KÖNIG DER LÖWEN (Remake) START: 17.07.2019

Regisseur Jon Favreau („The Jungle Book“) hat den zweifach mit einem Oscar prämierten Zeichentrickklassiker DER KÖNIG DER LÖWEN aus dem Jahr 1994 als fotorealistisches CGI-Abenteuer zu neuem Leben erweckt. Fast 1zu1 und buchstabengetreu ist es gelungen aus dem Zeichentrickfilm, der damals gerne mit den Worten: „Ach wie niedlich, ach wie süss“ begleitet wurde, einen etwa zwei Stunden lange Kinofilm so echt aussehen zu lassen, wie eine echte Tier- dokumentation. Allerdings ein Tierfilm ohne echte Tiere. Herrliche Landschaften, Wolken, Sonnenuntergänge, Tiere, all das ist in einer noch nie dagewesenen Perfektion entstanden. Das Einzige, was sie von echten Tieren trennt, wenn sie das „Maul“ aufmachen, fangen sie an zu sprechen und zu singen. Lieder, die noch heute von einigen, inzwischen älteren Menschen, mitgesummt werden können, wie zum Beispiel „Hakuna Matata“, was so viel heisst wie „Reg dich nicht auf……Geniesse das Leben“. Allein von dem Hit „The Lion Sleeps Tonight“, geschrieben 1939, gibt es 150 Coverversionen. Mit dem weltweiten Einspielergebnis von rund 968 Millionen Dollar, ist der handgezeichnete Trickfilm „König der Löwen“der erfolgreichste aller Zeiten. Von den Merchandise-Artikeln die verkauft wurden, kam noch eine fette Summe dazu. Für die Firma Disney ein guter Grund, ein Remake zu starten.

Visuell ist das Remake eine Wucht. Inhaltlich bleibt alles beim alten. Wenn schon neu, warum dann nicht auch narrativ. Es hätte der konservativen Erzählweise gut getan. Das wiederum hätte allerdings, Mut zum Risiko bedeutet. Stattdessen klammert man sich akribisch an das Original, aus Angst, die Fans zu enttäuschen.

Das man für das Remake bewusst afroamerikanische Sprecher bzw. Sprecherinnen gecastet hat, wie Beyoncé Knowles, Florence Kasumba, die auch in der deutschen Fassung eine der bösen Hyänen spricht und Donal Glover, trägt auch nicht unbedingt zur Modernisierung bei, denn ihre Hautfarbe bleibt unsichtbar. Letztendlich spielen und sprechen sie vermenschlichte Tiere. Knowles und Glover verleihen dem Löwenpaar Simba und Nala in der Originalfassung ihre Stimme, Seth Rogan dem lustigen Warzenschwein Pumbaa und John Oliver dem altklugen Nashornvogel Zazu. Jeremy Irons den bösen Scar, der einen der wenig wahren Sätze formuliert: „Die Welt ist so ungerecht….während die einen in Saus und Braus leben, führen die andern ein Schattendasein und betteln um die Überreste“. Aber leider sagen die Bösen nicht die Wahrheit. Er als Böser ist auch der einzige, den man genüsslich beim Fressen zusieht.

(Ein Hyänenforscher regte sich so sehr über die Darstellung der Tiere als bösartige Aasfresser auf, dass er die Produktionsfirma Disney wegen Diffamierung verklagte. Quelle: STERN Nr.30). Wenn man aus Zeichentricktieren „echt aussehende Tiere macht und ihren „Charakter“ verfälscht, darf man sich über so einen Aufreger nicht wundern.

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