ALLES IST GUT START: 27.09.2018

Janne (Aenne Schwarz) und ihr Lebensgefährte Piet (Andreas Döhler) sind dabei die Insolvenz ihrer gemeinsamen Firma abzuwickeln. Als sie ohne ihn zu einem Klassentreffen fährt und dort Party macht, lernt sie Martin (Hans Löw) kennen, den sie nachts mit nach Hause nimmt. Und weil es schon so spät ist, bietet sie ihm an, auf ihrer Couch zu übernachten. Doch er bedrängt sie, will mit ihr schlafen. Sie will das nicht, wehrt sich aber nur halbherzig. Er geht.

Aber alles ist gut!

Zufällig trifft sie einen alten Bekannten wieder, bei dem sie früher mal babygesittet hat. Er bietet ihr eine Stelle in seiner Firma an. Nach mehreren Tagen Bedenkzeit , sagt sie zu. Piet macht das wütend, denn er hat vor mit ihr auf`s Land zu ziehen, wo sie dabei sind ein altes Haus zu restaurieren. Sie entscheidet sich für die Stadt.

Aber alles ist gut!

Bei einem Theaterbesuch, zu dem sie ihr Chef einlädt, es wird NORA gespielt, treffen sie seinen Schwager. Es ist Martin, der Vergewaltiger. Er wird ihr noch öfter begegnen. Seine schwammigen Entschuldigungsversuche ignoriert sie.

Aber alles ist gut!

Nicht nur sie hat einen Riesenknatsch mit ihrem Freund, auch ihr Chef (Tilo Nest) erzählt jammerig von seiner verkorksten Ehe. Er wurde von seiner jungen Frau regelrecht aus dem Bett getreten.

Aber alles ist gut!

Das Drama spitzt sich noch zu, als Janne erfährt, dass sie schwanger ist. Vater des Kindes, die Lusche Martin. Sie behält es für sich. Sie entschliesst sich, das Kind abzutreiben. Da sie Niemanden benennt,  der sie abholt, weigert sich die Klinik die Abtreibung zu machen. In ihrer Verzweiflung ruft sie Piet an, der aus allen Wolken fällt.

Aber alles wird gut!

Es ist mehr als traurig mitanzusehen, wie Janne immer mehr zum Opfer der äusseren Umstände wird und ihrer Hilflosigkeit, den guten Schein zu wahren, versucht. Es gibt keine Person, der sie sich anvertrauen kann und von der sie Hilfe bekommt. Und genau dass ist die Schwäche des Films.

Eva Trobisch verzettelt sich in ihrem Debüt, reisst die Schwächen der männlichen Figuren nur an und lässt ihre Hauptfigur immer stärker straucheln. Erst ganz zum Schluss, zeigt Janne eine unverhoffte Reaktion. Bei einer Fahrkartenkontrolle wird sie ohne Fahrschein erwischt. Sie weigert sich vehement auszusteigen. Zum ersten Mal hört man von ihr ein energisches NEIN. Die Hoffnung, dass der Knoten bei Janne endlich platzt, steht in den Sternen.

Gut ist in diesem Film gar nichts und das ist mir zu wenig.

Ach ja, etwas ist gut. Aenne Schwarz in der Rolle der bedauernswerten jungen Frau.

Trobisch`s Film wurde in Locarno als bestes Regiedebüt ausgezeichnet.

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