LION- DER LANGE WEG NACH HAUSE START: 23.02.17

Man kann es so sagen, daß wahre Leben schreibt oftmals die besten, traurigsten und skurrilsten Geschichten. Nach „Hidden Figures“, Jackie“, „Loving“ nun „Lion-Der lange Weg nach Hause“.

Der kleine indische Junge Saroo, herzzerreißend gespielt von dem achtjährigen Sunny Pawar, ist mit seinem großen Bruder unterwegs und verliert ihn im Menschengetümmel aus den Augen. Er flüchtet in einen Zug. Mit seiner Schlafpuppe unter dem Arm, landet er tausende Kilometer entfernt von seinem Heimatort, in dem Moloch Kalkutta. Orientierungslos streunt er duch die fremde Stadt, versteht die Sprache nicht. Er spricht nur Hindi, das Bengalische hat er noch nie gehört. Eine fremde Frau nimmt sich seiner an. Schnell ahnt er, daß etwas nicht stimmt. Die Frau versucht ihn, an einen Kinderpornoring zu vermitteln. Der Kleine flieht. Er findet Unterschlupf in einem Waisenhaus. Er weiß nur, daß seine Mutter Mama heißt und den Namen seines Heimatdorfes kann er nicht richtig aussprechen. Auch hier werden Kinder zum Sex vermittelt und die, die unter Hospitalismus leiden, werden geschlagen und mißhandelt. Der kleine Saroo wird von einem australischen Ehepaar ( Nicole Kidman) ( David Wenham) adoptiert. Seine Mutter hat er nicht mehr wiedergefunden. 25 Jahre später. Saroo ( Dev Patel) befindet sich in einer Identitätskrise. Auf einer Party entdeckt er ein besonderes Gebäck. Leuchtend gelbe, in Butterschmalz frittierte Teigkringel, sogenannte Jalebis. Plötzlich kehrt die Erinnerung an seine Kindheit zurück. Der ehemalige Waisenjunge fängt wie wild an, nach dem Ort, indem seine Mutter und sein Bruder lebt, zu suchen. Dank an Googlemap! Er klingt sich völlig aus seinem Alltag aus und recherchiert wie besessen alte Zugfahrpläne, Orte und Erinnerungsmerkmale, die sich ihm aus Kindertagen eingeprägt haben. Die endlosen Google-Earth- Sequenzen hätte man ein wenig kürzen können. Kilometer um Kilometer kämpft er sich voran. Es dauert einige Monate, bis er endlich fündig geworden ist. Er fährt an den Oert zurück wo er hoffentlich die Mutter und den Bruder wiederfindet. Der oscarnominierte Film besticht mit starken Gefühlen, grandiosen Bildern und einem Kinderstar, den man in seine Arme schließen möchte. Eingeschoben wurde am Schluß echtes Filmmaterial mit dem wahren Saroo. Gott sei dank, erzählt der ausstralische RegisseurGarth Davis die Geschichte des verlorenen Sohnes ohne kitschigen Pathos, versteht es aber nachhaltig zu berühren, dank dieser herzzerreißenden Präsenz des kleinen Saroo. Kaum wiederzuerkennen, Nicole Kidman, die für ihre Rolle als Adoptivmutter für den Oscar nominiert wurde. Sie ist nicht nur die Adoptivmutter von Saroo, sondern von auch von dem adoptierten jüngeren Bruder, der ein schweres Trauma mit sich herumschleppt, psychisch verstört ist und die Eltern zur Verzweiflung treibt.

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