AKADEMIE DER KÜNSTE (BERLIN) lädt ein zur Ausstellung ABFALLPRODUKTE DER LIEBE (18.Mai – 12.August 2018

ABFALLPRODUKTE DER LIEBE.

Eine Austellung mit Werken von Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter in der AKADEMIE DER KÜNSTE am Pariser Platz.

Die interessante Austellung, die ursprünglich den Titel GEBOREN, UM BERÜHMT ZU WERDEN tragen sollte, wurde bewusst am 17.5 eröffnet, um an den Schandparagraphen §175 zu erinnern.

Da „Geboren, um berühmt zu werden“ doch etwas sehr arrogant klingt, hat man sich für „Abfallprodukte der Liebe“, dem deutschen Titel eines Essayfilms „Poussières d`amour“ von Werner Schroeter geeinigt, erklärte Praunheim in der Pressekonferenz.

Die Akademie der Künste würdigt die Künstlerfreundschaft zwischen Schroeter, Mikesch und Praunheim. Die drei verbindet nicht nur ihre Homosexualität, sondern auch eine ganz besondere Intuition, die die vom Wesen unterschiedlichen Filmemacher untereinander spüren.

Kennengelernt haben sie sich Mitte der 1960er Jahre und seit dieser Zeit unterstützten sie sich gegenseitig bei ihren künstlerischen Projekten. In der Ausstellung begegnet sich die Gegensätzlichkeit der drei Künstler in Ausschnitten ihrer Werke, Fotos Talks und Performances. Bevor man die Austellungsräume betritt, empfängt einen im Entrée ein grosser roter Kasten , mit hunderten von roten Rosenblättern, wunderschön anzusehen, die einen sofort an Hildes „Für mich soll`s rote Rosen regnen….“erinnert.

Jedem der drei Kunstschaffenden ist ein eigener Raum gewidmet, in dem wir einen Ort geschaffen haben, wo wir unsere Meinung und unsere Haltung austellen können.

In Elfis Raum steht die Frage im Mittelpunkt, was machen wir mit uns, was machen wir mit unserer Welt? Aber nicht nur das, in ihrem Austellungsraum haben wir Einblick in verschiedene aktuelle Arbeiten der preisgekrönten Kamerafrau, Fotografin und Regisseurin.

Werner Schroeter, der 2010 an einer Krebserkrankung verstorben ist, imponiert in zwei Räumen mit Klanginstallationen  von Eberhard Kloke, beeindruckenden Fotos seiner „Göttinen Magdalena Montezuma und Maria Callas, verschiedener Filmausschnitte und Tonaufnahmen. Schroeter, ein Liebhaber der grossen Oper, dessen Werk aus 30 Filmen, zahlreichen Theater- und Opernproduktinen besteht, war in Frankreich und Italien sehr gemocht und erhielt Auszeichnungen wie den Goldenen Bären und Löwen, was Praunheim mit Neid erfüllte, dessen Filme mehr die Schmuddelecke krönten, als die grosse Kunst. Kurz vor seinem Tod erhielt Schroeter den Teddy für sein Lebenswerk, von Praunheim mit liebevollen Worten, überreicht. Seine Dankesrede, die er mit brüchiger Stimme hält, kann man über Kopfhörer noch einmal verfolgen.

Der verrückteste Raum ist der von Rosa. Ein grosses Schild warnt vor Penissen. Die gibt es dann auch reichlich, in verschiedenen Ausführungen zu sehen. Ein Lotterbett lädt zum verweilen ein, während man über Kopfhörer gemütlich Gedichte hören kann. Viel persönlicher Krimskram ist zu besichtigen, Familienfotos, ein Mauseleum verstorbener Stars und vieles mehr. Mir gefällt sein Traum 2018: „Ich träume von einer Armee der Alten, um gegen die Diktaturen dieser Welt in einen mutigen Krieg zu ziehen. Gemeinsam wollen wir für Freiheit und Demokratie kämpfen. Wir haben Nichts zu verlieren, als unseren NahenTod. Aber die Jugend hat viel zu gewinnen“.

„Mit Fotografien, Filmen,Zeichnungen, Klanginstallationen und Dokumenten zeigt die Ausstellung erstmals  die vielfätigen ästhetischen und biografischen Wechselbeziehungen untereinander.

Die künstlerische Freundschaft – in all ihren Widersprüchen – wird zu einem biografischen Motiv verdichtet, dass alle fünf Ausstellungsräume miteinander verbindet. Mit aktuellen Arbeiten von Elfi Mikesch und Rosa von Praunheim schlägt „Abfallprodukte der Liebe“ eine Brücke über fünf Jahrzehnte bis in die Gegenwart“. (Pressetext)

Rosa: „Das Publikum muss unsere Ausstellung ja grossartig finden, denn sie ist ja auch grossartig!“

Recht hat er.

Zusehen vom 18.Mai-12.August 2018.

Begleitet wird die Austellung von Filmvoführungen, Talks, Konzerten, Film und Gespräch in der Akademie der Künste Pariser Platz 4 und Akademie der Künste Hanseatenweg 10.

Jeden Mittwoch um 18:00 im Mai liest die Schauspielerin Christiane Ziehl in Rosas Ausstellungsraum aus seinen Werken.

www.adk.de/mikesch-praunheim-schroeter     info@adk.de

 

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