DER PRINZ O.T.: EL PRINCIPE (Drama) Jetzt im Salzgeber Club als VoD. Eine chilenisch-argentinisch-belgische Co-Produktion

San Bernado, Chile1970, als Präsident Allende versucht Sozialreformen durchzusetzen, was zur Folge hat, das landesweit Unruhen aufflammen, die 1973 zur Machtergreifung Pinochets führen.

Vor diesem Hintergrund spielt sich die tragische Geschichte des 20-jährigen Jaime, der im Knast den Spitznamen „Der Prinz“ erhält, ab.

Jaime (Juan Carlos Maldonado) landet in einer Fünfer – Zelle mit nur zwei Schlafplätzen!, nachdem er aus Eifersucht seinem heimlich begehrten Freund, die Kehle durchgeschnitten hat. Zimperlich geht es in diesem Knast wahrlich nicht zu. Der hübsche Junge, mit seinem Engelsgesicht, weckt sofort sämtliche Gelüste des älteren Zellenführers Ricardo (Alfredo Castro), den alle nur „Potro“ („Hengst“) nennen. Ein Mitgefangener muss seinen Platz auf der Pritsche neben dem „Hengst“ frei machen und auf dem Fussboden schlafen. Gleich in der ersten Nacht vergeht sich Ricardo an dem Neuen und nennt ihn von nun an „El Principe“, seinen Prinzen. Er wird zu seinem Beschützer, erwartet aber im Gegenzug tiefe Loyalität und sexuelle Unterwerfung.

Für Jaime wird Ricardo eine Art Vaterersatz. Als sein wirklicher Vater ihn besuchen kommt, schickt er ihn mit den Worten „lass dich hier nicht mehr blicken“ weg. In Rückblenden erfährt man warum Jaime zum Mörder wurde. Der Tote wurde von ihm idealisiert. Vor dem Spiegel übte er sein Lachen. Er war in ihn verliebt und konnte ihn nicht teilen. Ausserdem war Homosexualität zu der Zeit noch ein Tabu.

Jamie hat in diesem dreckigen Mikrokosmos aus Gewalt, Brutalität, Eifersucht, Machtstreben und zugleich ein Ort besonderer sexuellen Freiheiten, seinen Platz gefunden. Ja, es gibt auch so etwas wie Zuneigung. Platon, Ricardos geliebter Kater wird erhängt. Wutentbrannt stürzt sich Ricardo auf den vermeintlichen Täter. Durch die Verletzungen der Prügelei, landet er auf der Krankenstation.Es ist berührend zu beobachten, wie Jaime aus der verfilzten Füllung eines Kopkissen versucht, einen Ersatz-Platon zu basteln.

Regisseur Sebastián Munos´ Film beruht auf Mario Cruz` gleichnamigen Roman, den er als Groschenheft herausgebracht hat und der parallel zum Film in deutscher Übersetzung erschienen ist. Eine kammerspielartige Geschichte einer Selbstbehauptung hinter Gefängnismauern, während draussen alles auf eine Diktatur zusteuert. Hinter den Mauern ändert sich nichts. Nach Ricardos Tod kommt ein Neuer in die Zelle. Jamie übernimmt die Rolle seines verstorbenen Mentors.

Monos` Debüt gewann 2019 in Venedig den „Queer Lion“. Selten bieten Haupt -und Nebenfiguren eine unverzichtbare Einheit.

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