MOONLIGHT START: 9.03.2017

„Moonlight“ ein Film, der eingeschlagen ist wie eine Bombe. Die Kritiker sind voll des Lobes. Hier einige Auszüge: „ Ein erfahrungsgesättigter, kraftvoller Film über die Hoffnung, dass jeder Mensch die Liebe finden kann, die er sucht“. „Gebt ihm so viele Preise,wie ihr könnt“. „Aussergewöhnlich und berührend und auf jeden Fall eure Zeit wert“. „Ein Film der für das Kino gemacht ist, ausschliesslich für das Kino. Auf kleineren Bildschirmen ist nicht genug Licht.“ „Ein stilles Meisterwerk, dass die Zuschauer zu Tränen rührt“. „Ein berührendes Erlebnis“.

Aufgeteilt ist das Drama in 3 Kapitel. Aus einem stillen,wortkargen Jungen wird ein stiller Teenager und dann ein erwachsener Mann. Der kleine Chiron, genannt „Little“( Alex Hibbert) lebt zusammen mit seiner cracksüchtigen Mutter ( Naomie Harris). Von seinen Mitschülern wird er gemobbt, ein Aussenseiter, der sich vor einer Horde Jungen in ein leerstehendes Haus flüchtet. Dort findet ihn ein Drogendealer, der den schweigsamen Jungen mit nach Hause nimmt. Immer wieder flüchtet er zu ihm und dessen Freundin Teresa. Langsam gewinnt er Vertrauen, es entwickelt sich eine berührende Vater-Sohn-Beziehung.Ein Drogendealer, der zu einem liebevollen Ersatzvater wird. Wo hat man das jemals schon gesehen? Juan (Mahershala Ali), der im ersten Moment furchteinflössend auf den Jungen wirkt, bringt ihm das Schwimmen bei. Fast glücklich verliert er seine Angst. Es dauert eine lange Zeit, bis Chiron tiefes Vertrauen zu ihm fasst und zu reden anfängt. Verständnislos fragt er ihn: „ Meine Mom ist drogenabhängig und du verkaufst Drogen“?. Im zweiten Teil, aus dem zarten und zurückhaltenden Jungen ist ein Teenager geworden, gespielt von Ashton Sanders, wird er zum Opfer von Hass und Gewalt, geprägt von falsch verstandener Männlichkeit. Nach einer Liebesnacht am Strand, in der er seinem Freund Kevin (Jharrel Jerome) sexuell nahe kommt, wird Kevin von den Mitschülern gezwungen Chiron zusammenzuschlagen. Ausser sich vor Wut und Hilflosigkeit geht er mit einem Stuhl auf den Wortführer los und schlägt ihn nieder. Die beiden Jungen verlieren sich aus den Augen. Im dritten Teil ist Chiron zu einem erwachsenen Menschen herangereift, gespielt von Trevante Rhodes, der nun auch die Laufbahn eines Dealers eingeschlagen hat. Nach Jahren hat Chiron herausgefunden in welcher Stadt sein Freund Kevin lebt. Kevin, der ein kleines Restaurant besitzt, staunt nicht schlecht, als sein Freund Chiron unverhofft in seinem Lokal auftaucht. Es ist , als ob die Zeit stehen geblieben ist. Wieder gehen die beiden zum Strand. Chiron gesteht, dass er seit damals nie wieder mit einem Mann Sex gehabt hat. Es besteht ein Funken Hoffnung, dass Chiron in einer Welt, in der es unmöglich scheint, dass Männer Männer lieben, es schafft, über seinen Schatten zu springen und seinen Gefühlen freien Lauf lässt.

Der Afroamerikaner Barry Jenkins wuchs selbst in einem Ghetto in Miami auf. Auch seine Mutter war cracksüchtig, sein Vater verliess die Mutter noch bevor Jenkins auf die Welt kam.Seinen Film drehte er in Liberty City, einem Viertel, indem er selbst aufgewachsen ist. Statt grauer Ghettobilder wählt Jenkins Bilder von lichtdurchfluter Schönheit. In Zeiten, in denen Afroamerikaner verstärkt Opfer von polizeilicher Gewalt werden, ist MOONLIGHT wichtiger denn je. Chapeau, Mr.Jenkins.

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