DER MANN AUS DEM EIS START: 30.11.2017

1991 fand eine Gruppe Bergwanderer am Tisenjoch einen mumifizierten Toten.Nach gründlichen medizinischen Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Mann bereits mehr als 5300 Jahre tot war. Wahrscheinlich starb er durch einen abgeschossenen Pfeil, der ihn von hinten in die Schulter traf. Die Steinzeitmumie bekam den Namen Ötzi. Er war etwa 45 Jahre alt, muss wohl in verrauchten Hütten gelebt haben. Befund: Eine geschwärzte Lunge. Er litt an Arteriosklerose. Seine Muskeln waren stark ausgebildet.

Regisseur Felix Randau beschäftigt sich in seinem Film DER MANN AUS DEM EIS mit dem Schicksal dieses Mannes und versucht ungklärte Fragen in einem fiktiven Plot zu beantworten.

In der deutsch-österreichisch-italienischen Co-Produktion wird die Steinzeitmumie nun zum Leben erweckt. Jürgen Vogel spielt Kelab, einen Anführer einer Sippe von Steinzeitmenschen, der die Ermordung seiner Familie ertragen muss. Er und seine Frau Kisis (Susanne Wuest) leben in einer jungsteinzeitlichen Siedlung in den Südtiroler Alpen, vor über 5300 Jahren. Alles ist friedlich. Eine Frau liegt in den Wehen. Rührend leistet Kelab der jungen Frau spirituellen Beistand, doch die Gebärende stirbt. Nach der Totenfeier wird das Neugeborene in einer traditionellen Zeremonie in der Gemeinschaft aufgenommen.Während Kelab auf der Jagd ist, wird die Siedlung von Krant (André M. Hennicke) und seinen beiden Söhnen Tasar (Sabin Trambera) und Gosar (Martin Augustin Schneider) brutal überfallen und das Heiligtum der Gemeinschaft, ein Schrein, geraubt. Als Kelab zurückkehrt entdeckt er das alle Mitglieder seines Stammes ermordet wurden, einschliesslich seiner Frau und seinem Sohn. Nur das Neugeborene hat überlebt. Von grenzenloser Trauer übermannt gibt es für ihn nur eins: Erbitterte Rache. Mit dem Baby und einer Ziege macht er sich auf den Weg, die die Täter zu finden.

Viel gesprochen wird in dem Rachedrama nicht. Und wenn, dann in einer Urform des Rätischen. Das ist auch nicht nötig, denn Kelab und seine Widersacher brüllen mehr, als das sie reden. Vor der Kulisse des beeindruckenden Alpenpanoramas spielen sich Szenen von äusserster Brutalität ab.

Randaus Film ist ein archaisches Abenteuerwerk um Rache und Läuterung mit einer originalgetreuen Ausstattung, indem Jürgen Vogel durch die klimatischen Verhältnisse an die Grenze des Erträglichen stösst. In etwa vergleichbar mit Leonardo DICaprio in THE REVENANT.

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