BESTER MANN und LABEL ME im Doppelprogramm ab 7.5. im SALZGEBERCLUB exclusiv zu sehen (Video-on Demand)

BESTER MANN

Offensichtlich scheint der schüchterne Teenager Kevin (Adrian Grünewald) ein ideales Mobbing – Opfer zu sein. Als er auf gemeine Weise gelinkt wird und man ihm auch noch die Luft aus seinem Fahrrad lässt, ist er den Tränen nahe. Zum Glück kommt ihm ein Fremder auf seinem Motorrad zu Hilfe. Er bietet ihm an, eine Luftpumpe zu holen, damit er sein Rad wieder fahrtauglich machen kann. Kevin ist fasziniert von dem älteren Bennie (Frederik Schmid), der vorgibt ein Talent-Scout zu sein, coole Sprüche von sich gibt und in einem Haus im Wald wohnt. Von nun an werden seine Besuche häufiger. Bennie schenkt ihm nagelneue Turnschuhe, denn er hat jede Menge davon. Und weil er so nett ist, macht er Fotos von Kevin mit seinen knallroten neuen Schuhen. Zur Freude Kevins, wird eine Session daraus. Was so harmlos anfängt, gestaltet sich immer intimer. Kevin ist flüchtet, kehrt zurück und ist begeistert von seinen Fotos. Endlich nimmt ihn jemand wahr. Er ist viel zu naiv, um zu merken, auf was er sich mit seinen Besuchen einlässt.

Regisseur Florian Forsch konzentriert sich ausschliesslich auf das, was zwischen den beiden Protagonisten passiert. Er gibt dem Zuschauer viel Raum, um selbst zu ergründen, warum Bennie so ein leichtes Spiel hat, Kevin zu verführen.

(Länge: 44 Minuten)

LABEL ME

Auch in Kai Kreusers Film stehen zwei Protagonisten im Mittelpunkt des Geschehens, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein können.

Der syrische Flüchtling Waseer (Renato Schuch) lebt in einer Flüchtlingsunterkunft am Rande der Stadt. Geld verdient er, indem er Schwulen sexuelle Dienste anbietet.

„I fuck you as long as you can. Take it until you cum. I get my money. I leave.“ Küsse und Zärtlichkeiten entfallen. Es ist wieder einer der Abende, an dem er auf einem verlassenen Bahnsteig auf Kundschaft wartet. Lars (Nikolaus Benda) nimmt ihn mit nach Hause. Geld scheint keine Rolle zu spielen. Als Lars ihn küssen will, rastet der Syrer aus. Es bleibt nicht bei dem ersten Besuch. Als Lars eines nachts dringend weg muss, bleibt Waseer allein in seiner Wohnung. Er packt seine Tasche voll mit Dingen, die er verkaufen will. Als Lars zurückkommt, plagt ihn sein Gewissen.

„Es ist leichter dich zu ficken, als deine Sachen zu verkaufen“. Sie sehen sich immer öfter. Eines nachts nimmt Lars ihn mit in eine Schwulensauna. Er geht widerwillig mit aber nur weil er auch dafür bezahlt wird. Doch er haut frühzeitig ab. Je mehr die beiden ein tiefer gehendes Interesse an dem jeweils Anderen entwickeln, wird Waseers Aufenthalt im Heim zu einer Gefahr. Bei seiner Rückkehr wird er zusammengeschlagen.

Kreuser zeigt an der Figur Waseers dramatisch auf, in was für einem seelischen Konflikt die „Stricher“ sich befinden, die aus Ländern kommen, in denen auf Grund ihrer Erziehung und ihrer Religion Homosexualität nicht nur verpönt ist, sondern auch unter Strafe steht. Es gibt einen tragischen Moment, als Waseer ausrastet und Lars auf` übelste Weise beschimpft und wo ganz klar ist, dass er sich eigentlich selbst meint und wo herauskommt, welch inneren Kampf er mit sich selbst führt, indem er sich vor sich selbst schämt, bei dem was er da eigentlich tut. An einer Stelle des Films äussert er den Satz: „Hier ist alles angsteinflössend“. Auch für Lars ist Waseer längst kein „Sexualobjekt“ mehr, was man grosszügig bezahlt.

(Länge: 60 Minuten)

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