Valley OF LOVE START: 21.01.2016

Es ist heiß. Sehr heiß. Death Valley an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Sie läuft und läuft mit ihrem Rollkoffer bis sie endlich ihre Herberge erreicht. Sie, das ist Isabelle Huppert. Sie ist verabredet mit Gérard Depardieu. Zwei Urgesteine des französischen Films spielen ein geschiedenes Paar. Sie treffen sich, da ihr verstorbener Sohn einen geheimnisvollen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Er bittet seine Eltern, im „ Tal des Todes“ sich auf die Suche nach ihm zu begeben. Er verspricht, auf ihrer gemeinsamen Spurensuche nach ihm, werden sie ihm begegnen. Allein schon rein äußerlich ist es ein ungleiches Paar, was sich da bei sengender Hitze auf den Weg macht. Gérard, ein Brocken von einem Mann, Isabelle, zart und zierlich. Es ist dieser Brief, der beide zusammen führt.
„ Seid am 12. November im Tal des Todes, Du und Papa……….Es ist meine einzige Chance auf eine Rückkehr…….es gibt einen Zeitplan, mit den genauen Orten, Daten und Uhrzeiten, an denen ihr auf mich warten müsst, denn ich werde zurückkehren…….ich werde euch beide sehen. Ich weiß, dass ihr nicht dort sein werdet, weil ihr glaubt ich wäre verrückt, oder um mein Gedenken zu ehren. Nein, tief in eurem inneren werdet ihr einen anderen Grund finden, um mir diesen Gefallen zu tun. Denn eigentlich werdet ihr es für euch selbst tun…………Ich werde an einem der sieben Hauptattraktionen des Tal des Todes sein. Wartet dort auf mich.
Mama, wir sehen uns bald.
Dein Sohn Michael, der dein Sohn bleiben wird, jetzt und auf ewig“.
Die Situation scheint absurd. Die Annäherung des seit Jahren getrennten Paares gestaltet sich äußerst schwierig. Besonders durch den Selbstmord ihres gemeinsamen Kindes. Während Gérard längst in den USA lebt und offensichtlich ein engeres Verhältnis zu Michael hatte, lebt Isabelle in Frankreich und hat den Jungen seit Jahren nicht gesehen. Sie war auch nicht bei seiner Beerdigung. Auf der reise durch das Valley versuchen beide ihre unterschiedlichen Emotionen mehr oder weniger zu verarbeiten. Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen ihnen nicht weiter. Als Gérard ihr gesteht an Krebs erkrankt zu sein und sich bei seiner Rückkehr einer Operation stellen muß, bleibt Isabelle relativ gelassen. Es sind äußerst merkwürdige Vorkommnisse, die die beiden zueinander führen. Eigentlich passiert nicht viel. Und trotzdem zieht einen das Spiel dieses ungleichen Paares in seinen Bann. Ihre Trauerarbeit, ihr Streit, ihr gemeinsames Leid , lässt einen nicht unberührt. Wer sich auf die metaphysische Ebene dieses Dramas einlässt, wird das Spiel von Huppert und Dépardieu in der unerträglichen Hitze dieser kargen Landschaft nicht so bald vergessen. Dépardieu: „ Es ist ein spiritueller Film“.
Aus dem Valley of Death wird ein Hauch von einem „ Valley of Love“.

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