Alles außer gewöhnlich (Tragikomödie, von den Machern „Ziemlich beste Freunde“. Start: 5.12. 2019

Bruno (Vincent Cassel) und Malik (Reda Kateb) haben es sich zur Aufgabe gemacht, ohne offizielle Genehmigung, die Lebensumstände von autistischen Kindern und Jugendlichen zu verbessern, und das, ohne Sentimentalität und ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben. Autisten leiden an der Unfähigkeit zu kommunizieren. Aber wenn man ihnen die nötigen Anregungen bietet, kann man ihre Sensomotorik steigern. Ihr Verein nennt sich „Die Stimme der Gerechten“. Sie kümmern sich besonders um die Fälle, die von der Gesellschaft im Stich gelassen wurden. Die beiden Regisseure Éric Toledano und Olivier Nakache haben für ihren Spielfilm, nach einer wahren Geschichte, bewusst mit echten Betreuern und echten Autisten zusammengearbeitet. Realität und Fiktion verschwimmen immer wieder. Dadurch gelingt es, den Blick auf die inneren Konflikte der Figuren zu richten und ein Gespür für ihren Alltag und ihre Probleme zu entwickeln. Unermüdlich sind Bruno und Malik unterwegs. Feste Arbeitszeiten gibt es für sie nicht. Unterstützt werden sie von jungen Pflegern, die zum grossen Teil aus sozialen Brennpunkten stammen und Schwierigkeiten haben, von der französischen Gesellschaft integriert zu werden. Sie bekommen hier eine Chance, Fuß zu fassen. Besonders Malik kümmert sich um die Jugendlichen aus verschiedenen Nationen, in dem er ihnen beim Lernen der französischen Sprache hilft, ihnen Höflichkeit und Pünktlichkeit beibringt.

Doch nun könnte damit Schluß sein. Weil ihre Mitarbeiter nach dem Gesetz nicht ausreichend qualifiziert sind und die Räumlichkeiten nicht den vorgeschriebenen Normen entsprechen, soll die Einrichtung geschlossen werden. Schlitzohrig und gewieft beginnt für Bruno und Malik der Kampf gegen die Obrigkeit. Ein Aus wäre eine Katastrophe. Es ist unglaublich berührend mitzuerleben, was für Fortschritte diese Menschen durch die aufopferungsvolle Geduld, der Liebe und dem Verständnis ihrer Betreuer machen. Ein grossartiges Plädoyer für Menschlichkeit und Engagement.

Bruno: „Irgendwann zahlt es sich aus, was wir hier reingesteckt haben“. „Alles außer gewöhnlich“ ist traurig, feinfühlig und auf behutsame Weise komisch.

Reda Kaleb: „Kein Film hätte mich weiterbringen können, als dieser es vermochte“.

Schlußendlich ein Film, der ein Bewusstsein für die Krankheit Autismus schafft. Von den Machern ZIEMLICH BESTE FREUNDE, HEUTE BIN ICH SAMBA und DAS LEBEN IST EIN FEST. Hoffentlich erreicht dieser Film ebenso viele Zuschauer wie ZIEMLICH BESTE FREUNDE. Er hat es verdient. Selten sieht man Schauspieler, die so viel Herz und Eifer in ihre Rolle stecken.

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