VARDA PAR AGNÈS (Selbstportrait der Wegbereiterin der Nouvelle Vague) Start: 6.2. 2020

Die Filmemacherin Agnès Varda wurde 1928 in Ixelles bei Brüssel geboren. Im Paris der Sechzigerjahre gehörte sie zum Kern der Nouvelle Vague. Auf der 69zigsten Berlinale lief ihr Film VARDA PAR AGNÈS, ein berührendes Selbstportrait. Sie wurde mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Im März 2019 ist sie verstorben.

Filmkritiker nennen sie die Großmutter der Nouvelle Vague. „Eigentlich müsste ich als Dinosaurier der damaligen Filmbewegung bezeichnet werden. Man hat mich auch schon Madame Patate genannt, weil ich in meinen Installationen herzförmige Kartoffeln zeige“. Bevor sie anfing Filme zu machen, eine Filmhochschule hat sie nie besucht, interessierte sie sich für Kunst und Malerei und Fotografie. Ihr erstes Drehbuch hat sie in Gedichtform geschrieben. Ihre drei wichtigsten Wörter sind: Inspiration, Kreation, Teilen.

In ihren Dokumentarfilmen liebte es sie, Menschen zu filmen, ob sie es merkten oder nicht. Sie war eine leidenschaftliche und experimentierfreudige Filmemacherin, die sich in ihren Dok-Filmen derer annahm, die sonst keine Stimme haben. Es interessierte sie der echte Mensch, sowie Bauern, Fischer oder Hausbesetzer.

In ihrem Selbstportrait nimmt sie auf einer Theaterbühne Platz und gibt Einblicke in ihr Schaffen, spricht über ihre künstlerischen Visionen und Ideen mit Ausschnitten aus ihrem Werk. Ihre lebendigen, anekdotenreichen und klugen Lektionen unterteilt sie in zwei Abschnitte. In ihren Ausführungen zur „analogen Zeit“ von 1954 bis 2000 steht die Regisseurin im Vordergrund. Eine Filmemacherin, die auszog, das Kino neu zu erfinden, offen für den Zufall, und die in jedem neuen Film ihren Erzählstil wechselt. Im zweiten Teil befasst sie sich mit den Jahren 2000 bis 2018 und zeigt wie sie die digitale Technik nutzt, um in ihrer ganz eigenen Art auf die Welt zu blicken. Vor und hinter der Kamera erweist sie sich als visuelle Geschichtenerzählerin, fern von Konventionen und vorgegebenen Dramaturgien. Was sie immer wollte, ein radikal neues Kino machen.

Zuletzt hat sie mit dem französischen Street-Art-Künstler JR den Film „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ gedreht, in dem beide zu sehen sind. Er macht sich darüber lustig, dass sie klein und alt ist. „Na und, ich war immer klein aber nicht immer alt. Das ist der Unterschied“. Im Film „Der Sammler und die Sammlerin“ betastet sie die Falten ihrer linken Hand und sagt: Oh mein Gott. Das Ende ist sehr nahe.“ Mit ihrem Film „Varda par Agnès“ hat die kleine aber grossartige Agnès für einen würdevollen Abschied gesorgt. Am Ende des Films verschwindet sie in einem Sandsturm am Strand.

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