CALL ME BY YOUR NAME START: 01.03.2018

Der 17-jährige Elio (Timothée Chalamet) verbringt den Sommer mit seinen Eltern in einer Villa in Italien. Er macht all das, was ein Junge in diesem Alter so macht: Er geht schwimmen, liest, döst in der Sonne, spielt Klavier und flirtet mit den Mädchen. Was er noch nicht ahnt, in diesem Sommer wird seine Gefühlswelt durcheinander gewirbelt. Sein Vater, ein Archäologe, hat einen Gast eingeladen, der ein Praktikum bei seinem Vater absolviert. Die Familie Perlman steht für Offenheit und Toleranz. Wie jedes Jahr muss der dunkelgelockte Elio sein Zimmer räumen, diesmal für einen attraktiven blonden Amerikaner, der anfänglich noch etwas grob auftritt. Oliver (Armie Hammer) passt auf den ersten Blick nicht so recht in den kleinen italienischen Ort. Er ist gross, sportlich durchtrainiert und wirkt etwas spröde. Ein typisch amerikanischer Sonnyboy, der die Herzen der jungen Mädchen im Ort höher schlagen lässt. Auch Elio ist fasziniert von ihm. Elio`s und Olivers Zimmer sind durch ein Bad getrennt. Absichtlich lässt der Junge die Türen offen und beobachtet den Gast heimlich. Immer stärker fühlt er sich zu ihm hingezogen. Die Annäherung der beiden ist behutsam inszeniert  und als Zuschauer verfolgt man ihre Gefühle mit grosser Spannung. Elios schwankt zwischen fast noch kindlicher Unsicherheit, dann ist er wieder getrieben von einer sexuellen Hemmungslosigkeit und kurzen Phasen von Trotz. Diese Achterbahn der Gefühle spielt Tomothée mit einer  ungeheuerlichen Intensität. Es ist Elios, der den ersten Schritt macht. Oliver spürt die Verantwortung, denn wenn der flirrende Sommer vorbei ist, dann ist auch er wieder weg und der  Trennugsschmerz für beide wird gross sein. Längst hat Elios Vater durchschaut, was da passiert. In einem intensiven Gespräch ermutigt er seinen Sohn, zu seinen Gefühlen und seinem sexuellen Verlangen zu stehen. Er selbst hat vor langer Zeit nicht den Mut dazu gehabt und einen Schmerz von wehmütiger Trauer bei ihm hinterlassen.

Der italienische Filmemacher  Luca Guadagnino („Iam Love“) hat sich zwei Stunden Zeit gelassen, die Anziehung  zwischen dem Erwachsenen und dem Teenager in lichtdurchflutenden Bildern wachsen zu lassen. Ihm ist ein hochsensibles, von Sehnsüchten getragenes Meisterwerk gelungen. Die letzte Einstellung rührt in ihrer Verletzlichkeit zu Tränen. Aber Elios weiss genau, auch wenn Oliver fort ist, er wird ihn nie,nie vergessen.

Der mit grosser Empfindsamkeit inszenierte Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von André Aciman. Ganz Hollywood ist begeistert von dem jungen Timothée Chalamet.

Kino als Spiegel der Realität.     Den Oscar erhalten für bestes adaptiertes Drehbuch by James Ivory!

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