ONCE UPON A TIME IN…HOLLYWOOD START: 15.08.2019

Hollywood 1969. Die Zeit der großen Studiofilme ist passé. Rein schöpferisch passiert zur Zeit nicht viel. Das spürt auch Rick Dalton (Leonardo DiCaprio),dessen leuchtender Stern am Filmhimmel erloschen ist. Auch sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) ist davon betroffen. Das Einzige, was Ricks Agent (Al Pacino) ihm noch anbieten kann, sind anspruchslose Rollen in Italo- Western, die Rick hasst wie die Pest und kleine Fernsehauftritte. Was ihm noch bleibt, ist seine Villa mit Pool in den Hügeln von L.A., direkt neben dem Haus von Sharon Tate (Margot Robbie) und Roman Polanski, den er abfällig als „polnischen Pimmel“ bezeichnet. Aus dem bewunderten Star, ist ein vor Selbstmitleid triefender „Normalo“ geworden. Immer noch an seiner Seite, der arbeitslose Stuntman Cliff, der für ihn nicht nur Chauffeur ist, Rick hat seinen Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer verloren, sondern auch Hausmeister, bester Kumpel und ab und zu auch Seelentröster. Cliff, der mit seinem Kampfhund, ganz bescheiden in einem Trailer hinter dem Autokino wohnt, nimmt das alles ganz gelassen hin. In seiner freien Zeit gondelt er durch L.A., fährt ein hübsches Hippiemädchen, daß ihn schon seit längerem anmacht, nach Hause und trifft dort auf die Manson-Sekte, die sich auf einem still gelegten Filmgelände angesiedelt hat.

„Once Upon A Time in Hollywood“ ist mehr als eine Hommage an die Filmindustrie am Ende der Sechzigerjahre, ein glitzerndes, in hellem Sonnenlicht getauchtes L.A., was es so nicht mehr gibt und wahrscheinlich auch nie gegeben hat. Sein Augenmerk legt Tarantino auf dass ungleiche „Best Buddy Paar“, dem weinerlichen Rick und dem coolen Cliff. DiCaprio und Pitt sind gemeinsam eine Wucht.

Einen nennenswerten Plot gibt es nicht. Stattdessen eine Aneinanderreihung von großartig gespielten Szenen, mal urkomisch, mal tragisch, herrlich bunt, in einem liebevoll gestaltetem Setting, mit einem Supersoundtrack der Sechziger Jahre.

Tarantino setzt auch der damals ermordeten Sharon Tate ein Denkmal. Unerkannt löst sie eine Kinokarte in einem längst verschwundenen Filmpalast, legt ihre Füße über den Vordersitz und genießt es, sich selbst auf der Leinwand zuzuschauen. Hin und wieder wirft sie einen Blick nach hinten, um zu sehen, wie das Publikum auf sie reagiert.

Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn er sich nicht mit einigen Szenen selbst zitieren würde und wenn es nicht gegen Ende einen Gewalt-Excess geben würde, angeführt von Charles Manson, eine Antwort auf die gezeigte Gewalt in Filmen, mit denen Tarantino wahrscheinlich aufgewachsen ist.

Nicht umsonst trägt sein Film über den Mythos Hollywood den Titel „Once Upon A Time in…Hollywood“. Es war einmal in Hollywood.

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