen. Samuel, weiß im Gegensatz zu Janik, genau, was er will: So schnell wie möglich, weg von seiner ständig zugedröhnten und lebensuntüchtigen Mutter. Janik sehnt sich nach Chaos und Samuel nach Ordnung. In ihrer gemeinsamen Gartenlaube“Stanbul“ schmieden die beiden Zukunftspläne. Nach dem Abitur wollen sie einen Roadtrip nach Istanbul machen, wo angeblich Samuels Vater wohnt und Janik will dem bürgerlichen Leben und dem, was seine Eltern von ihm erwarten, entfliehen. Auch wenn beide unterschiedliche Meinungen haben und sich gerne kabbeln, zerreißt so schnell nichts ihre tiefe Freundschaft.

Samuel: „Komm, wir hauen ab und lassen den ganzen Scheiß hinter uns“.

Doch kurz vor ihrer Abreise wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Zwischen Janik und Samuels Mutter Irene (Katharina Behrends) kommt es zu einer unverzeihlichen Begegnung. Samuel ist tief verletzt. Hals über Kopf treten sie ihre Reise, die Neuanfang und Spurensuche zugleich ist, trotzdem an. Doch die verläuft nun anders als geplant.

Mit „Räuberhände“ hat Ilker Catak („Es gilt das gesprochene Wort“) den Erfolgsroman von Finn-Ole Heinrich verfilmt. Das Buch avancierte nach seiner Erstveröffentlichung 2007 zum Bestseller, gilt heute an vielen Schulen als Pflichtlektüre und wurde in seiner Bühnenfassung am Hamburger Thalia Theater über 100 mal aufgeführt.

In Istanbul beginnt für die beiden unterschiedlichen Jungen eine Zeit des Erwachsenwerdens. Samuel ist auf der Suche nach seinen Wurzeln und einem Neubeginn. Er ist extrem gut darin, seine Ziele zu verfolgen, auch wenn sich ihm Schwierigkeiten in den Weg stellen. Janik will sich von seinen Eltern abgrenzen, auch wenn sie alles richtig gemacht haben. Wenn er nicht alles anders macht als sie, woher soll er dann wissen, ob dieses Leben wirklich seines ist. An erster Stelle steht jedoch, die Rettung ihrer Freundschaft. Ihr Plan war, ihr Leben zusammen zu bestreiten. Doch noch wissen sie nicht, wie sie ihren Konflikt lösen können. Ihnen fehlen die richtigen Worte und das richtige „Handwerkszeug“, was zu ungewollten Spannungen führt. Besonders Janik erlebt, wie zerbrechlich Vertrauen und Freundschaft sind und das es Grenzen gibt, deren Überschreitung vieles in Frage stellt und dass das sehr schmerzhaft sein kann. Wahrhaftig und einfühlsam erzählt Catak vom einzigartigen Lebensgefühl der 18-jährigen Freunde, die sich in einer Zeit des Aufbruchs befinden, in der alle Möglichkeiten noch offen zu sein scheinen. Mit beeindruckender Authentizität machen sich die beiden Schauspieler auf die Suche nach Freiheit, Identität und Heimat.

Deutschland 2020, 92 Minuten. Darsteller: Emil von Scönfels, Mekyos Mulugeta, Katharina Behrens, Nicole Marischka, Godehard Giese,Luissa Hansen Kamera: Judith Kaufmann Buch: Gabriele Simon und Finn-Ole Heinrich

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