LITTLE WOMEN (Literaturverfilmung) Start: 30.1.2020

Der autobiografische Roman „Little Women“, der amerikanischen Autorin Louisa May Alcott aus dem Jahr 1869 wurde bereits 17 Mal für die Leinwand und TV verfilmt. Erzählt wird die Geschichte von vier Schwestern Meg, Jo, Amy und Beth March, die zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, in denen Frauen keine Rechte zugestanden wurden, den für sie geeigneten Platz in der Gesellschaft suchen.

Als die Presseeinladung für die Neuverfilmung von Greta Gerwig („Lady Bird“) kam, dachte ich im stillen, ach nee, nicht schon wieder. Als ich dann im Kino saß, waren meine Zweifel schon nach wenigen Minuten verflogen.

In den früheren Verfilmungen lag das Hauptaugenmerk auf Jo (Saoirse Ronan) dem literarischen Alter Ego Alcotts, der Schritstellerin, die leidenschaftlich ihren Weg nach Unabhängigkeit verfolgt. Gerwig gibt in ihrer Neuverfilmung den charakterlich unterschiedlichen Schwestern sehr viel mehr Raum, der braven Meg (Emma Watson), die arm heiratet, Eliza Scanlen als kränkliche, selbstlose Beth und Florence Pugh („Midsommar) als aufbrausende Amy. Das Spiel der Schwestern von einer mitreissenden Natürlichkeit gezeichnet, das man völlig vergisst, dass man sich in einem früheren Jahrhundert befindet. Schon allein, wie anmutig sie sich in ihren Kostümen bewegen. Gerwigs äusserst klug geschriebenes Drehbuch gibt dem alten Stoff eine wunderbare junge und moderne Relevanz. Der Cast, zu dem auch Laura Dern als verständnisvolle Mutter und der umwerfende Timothée Chalamet, der wohlhabende Nachbarssohn, der locker um die Mädchen herumschwänzelt und Jo einen Heiratsantrag macht, den sie ablehnt, macht den Film zu einem schauspielerischen Fest. Ein Highlight, das atemberaubende Spiel von Saoirse Ronan und ihr Gegenpol, die umwerfende Florence Pugh, die verwöhnteste von den vier Schwestern, die ihre Figur mit einem unwiderstehlichem Charme spielt.

Gerwigs Film ist zeitlos, humorvoll und einfühlsam, frisch und lebendig. Köstlich Jos emanzipatorischer Kniff, mit dem sie erreicht, das ihr Roman veröffentlicht wird. Von wegen „Kleine Frauen“…. Desplats Musik unterstützt den Film auf magische Weise.

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