THE FAREWELL Start: 19.12.201 (Kleine und große Lügen)

Die Familiengeschichte, die In „The Farewell“ erzählt wird, hat Regisseurin Lulu Wang („Die Kunst des Liebens“) 2013 selbst erlebt. Sie basiert auf einer wahren Lüge. Doch dabei bleibt es nicht. Kleine und größere Schwindeleien durchziehen den ganzen Film. Die Exilchinesin Billi (Awkwafina), die mit ihren Eltern in New York lebt, befindet sich gerade in einer Pechsträhne. Sie läuft durch die Stadt und telefoniert mit ihrer geliebten Großmutter Nai Nai (Zhao Shuzhen) im fernen China. Während des Telefonats sitzt sie in einem Krankenhausflur und wartet auf die Ergebnisse ihrer Untersuchung. Als Billi wissen will, wo siegerade ist, flunkert Nai Nai ihr vor, sie sei bei Billis Tante. Während des Telefonats wird Billi von einer fremden Frau angesprochen und als ihre Oma wissen will wer das war, antwortet sie: „Ach, das war nur eine Freundin“. Als sie kurz darauf bei ihren Eltern vorbeischaut, erfährt sie das bei Nai Nai Krebs im Endstadium festgestellt wurde und sie nicht mehr lange leben wird. Da Nai Nai sich bei bester Gesundheit wähnt, hat die Familie beschlossen, ihr nichts davon zu sagen. Und damit es nicht so auffällt, warum sich alle Familienmitglieder zum Abschied treffen, wird Billis in Japan lebender Cousin gebeten, mit seiner Freundin nach China zu reisen, um dort seine Hochzeit zu feiern, damit es ein letztes großes Fest mit Nai Nai, der Matriarchin geben kann. Da Billi so sehr an ihrer Großmutter hängt und es ihr schwer fällt die große Lüge für sich zu behalten, sind ihre Eltern der Meinung, daß sie lieber nicht mitkommt. Doch das kommt für Billi nicht in frage. Trotz ihrer moralischen Bedenken fährt sie dann doch.

Drei Tage vor der Hochzeit taucht Billi in Changchun auf. Nai Nai, die mit großer Freude in den Hochzeitsvorbereitungen steckt, wundert sich über Billis traurig wirkendes Gesicht. Auf die Idee, daß es mit ihr zusammenhängen könnte, kommt sie nicht. Erzählt wird die Geschicht aus Billis Perspektive. Wunderbar störrisch und muffelig verkörpert von der New Yorkerin Nora Lum, die unter dem schwer auszusprechenden Pseudonym Awkwafina als Rapperin berühmt wurde. Für die Rolle der Billi, ist sie für einen Golden Globe nominiert.

In dem teils traurigen, teils heiteren Familientreffen fällt anfänglich auf, wie sich die Großmutter auf die Hochzeit freut, während der Rest der Familie angestrengt darauf bedacht ist, ihr Geheimnis zu bewahren. Das gibt sich spätestens dann, als man bei den vielen Essen zusammensitzt und die nach den USA ausgewanderten Familienmitglieder sich so einige spitze Bemerkungen gefallen lassen müssen.

Feinfühlig beschreibt Lulu Wang die kulturellen Unterschiede zwischen der Großfamilie, ohne das Hauptthema, ob eine Lüge gut oder moralisch verwerflich ist, aus den Augen zu verlieren.

Lulu Wang: „Ob die Lüge nun richtig oder falsch war, spielt für mich eigentlich keine Rolle. Für mich ist es eine Geschichte über Verständnis und Akzeptanz. Es geht darum, seine eigene Meinung zu vertreten, aber auch die Größe zu haben, anderen ihre Meinung zuzugestehen“.

„Letztendlich geht es im Leben nicht um das, was du machst, sondern wie du es machst“.

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