BEAUTIFUL BOY START: 24.01.2019

Nic Sheff (Timothée Chalamet): „Ich kiffe ab und zu, das macht die Dinge erträglicher“.

Vater David Sheff (Steve Carell): „Welche Dinge?“

Nic: „Die alltäglichen Belanglosigkeiten. Auf Drogen ist alles bunt. Ich kann nicht damit aufhören“.

In BEN, der vor kurzem gestartet ist, war es die Mutter, die gegen die Sucht ihres Sohnes kämpft, in BEAUTIFUL BOY ist es der Vater, der um das Leben seines drogenabhängigen Sohns bangt und den Kampf aufnimmt. In beiden Filmen wird nicht nur das Leid derer, die von der Drogensucht befallen sind gezeigt, sondern auch das Leid von ihren Familienangehörigen.

Der belgische Regisseur Felix van Groeningen („The Broken Circle“) hat für sein Drama zwei hochkarätige Schauspieler besetzt.

David ist verzweifelt. Er versteht nicht, wie sein hochbegabter Sohn, trotz mehrfacher Therapien, immer wieder rückfällig wird. Nic möchte eigentlich Schriftsteller werden. Anstatt ein College zu besuchen, landet er wiederholt in Entzugskliniken. Ein Junkie, der der harten Droge Crystal Meth verfallen ist. Es ist erstaunlich, mit welch grandioser Leidenschaft sich Timothée Chalamet („Call Me by Your Name) in die Rolle des Süchtigen hinein versetzt. Seine Gefühlsschwankungen pendeln  zwischen Euphorie, Hoffnung, Wut, Angst, Unsicherheit und Trübsal hin und her. Aus der Klinik haut er immer wieder ab. Der lapidare Satz der Ärzte, Rückfälle gehören zur Therapie, helfen weder ihm, noch seinem Vater. Um sich in seinen Sohn einzufühlen, wagt David einen Drogen – Selbstversuch.

Eingestreut sind Erinnerungen, die Nic zeigen, als er noch ein kleiner Junge war. Sein Vater, ein Rock – Journalist, sang dem kleinen Nic, John Lennons Ballade „Beautiful Boy“ als Einschlaflied vor. In den unbeschwerten Rückblenden gibt es keinen entscheidenen Hinweis für den Auslöser seiner gesteigerten Drogensucht. Nic verstrickt sich in wilde Lügerein. Als sein Vater ihn völlig durchnässt an einer Strassenecke findet, gibt er auf. Nics verzeifelter Anruf, „bitte, bitte hilf mir, ich will aufhören, lässt er unbeantwortet. Er hat begriffen, dass er ihm nicht helfen kann.

Eindringlich zeigt van Groeningen, dass der Drogenmissbrauch keineswegs nur ein Problem der sogenannten Unterschicht ist. Die USA erleben zur Zeit die schlimmste Drogenkrise seit langem. Man vermutet,  die unüberlegte Verschreibung süchtig machender Schmerzmittel.

„Beautiful Boy“ ist grosses Gefühlskino, was allerdings in einigen Momenten etwas zu plakativ ausgefallen ist, beruhend auf zwei Biografien.

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