BRUNO MANSER – DIE STIMME DES REGENWALDES Kinostart: 22.10.2020 (Eine wahre Geschichte in atemberaubenden Bildern)

1984.

Der 29-jährige Schweizer Bruno Maser reist in den Dschungel von Sarawak, dem malaysischen Teil auf der Insel Borneo. Fern der modernen Zivilisation möchte er seinen Traum realisieren. In einem der ältesten Regenwälder der Welt begibt er sich auf die Suche nach einem der letzten Nomadenvölker der Erde: den Penan. Tagelang streift er mutterseelenallein durch den dichten Dschungel und lauscht den Geräuschen der herrlichen Natur. Auf seiner abenteuerlichen Suche stößt er endlich auf eine Penan-Sippe. Er folgt ihnen mit respektvoller Distanz und beobachtet ihre Lebensweise. Als die Penan den Fremden entdecken, sind sie irritiert. Es dauert nicht lange, bis Manser ihr Vertrauen gewinnt. Häuptling Along Sega nimmt den merkwürdigen weißen Mann unter seine Fittiche und bringt ihm alles bei, was man zum Überleben im Dschungel braucht. Nach und nach lernt er ihre Sprache und läuft wie sie, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, herum. Noch ahnt er nicht, daß die Begegnung mit dem friedliebenden Volk sein Leben für immer verändern wird.

Als die Penan auf dem Weg in ein neues Jagdgebiet sind, entdecken sie, daß Holzfäller ein riesiges Gebiet des Regenwaldes abgeholzt haben. Es stellt sich heraus, daß der größte Teil der Penan-Gebiete durch die neue Regierung zur Rodung frei gegeben wurde. Mit dem Export von Tropenholz nach Europa soll Malaysia zu einer Industrienation aufsteigen. Das bedeutet für die Penan, ihr Lebensraum wird zerstört. Manser überzeugt Sega und die Penan, für ihr Land zu kämpfen. Sie schließen sich mit weiteren Penan-Sippen zusammen und beginnen die Holzfällerstrassen zu blockieren, um die schweren Fahrzeuge an der Weiterfahrt zu hindern und damit die Holzindustrie zu stoppen. Ihr Widerstand weckt das Interesse der Medien. Ein junger Journalist, James Carter Long, bietet Manser an, sich bei der Regierung für ihre Landrechtsforderungen einzusetzen. Aus den Verhandlungen wird nichts. Stattdessen setzt der Geheimdienstchef Robert Chang ein hohes Lösegeld auf Mansers Kopf aus. Er muss sich im Dschungel verstecken. Heimlich trifft er sich mit Carter-Long, von dem er die neuesten Nachrichten erfährt. Das der ein falsches Spiel spielt bemerkt Manser als Carter-Long gemeinsam mit dem Geheimdienstchef auftaucht und Maser verhaftet wird.

Auf der Fahrt ins Gefängnis kann Maser fliehen. Als er zu Segas Blockadeort zurückkommt, erwartet ihn ein fürchterlicher Anblick. Ein neues Gesetz wurde kurzerhand verabschiedet. Das Blockieren von Holzfällerstrassen wurde als Terrorakt deklariert. Sämtliche Strassensperren wurden niedergerissen und mehrere Penan getötet.

Manser fühlt sich schuldig. Er glaubt, daß er den Penan jetzt nur noch helfen kann,wenn er in die Schweiz zurückkehrt und den Kampf auf ein internationales Parkett bringt.

Acht lange Jahre kämpft er wie besessen weiter. Er verhandelt mit hochrangigen Persönlichkeiten aber was auch immer er anstellt, den Kampf gegen ein globalisiertes Wirtschaftssystem zu gewinnen, ist wie ein Kampf gegen Windmühlen, eine klassische David-gegen-Goliath-Situation.

Obwohl er in Malaysia noch immer als Staatsfeind Nr. 1 gilt, kehrt er heimlich zurück in den Dschungel. Sega ist überglücklich, als er seinen „verlorenen Sohn“ wiedersieht. 2005 wurde Manser offiziell als verschollen erklärt. Er ist spurlos im Dschungel verschwunden.

„Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes von Niklaus Hilber mit Sven Schelker in der Titelrolle lief auf dem Neiße-Filmfestival außerhalb der Kokurrenz als Eröffnungsfilm und wurde von der Schweiz für den Auslands – Oscar 2021 nominiert. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Umweltaktivisten Bruno Manser in atemberaubenden Bildern. Sven Schelker verkörpert den passionierten Naturfreund mit großer Verletzlichkeit. Hilber hält sich bewußt nicht immer an die historischen Fakten. Das Drama von Manser überspannt einen sehr langen Zeitraum. Für ihn war es wichtig den Fokus auf Mansers Kampf für den Regenwald und die Vertreibung der Penan zu richten und den Namen Bruno Manser auch außerhalb der Schweiz bekannt zu machen. Die Probleme die hier beschrieben werden, sind leider aktueller denn je. Dieser sensible Film über die bedrohte Natur ist auch gleichzeitig ein kämpferisches Pamphlet, das uns aufrütteln soll.

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