ALLAH WEISS, DASS ICH SCHWUL BIN (Reportage) 2. Ausstrahlung im RBB Mai 2021 Bis 22.12.2021 auch abrufbar in der Mediathek ARD und RBB.

ALLAH WEISS, DASS ICH SCHWUL BIN (Reportage)

Der Film begleitet den Libanesen Hardi, der nach Deutschland geflohen ist, weil er von seiner eigenen Familie gedemütigt und mit dem Tode bedroht wurde.

Hardi: „Ich bin schwul und deshalb ist es schwer im Libanon zu leben. Deswegen wurde ich von meiner Familie verstoßen.“

In Deutschland angekommen, wurde er im Flüchtlingsheim von Landsleuten vergewaltigt. Auch in der Deutsch-Schule wird er gemobbt und verprügelt. Leider kein Einzelfall. Bastian Finke von der Berliner Institution MANEO- Schwule Opferhilfe berichtet von mehr als 40 Fällen, in denen schwule Muslime körperlich attackiert wurden. Schon längst in Berlin angekommen, bekommt Hardi weiterhin Drohanrufe seiner Familie, die er aufgezeichnet hat. Dank der Hilfe des Filmemachers und Autors Andreas Bernhardt, erstattet er Anzeige, die er später wieder zurüchzieht, weil er der Konfrontation mit seinen Angehörigen lieber aus dem Wege geht. Er möchte vergessen. Er ist sich sicher, dass Allah keine Schwulen hasst. Gott hat ihn so geschaffen, wie er ist und wusste das er schwul ist. Dieser Glaube, gibt ihm Kraft.

Mehmet Balikci, der in Berlin-Friedrichshain eine Gay-Bar eröffnet hat, steht selbsbewusst zu seiner Homosexualität. Er ist der Meinung, dass die Religion nicht unbedingt eine Rolle spielt, sondern dass es im Nahen Osten (und nicht nur dort), an gesellschaftlicher Aufklärung mangelt und dafür viel mehr getan werden muss. Jeder hat das Recht, ein selbsbestimmtes Leben zu führen.

Sexualität ist etwas ganz Privates. Man fragt sich, wann das endlich in den Köpfen der unterschiedlichen Gesellschaften ankommt. Andreas Bernhardt und sein Kameramann Armin Fausten zeigen eindrucksvoll wie schwierig und bisweilen gefährlich ein homosexuelles Leben für Muslime in Deutschland sein kann. Hardi hat grosses Glück gehabt, dass Bernhardt ihn unter seine Fittiche genommen hat. Und dennoch lebt er unter einer verdeckten Adresse in Berlin und hat eine Ausbildung zum Pfleger begonnen. Diese Dokumentation zeigt, dass noch viel Arbeit zu tun ist.

Dieser wichtige Film lief beim RBB am 22.12.um 03:25 . Unglaublich. Wer schaut sich denn um diese Zeit einen Dokumentarfilm an. Man hat sich beim Sender entschlossen, ihn nochmal 2021 im Mai zu zeigen. Hoffentlich zur Primezeit.

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