MILCHKRIEG IN DALSMYNNI Start: 9.1. 2020

„Mit mir nicht“ sagt sich die Milchbäuerin Inga (Arndis Hrönn Egilsdóttir) als sie erfährt, dass sich ihr Mann das Leben genommen hat. Eine Nachricht hat er nicht hinterlassen.

Inga und ihr Mann betreiben eine Milchfarm im Nordwesten von Island. Sie sind hochverschuldet. In Reykjavik könnten sie erheblich preiswerteren Dünger kaufen, doch die korrupte örtliche Genossenschaft lässt das nicht zu und zwingt die Bauern, bei ihnen einzukaufen, obwohl sie Wucherpreise verlangen. Wer sich nicht daran hält, wird auf eine schwarze Liste gesetzt. Auch ihre eigenen Produkte müssen sie an die Kooperative verkaufen. Ihr Mann wurde gezwungen, die schwarzen Schafe zu denunzieren, mit der Drohung ihm den Hof wegzunehmen. Das konnte er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Die verwitwete Frau geht auf die Barrikaden und wehrt sich.

Auf Facebook veröffentlicht sie einen Artikel über die mafiösen Machenschaften und spricht darüber in einem Rundfunkinterview. Daraufhin wird auch sie bedroht. Sie lässt sich jedoch nicht unterkriegen und stellt den Verkauf ihrer Milch ein. Herrlich die Szene, wie sie mit ihrem Traktor bei der Genossenschaft vorfährt und mit vollem Rohr die Strasse mit ihrer Milch überschwemmt. Es folgt eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Egal, Inga hat nichts mehr zu verlieren.

Der etwas spröde isländische Film nimmt den Zuschauer mit in eine graue, winterliche, ländliche Gegend, in der wortkarge Menschen versuchen ihr Auskommen zu finden und eine furchtlose Einzelkämpferin, die in einer von Männern dominierten Gesellschaft, kraftvoll ihr Recht einfordert.

Grímur Hákonarson erzählt sein Selbstbestimmungsdrama in ruhigen, unaufgeregten Bildern und einem sparsam eingesetzten Score.

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