BEALE STREET START: 07.03 2019

James Baldwin (1924 – 19879), in New York geboren, war einer der bedeutesten US – amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Maxime: „Schreib über das, was du kennst“.

Susanne Kippenberger (Tagesspiegel 24. 2.2019): „Seinen Texten wohnt eine seltene Wucht und Klarheit inne. Vielleicht erfährt James Baldwin deswegen ein Revival.“

Berry Jenkins („Moonlight) hat mit „Beale Street“ einen Film gemacht, der tief unter die Haut geht und mitten ins Herz trifft.

„Ich wünsche Niemandem einen Menschen , den er liebt, durch Glas zu sehen.“ Es sind die bitteren Worte, die die 19-jährige Tish (Kiki Layne) spricht, als sie ihren Geliebten Fonny (Steven James) im Gefängnis besucht. Alonzo, genannt Fonny, sitzt wegen einer Vergewaltigung, die er nicht begangen hat, im Knast.

Zögernd erzählt ihm Tish als ersten, dass sie ein Baby erwartet. Die romantische Liebesgeschichte dieses jungen schwarzen Paares, wird vor dem Hintergrund des herrschenden Rassismus, in Rückblenden mit den Worten Baldwins,erzählt.

Harlem in den Siebzigern und leider auch noch heute aktuell.

Tish und Fonny kennen sich seit Kindheitstagen und verlieben sich ineinander. Eine der zärtlichsten visuellen Beschreibung ihres „ersten Mals“, die man je auf der Leinwand gesehen hat. Starken Rückhalt findet das afroamerikanische Paar in Tishs Familie. Es sind die äusseren Umstände, die ihren Start in ein gemeinsames Leben, erschweren. Eine diskriminierende Auseinandersetzung mit einem weissen Polizisten, bei der sich Fonny nicht unterkriegen lässt und durch dessen hasserfüllten Racheakt er hinter Gefängnismauern verschwindet.

In einer ergreifenden Szene, sitzt Fonnys entlassener Jugendfreund (Brian Tyree Henry) bei ihnen am Küchentisch und erzählt von seinem Gefängnisaufenthalt. „Im Knast machen sie mit dir was sie wollen. In diesem Land mögen sie einfach keine Nigger. Im Knast wurde mir klar, was Malcolm mit seinem Ausspruch der weisse Mann muss der Teufel sein, meinte“. Dank eines mitleidvollen New Yorker Juden (Dave Franco) hat das Paar seine Wohnung gefunden. Das Geld für den Anwalt, schafft Tishs und und Fonnys Vater gemeinsam mit illegalen Geschäften an. Mrs. Rogers, die Hauptzeugin des Vergewaltigungsprozesses, hat sich nach Puerto Rico abgesetzt. Tishs Mutter (Regina King), die als einzige, einen Oscar für die beste Nebendarstellerin bekommen hat, sucht sie dort auf, um die junge Frau zu bewegen, die Wahrheit zu sagen. Ergebnislos.

Jenkins Bilder sind in warme Farbtöne getaucht. Jenkins versteht es, eine herzergreifende Nähe zu seinen Darstellern aufzubauen, deren einziges „Verbrechen“ darin besteht, mit schwarzer Hautfarbe geboren zu sein. Eine sinnlich betörende Lovestory, die man sich mehr als einmal ansehen kann und die trotz aller Zartheit und der Kraft der Liebe, ein Gefühl der Wut hinterlässt. Noch heute gehört es zum amerikanischen Alltag, dass Schwarze ohne fairen Prozess im Gefängnis landen.

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