JACKIE ( Die First Lady) Start: 26.01.2017

Jaqueline Bouvier, nach ihrer Heirat mit John F. Kennedy war sie für Amerika und die ganze Welt nur noch Jackie. Ihre Familie gehört zum New Yorker Geldadel. Ihre Stimme fast nur ein Hauch. Sie wusste ganz genau, wie man sich auf der politischen Bühne bewegt. Gespielt wird sie jetzt von Natalie Portman. Man kann es so sagen: Natalie ist Jackie. Allein schon deswegen, wie sie es schafft, diesen fast kindlichen Hauch von Stimme zu imitieren, so zu atmen wie sie und ihren ganz eigenen Sprachrhythmus zu intonieren. Es war der 22.November 1963. Dallas im Staate Texas. Der Täter hatte ein leichtes Spiel. Das Verdeck der Limousine war zurück gerollt. Mit zwei Schüssen streckte er den Präsidenten John F. Kennedy heimtückisch nieder. Wie versteinert hält Jackie seinen zerschossenen Kopf fest in ihren Händen. Ihr Chanelkostüm ist blutverschmiert. Sie trägt es noch 3 Tage später bei der Vereidigung des nächsten Präsidenten Lyndon B. Johnson in der Air Force One. Regisseur Pablo Larrain nähert sich dieser würdevollen Frau aus verschiedenen Perspektiven, fast immer ist die Kamera so nah wie möglich an ihr dran. Vier Tage lang, zwischen dem Anschlag und dem Staatsbegräbnis. Es ist die überwältigende Studie einer Frau, ständig von der Öffentlichkeit beobachtet, die begreifen muss, dass nichts mehr so ist wie zuvor. Jackie, mit ihrer Assistentin Nancy ( Greta Gerwig), Jackie, wie sie das Begräbnis organisiert und ihr quasi letzter Amtsakt: Der Auszug aus dem Weißen Haus. Allen Widerständen zum Trotz setzt sie es durch, sowie es bei Präsident Lincoln der Fall war, alle Staatsmänner sollen zu Fuß hinter dem Sarg hergehen. Mit aufrechtem Gang und einer unnachahmlichen Würde schließt sich diese zierliche Person der feierlichen Prozession an. Den irrsinnigen Schmerz den sie fühlt, erahnt man nur an ihrem versteinerten Gesicht. In einer geschickten Rahmenhandlung führt ein Journalist ( Billy Crudup) ein Interview mit ihr, um eine Reportage über die trauernde Witwe zu schreiben, sowie ein fiktives Gespräch, welches sie mit einem Priester während der Trauerzeremonie führt. In Rückblenden sieht man sie bei kulturellen Empfängen im Weißen Haus, zu dem die Öffentlichkeit Zugang hat. Es gibt eine Szene, da trägt sie für den Kleinen John eine Geburtstagstorte in sein Zimmer. Sie singt „ Happy Birthday“, verstummt mitten im Lied. Mein spontaner Gedanke war, vielleicht verstummt sie abrupt, weil ihr der Auftritt von der Monroe einfiel, denn wie die Welt weiß, Kennedys zahlreiche Affairen waren für sie bestimmt nicht leicht zu ertragen. Um so bewundernswerter, sich ganz bewusst dafür einzusetzen, dass JFK zu einer Legende wird und er seinen unangefochtenen Platz in der Geschichte bekommt. Jackie, eine Frau die ihre Rolle perfekt spielte. Eine Frau, die es meisterlich verstand ihre schmerzhaften Erfahrungen nie öffentlich zu zeigen. Portman ist auf dem Weg zu ihrem zweiten Oscar.

Wer mehr über die Ikone Jackie Kennedy erfahren möchte sollte sich auf youtube „ Die Geheimnisse der Jackie Kennedy“ ansehen. Ein informativer Beitrag aus der Sendereihe ZDF History.

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