OFFENES GEHEIMNIS START: 27.09.2018

Laura (Penélope Cruz) lebt schon seit vielen Jahren in Argentinien. Zur Hochzeit ihrer jüngeren Schwester Ana, kehrt sie mit ihren zwei Kindern zurück in ihr spanisches Heimatdorf. In der Familie hat sich einiges verändert. Der ehemalige Vorarbeiter Paco (Javier Bardem) hat die Weinplantage des alten Patriarchen für einen viel zu niedrigen Preis übernommen, behauptet zumindestens die Familie. Paco und Laura waren einmal ein Paar. Richtig anerkannt wurde er nie, denn er ist das Kind von damaligen Domestiken.

Obwohl der Ort unter einer Wirtschaftskrise leidet, wird die Hochzeit gross gefeiert. Das halbe Dorf ist eingeladen.

Die Stimmung ändert sich schlagartig, als Lauras Tochter Irene während der Feierlichkeiten plötzlich verschwindet. Es stellt sich heraus, dass sie entführt wurde. Vor kurzem wurde in der Gegend schon mal ein Kind entführt und ermordet aufgefunden. Die Situation ist sehr ernst. Noch dazu stellt sich heraus, dass Lauras argentinischer Ehemann Alejandro (Ricardo Darin), der angeblich steinreich sein soll, hochverschuldet ist.

Mit der Entführung des Mädchens brechen alte Konflikte auf und jeder beargwöhnt jeden. Besonders als die Kidnapper ein Lösegeld von 300000 Euro fordern.

Vor ihrem plötzlichen Verschwinden, zeigt ihr Pacos gleichaltriger Neffe Felipe oben im Glockenturm der Kirche eine alte Markierung im Gebälk, die Paco damals ins Holz geschnitzt hat. Sie erfährt, dass Laura und Paco damals ineinander verliebt waren. Sie wusste nichts davon.

Die Atmosphäre ist hochgradig angespannt. Dachten doch alle in dem kleinen Ort, jeder weiss alles über jeden, macht sich nun ein grosses Misstrauen, Argwohn und Missgunst breit. Alejandro, der über den tragischen Vorfall informiert wurde, reist nach Spanien.

Als erstes werden die Saisonarbeiter von Paco verdächtigt. Oder geht es womöglich darum, alte Rechnungen zu begleichen?

Laura, die im ersten Teil noch eine wesentliche Präsens zeigt, verhält sich nun merkwürdig passiv und läuft nur noch verheult herum. Das Augenmerk richtet sich intensiver auf den Weinbauern. So viel kann verraten werden, Paco ist der  traurige Verlierer in diesem Krimiplot. Die Filme des iranischen Regisseurs Asghar Frahadi, zweifacher Oscargewinner, drehen sich immer um komplexe Familiengeschichten und moralische Verwicklungen. (Nader und Simin, The Salesman)

Bardem in einem Interview auf die Frage, worin es in diesem Drama geht: „Die Vergangenheit vergeht nicht, sie holt dich irgendwann ein. Was du getan hast,wird eines Tages auf dich zurückfallen.“

Obwohl Farhadis „Offenes Geheimnis“, Originaltitel „Everybody knows“, alle bewährten Zutaten enthält, er mit grossen Stars aufwartet, schwächelt sein Film. Zwischenzeitlich hat man das Gefühl, Zuschauer einer Telenovela zu sein. Die politischen Dimensionen, die er in seinen bisherigen Filmen einfliessen liess, fehlen hier total. Die umständlich verwickelte Krimigeschichte verlangt von dem Zuschauer eine Portion Geduld.

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