CHRISTO WALKING ON WATER START: 11.04.2019

Die Idee zu ihrem Projekt THE FLOATING PIERS hatten Christo und seine Frau Jeanne – Claude erstmals im Jahr 1969. Der Versuch einer Realisierung in Argentinien und Japan schlugen fehl. Es sollte Christos erste grosse Installation seit THE GATES im Central Park im Jahr 2005 und dem Tod seiner Frau im Jahr 2009 werden.

2014 suchte Christo mit seiner Mannschaft erneut nach einer Kulisse für sein Projekt. Sie entschieden sich für einen kleinen ruhigen See zwischen dem Comer See und dem Gardasee, dem Lago  d`Iseo, umgeben von dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen.

Die italienischen Behörden waren begeistert. 2016 begannen sie mit der Umsetzung ihres bisher ambitioniertesten  Projekts. Sie schufen einen drei Kilometer langen Weg, der es für 16 Tage den Menschen erlaubte, sicher auf dem Wasser zu laufen.

Der bulgarische Regisseur Andrey Paounov begleitet den aufreibenden Entstehungsprozess eines gigantischen Kunstwerkes mit seinen technischen Herausforderungen. Er ist bei Behördensitzungen dabei und zeigt den „ungeschminkten“ Künstler bei dessen ungeliebten Treffen mit launischen Sammlern, Diskussionen mit Umweltschützern und seine Übellaunigkeit, wenn etwas nicht so läuft, wie er es will. Christo, ein Mensch, der für seine Sache brennt. Wenn dann endlich alles steht, freut er sich wie ein kleines Kind. Die Kosten für „The Floating Piers“ beliefen sich auf 15 Millionen Euro. Komplett finanziert aus den Verkäufen seiner Kunst. Bei den „Piers“ handelt es sich um 220.000 miteinander verbundene Kanister, die aus Polyäthylen – Würfeln gefertigt wurden,und von Tauchern mit Ankern am Boden des Sees befestigt wurden. 100.000 Quadratmeter sonnengelb leuchtender Stoff wurde verarbeitet. Unwetterkapriolen erschwerten die Arbeiten. Am zweiten Tag bevölkerten 55.000 Menschen die Stege. Ein drohendes Desaster, verbunden mit stundenlanger Warterei, massiver Drängelei und der Gefahr von Unfällen. Zahlreiche Busse verstopfen die Zufahrtsstrassen. Als ein ein 16-jähriges Mädchen vermisst wird, droht Christo mit Abbruch. Daraufhin sorgten die Behörden für Sicherheitskräfte und einer geregelten Verteilung der Menschenmassen. 1,2 Millionen Menschen liefen in nur 16 Tagen über das Wasser.

„Walking On Water“ ist ein interessantes Portrait über einen kauzig anmutenden Künstler, der nicht nur durch sein knorriges Wesen besticht , sondern auch mit besonderem Humor so manche Hürde meistert. „Kunst ist kein Beruf. Es ist eine Leidenschaft. Ich mache nichts zweimal. Unsere Werke sind alle  komplett sinnlos. Wir schaffen sie nur, weil wir sie gerne anschauen möchten“. So, der 83- jährige  Christo, der sich regelmässig die Wimpern schneiden lässt, ein rohes Ei schlürft, wenn ihn die Kräfte verlassen und der jeden morgen rohen Knoblauch mit Joghurt isst.

Seit über 40 Jahren arbeitet er mit seinem Team an einem Projekt, was sein letztes werden soll. Die Mastaba in Abu Dhabi.Eine Pyramideaus 410.000 verschiedenfarbigen Ölfässern mitten in der Wüste. Baukosten über 300 Millionen Dollar. „Es wird die grösste Skulptur der Welt sein. Grösser als die Cheopspyramide.Es braucht allein 3 Jahre, um sie zu errichten. Sie wird aussehen wie eine Treppe in den Himmel und sie soll stehen bleiben. Es wird das Einzige sein, was von uns bleibt“.

(Auszug aus einem Interview mit Christo im STERN Nr.16) Ich wünsche ihm viel Glück.

2 Gedanken zu „CHRISTO WALKING ON WATER START: 11.04.2019

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