ELEANOR & COLETTE START: 03.05. 2018

Eleanor Riese (Helen Bonham Carter) leidet an paranoider Schizophrenie. Systematisch hat man ihr eingeredet, dass sie nur mit der Einnahme starker Medikamente, überleben kann. Seit Jahren wird sie ruhig gestellt. Die ihr verabreichte Medikation ist viel zu hoch eingestellt. Die Nebenwirkungen sind fatal. Seit langem fordert sie mitzubestimmen, in welchem Mass sie die ihr verordneten Tabletten nimmt. Und wieder bekommt sie einen Tobsuchtsanfall, weil man ihre Bitte ignoriert. Man wirft sie buchstäblich in einen kalten Raum, ohne Toilette, ohne Mobiliar. Sie nässt sich ein, halluziniert, schreit und tobt. Für das Klinikpersonal ist sie durch und durch verrückt. Sie wendet sich an die Patientenrechtshilfe und errreicht, dass sich eine Anwältin ihrem Fall annimmt.

Man stellt ihr Colette Hughes (Hilary Swank) an die Seite, die den tragischen Fall mit aller Vehemenz vor Gericht bringt. Laut Gesetz haben auch Psychiatriepatienten ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.

Was den Fall besonders tragisch macht ist, dass man der jungen Eleanor schon in der katholischen Schule eingeredet hat, dass ihre Anfälle ein Werk des Teufels sind. Sie hat panische Angst nach ihrem Tod nicht in den Himmel zu kommen.

Regisseur Bille August konzentriert sich in dieser wahren Geschichte besonders auf die beiden Frauen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein können. Auf der einen Seite, die sarkastische, distanzlose und liebenswert skurrile Eleanor, auf der anderen Seite die distinguierte, aufopferungsbereite Colette, die früher mal Krankenschwester war und wahrscheinlich auch deswegen, der „Verrückten“ besonders beisteht. Eleanor deren Gefühlswelt keine feinen Nuancen kennt, kann äusserst aufbrausend sein. Trotz so mancher Anstrengung, behält Colette die Nerven. Sie setzt fast ihre Beziehung in den Sand, weil Eleanor ziemlich fordernd, die ganze Person in Beschlag nimmt.

Das packende Gerichtsdrama spielt in den Achtzigern. Die Thematik ist bis heute durchaus brisant und wichtig. Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarstellerinnen ist berührend anzusehen. Besonders, wenn die beiden Frauen in bester Kampfeslaune ihre Überzeugung gemeinsam gegen Pharmalobby und Ärzteschaft, bis zum obersten Gerichtshof durchsetzen.

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