25 km/h START: 31.10.2018 (Köstliches Roadmovie zweier ungleicher Brüder)

Zwei ungleiche Brüder, Christian (Lars Eidinger) und Georg (Bjarne Mädel) treffen sich nach 30 Jahren bei der Beerdigung ihres Vaters wieder. Christian reist als vielbeschäftigter Top-Manager um die Welt, während Georg, der den Beruf eines Tischlers ausübt, den Schwarzwälder Heimatort nie verlassen hat und den kranken Vater bis zu seinem Tod, gepflegt und betreut hat. Am Grab des Vaters gibt es schon den ersten Krach. Georg ist wütend, weil Christian zu spät zur Beerdigung erscheint. Er ist aus Singapur angereist. Beim Leichenschmaus geben sich die beiden die Kante. Im alkoholisierten Zustand beschliessen sie, auf ihren alten Mofas mit Hochlenker ihren Jugendtraum endlich in die Tat umzusetzen. Noch in ihren Beerdigungsklamotten, tuckern sie einige Male ausgelassen um den Marktbrunnen und dann geht es ab Richtung Ostsee, mit dem Vorsatz,  bei Ankunft ins Meer zu pinkeln. Ihre verrückte Reise wird zu einem ausgelassenen Selbstfindungstrip, bei dem die Brüder sich von Tag zu Tag näher kommen. Eidinger, von dem man inzwischen weiss, das er alles spielen kann, haut in seiner Rolle so richtig auf den Putz. Er ist die treibende Kraft, während Georg immer etwas hinterher hinkt und mehr Zeit braucht, um aus sich herauszukommen. Mein Lieblingsmoment ist, als  Christian halbnackt auf der Landstrasse aus vollstem Halse brüllt: „Fick dich Niedersachsen, fick dich, du hässliches Bundesland“. Georg erklärt ihm trocken, dass sie sich in Hessen befinden.

Gespickt ist das unterhaltsame Roadmovie mit feucht – fröhlichen Gelagen, der Bekanntschaft mit der Staatsmacht, bewusstseinserweiternden Drogen, die zu traurigen Erkenntnissen führen und die Bekanntschaft mehr oder weniger skurillen Personen.

Letztendlich entwickelt sich mehr Tiefsinn als vermutet, denn es gibt eine überraschende Wendung, ohne das der höchst amüsante Film seine Leichtigkeit verliert.

Markus Goller (Friendship) Regie, Buch Oliver Ziegenbalg, haben gute Arbeit geleistet. Die emotionale Verbundenheit der beiden Brüder ist nicht zu übersehen.

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