MARIANNE & LEONARD: WORDS OF LOVE Start: 7.11. 2019 (Doku)

Die Dokumentation über Leonard Cohen und seine Muse Marianne Ihlen ist eine poetische Reise in die 60-Jahre auf die Insel Hydra. „Words of Love“ erzählt die Liebes-und Lebensgeschichte des Ausnahmekünstlers und seine Suche nach Inspiration.

Nachdem die Norwegerin Marianne Ihlen ihren gewalttätigen Mann verlassen hat, lebte sie mit ihrem kleinen Sohn überwiegend auf der kleinen Insel Hydra, die in den Sechzigern ein Anziehungsort für Künstler und Hippies und Freidenker war. Hier lernte sie den jungen Leonard kennen, der so etwas wie „eine helping hand“ für sie wurde. Jahrelang führten sie eine On-und Off Beziehung. Marianne war die Liebe seines Lebens, was der kanadische Frauenschwarm erst sehr viel später einsah. Für sie schrieb er eines seiner berühmtesten Lieder „So long Marianne“, was mit den Zeilen beginnt: „Now, so long Marianne, it`s time that we began, to laugh and cry and cry and laugh about it all again“. Sie war seine griechische Muse. Wirklich glücklich war das Paar nur auf Hydra. Der damals noch unbekannte Leonard und Marianne führten ein Leben wie im Rausch. Drogen wurden herumgereicht, es war die Zeit der freien Liebe unter freiem Himmel und beständigem Sonnenschein. Mit ihrer Bodenständigkeit sorgte sie trotz aller Sorglosigkeit für einen geregelten Tagesablauf und inspirierte ihn zu einigen seiner poetischen Songs. Eine starke Spiritualität verband die beiden. Bevor er zum ersten Mal vor Publikum mit seinem Song „Suzanne“ auftrat, schrieb er ein Buch, welches von den Kritikern total zerrissen wurde. Da er sich ab und zu ein Plättchen LSD gönnte, kann man sich vorstellen, dass die Texte in seinem Buch nicht für Jedermann verständlich waren.Als die beiden nicht mehr als Paar zusammen waren, schickte er immer noch Geld und kümmerte sich um den kleinen Axel. An einer Stelle sagt Marianne, dass sie ihn am liebsten in einen Käfig gesperrt – und den Schlüssel abgezogen hätte. Sie litt unter der Trennung mehr als er. Je berühmter er wurde, desto besessener stürzte er sich in Liebesaffairen.

Tief in seinem Innern wusste er, das es nicht richtig war aber durch seine starken Depressionen, lebte er in einer Düsternis und konnte einfach nicht anders. Von 1994-1999 hielt er sich in einem buddhistischen Kloster auf. Als er es verließ, war er total verarmt und gezwungen eine Tournee nach der anderen, anzunehmen und wurde zum Superstar.

Marianne, die längst nach Norwegen zurückgekehrt ist und zum zweiten mal geheiratet hat, starb 2016 an Leukämie. Auf dem Sterbebett sprach sie noch über ihn und bat ihn, sich um ihren Mann und den Sohn Axel zu kümmern. Er schrieb ihr einen innigen Liebesbrief, Worte, die sie eigentlich schon vorher liebend gern von ihm gehört hätte. Drei Monate später ist auch er gestorben.

Interessant ist, das Nick Broomfeld als Teenager selbst ein Teil dieser feucht-fröhlichen Künstlergemeinde war und von der jungen Marianne inspiriert wurde Filme zu machen. Bekannt wurde er mit seinen Filmen „Kurt & Courtney“ und „Whitney-Can I be me“. Broomfeld beschreibt, dass das Leben auf der Insel durchaus nicht nur eitel Sonnenschein war, sondern auch seine dunklen Schattenseiten hatte. Da ich selbst Ende der Achtziger zweimal auf Hydra war, kann ich eins bestätigen: Die Insel ist wunderschön und Cohen hatte wirklich ein unglaubliches Charisma, als er eines Abends in einem Strassencafé am Hafen auftauchte und spontan einige seiner Lieder, in einer fröhlichen Runde zum Besten gab. Er hatte inzwischen genug Geld verdient, um sich ein Haus dort zu kaufen.

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