SUBURBICON START: 9.11.2017

George Clooney hat sich ein Drehbuch aus den frühen 1980ern der Coen – Brüder vorgenommen und in die 1950er Jahre verlegt. Ort der Handlung ist Suburbicon, eine Vorzeigeidylle in der sich weisse Amerikaner ihren amerikanischen Traum erfüllt haben. Schöne Häuser, schöne Vorgärten, schöne Autos vor der Tür,  schöne blonde Frauen, die auf ihre Männer warten, um ihnen einen angenehmem Feierabend zu bereiten. Auch die Familie Lodge hat sich in diese Bilderbuchidylle zurückgezogen. Vater Gardner (Matt Damon) Ehefrau Rose (Julianne Moore), die seit einem Autounfall gelähmt im Rollstuhl sitzt und der kleine Nicky (Noah Jupe), der seinen Vater mit Sir anreden muss. Die paradiesische Idylle nimmt ein jähes Ende, als Nicky mitansehen muss, wie seine Familie von zwei brutalen Schlägern überfallen wird. Seine Mutter stirbt an den Folgen des brutalen Überfalls. Tante Margaret, die Zwillingsschwester seiner Mutter (auch Julianne Moore), kümmert sich von nun an um den Jungen. Bei einer polizeilichen Gegenüberstellung leugnen Gardner und Margaret die beiden Verdächtigen jemals gesehen zu haben. Nach der Beerdigung der Mutter, Margaret hat in kurzer Zeit die Rolle der Ehefrau perfekt eingenommen, beschliesst sie mit Gardner, den Jungen auf ein Militärinternat zu schicken. Schnell stellt sich heraus, dass der bieder wirkende Gardner es auf die Lebensversicherung seiner Frau abgesehren hat und der Raubüberfall fingiert war. Biedermann Gardner verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Lügen, Betrug und Verbrechen. Nicky versteht die Welt nicht mehr. Während im Hause Lodge die böse Fratze von Gier und Niedertracht Einzug gehalten hat, tobt draussen der weisse Mob. Eine schwarze Familie Mayer hat es gewagt, in ihren „blütenweissen“ Vorort zu ziehen. Das beschauliche Nest entpuppt sich zu einem bigotten, rassistischen Drecksnest. Wutentbrannt werfen die weissen Nachbarn Steine in die Fenster der Mayers und verbrennen in ihrem Vorgarten ein Kreuz.

Es ist eine wahre Geschichte, die Clooney als Parallelhandlung hinzugefügt hat. Einen wirklichen Gefallen hat er sich damit nicht getan. Zu offensichtlich versucht er mit dem Plot der Familie Mayer einen Bezug zur Gegenwart herzustellen (s. Charlottesville) ohne sich ernsthaft mit der Problematik tiefer auseinanderzusetzen. Man kann sagen, „Suburbicon“, übrigens ein schönes Wortspiel aus suburb (Vorort) und con (Schwindel, Betrug) besteht aus zwei Filmen. Dem bissig bösen Teil der Gebrüder Coen und dem überflüssigen Anhängsel der Mayersfamilie, die als Randfiguren auf die Trumpsche Politik mit ihren bitteren Auswüchsen hindeuten. Soll heissen, zurück zum amerikanischen Traum: „We make America great again“, der hier zum Albtraum wird.

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